Masterarbeit, 2006
70 Seiten, Note: 1,2
Vorwort
I. Einführung
II. Grundmuster US-Amerikanischer Außenpolitik
II.1. ‚Manifest Destiny’ – wie sich der Exzeptionalismus-Gedanke in der amerikanischen Außenpolitik niederschlägt
II.1.2. Das ‚Manifest Destiny’ als innergesellschaftlicher Mythos
II.1.3. Das ‚Manifest Destiny’ in der Außenpolitik
II.2. Liberalismus in der Außenpolitik – wie sich die Ideale der Unabhängigkeitserklärung in der amerikanischen Außenpolitik niederschlagen
II.2.1. Verbreitung von Demokratie als Regierungsform
II.2.2. Verbreitung von Marktwirtschaft als Wirtschaftssystem
II.3. Realismus in der Außenpolitik – wie sich die nationalen Sicherheitsinteressen in der amerikanischen Außenpolitik niederschlagen
II.3.1 Ausdifferenzierung Unilateralismus – Multilateralismus
II.3.2. Unilateralismus als Grundmuster der US-Außenpolitik
II.3.3. Multi- und Unilateralismus im 19. Jahrhundert
II.3.4. Multilateralismus und Unilateralismus im 20. Jahrhundert
II.4. Präemptive Kriege als Grundmuster der Außenpolitik
II.5. ‚Werkzeugkasten amerikanischer Außenpolitik’
III. National Security Strategy 2002 – Revolution oder Evolution?
III.1. Das Zustandekommen der National Security Strategy - „This nation will act!“
III.2. Die Analyse des internationalen Status quo in der National Security Strategy: „Meet[ing] the challenges and opportunities of the twenty-first century“
III.3. ‚Back to the roots?’ Realismus und Liberalismus als traditionelle Grundmuster in der National Security Strategy
III.3.1. Demokratie und Liberalismus in der National Security Strategy
III.3.2. Realismus in der National Security Strategy
III.3.3. Unilateralismus vs. Multilateralismus in der National Security Strategy
III.3.4. Exkurs: Die Quelle des ‚neuen’ amerikanischen Unilateralismus
III.3.5. Präemption in der National Security Strategy
III.3.6. Exkurs: Präemptionskriege – Präventionskriege
IV. Fazit
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Kontinuität amerikanischer Außenpolitik, indem sie analysiert, ob die National Security Strategy (NSS) 2002 eine revolutionäre Abkehr von traditionellen Grundmustern darstellt oder vielmehr eine evolutionäre Anpassung an zeitgenössische Herausforderungen ist.
II.1.3. Das ‚Manifest Destiny’ in der Außenpolitik
Da sich die Welt außerhalb Amerikas für die Siedler und ihnen nachfolgende Generationen allzu oft als ein schlechter Ort erwiesen hatte, legten sie besonderen Wert auf den Schutz ihrer Interessen. Der Politologe Henry Brands charakterisiert die Konsequenzen, die einem solchen Denken entspringen, pointiert: „Evil goes armed, and so must go good.“
Der Kampf gegen das Böse wird nicht selten auf die internationale Politik übertragen: Manichäische Muster lassen sich von den Interventionen im 19. Jahrhundert, über den Ersten und Zweiten Weltkrieg, den Kalten Krieg bis hin zum Krieg gegen den Terror nachweisen. Dieses Schwarz-Weiß-Denken ist nicht unproblematisch. In einem vielbeachteten Essay warnten Tami Davis und Sean Lynn-Jones 1987, „if Americans regard themselves as morally superior to the rest of the world, they can regard criticism as unfounded and malicious.“
Das amerikanische Sendungsbewusstsein erweist sich hierbei als Ursache und Triebfeder außenpolitischen Handelns. Diskussionen über amerikanische Außenpolitik drehen sich daher nur um nationale Interessen. Sie sind auch immer eine gesellschaftliche Standortbestimmung mit moralischem Anstrich.
Der Missionsgedanke ist schließlich zu einem Ausdruck des „persistent moralism prevalent in American foreign policy“ geworden, denn „it not only celebrates the uniqueness and special virtues of the USA, but also elevates America to a higher moral plane than other countries.“, wie Davis und Lynn-Jones feststellten.
I. Einführung: Die Einleitung skizziert die Fragestellung, ob die NSS 2002 eine revolutionäre Abkehr oder eine Evolution amerikanischer Traditionen darstellt, und legt das methodische Vorgehen fest.
II. Grundmuster US-Amerikanischer Außenpolitik: Dieser Abschnitt beleuchtet die ideologischen Fundamente wie den Exzeptionalismus, Liberalismus und Realismus, die den historisch gewachsenen „Werkzeugkasten“ der amerikanischen Außenpolitik bilden.
III. National Security Strategy 2002 – Revolution oder Evolution?: Das Kapitel führt den detaillierten Abgleich der NSS 2002 mit den zuvor erarbeiteten historischen Grundmustern durch und analysiert dabei insbesondere Konzepte wie Präemption und Unilateralismus.
IV. Fazit: Das Fazit resümiert, dass die NSS 2002 zwar imperial zugespitzt ist, jedoch eine evolutionäre Fortschreibung traditioneller außenpolitischer Leitlinien darstellt.
US-Außenpolitik, National Security Strategy 2002, Exzeptionalismus, Manifest Destiny, Liberalismus, Realismus, Unilateralismus, Multilateralismus, Präemption, Bush-Doktrin, Terrorismus, Demokratisierung, nationale Sicherheit, Machtpolitik, Mission.
Die Arbeit analysiert, inwieweit die National Security Strategy (NSS) 2002 unter der Regierung von George W. Bush eine neue, revolutionäre Ausrichtung der amerikanischen Außenpolitik darstellt oder ob sie lediglich auf historisch etablierten Grundmustern aufbaut.
Zentrale Felder sind der amerikanische Exzeptionalismus, der historische Liberalismus (Verbreitung von Demokratie und Marktwirtschaft) sowie der Realismus, der sich in Unilateralismus und Präemptionsgedanken äußert.
Das Ziel ist es, durch einen Vergleich der NSS 2002 mit der langfristigen Geschichte der amerikanischen Außenpolitik zu klären, ob es sich um einen radikalen Bruch mit der Tradition („Revolution“) oder eine konsequente Weiterentwicklung („Evolution“) handelt.
Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, indem sie die NSS 2002 an einem aus historischen Grundmustern entwickelten „Werkzeugkasten“ der Außenpolitik misst.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung historischer Grundmuster der US-Außenpolitik und deren anschließende Anwendung auf das Strategiepapier von 2002, unter besonderer Betrachtung der Sicherheits- und Demokratiekonzepte.
Schlüsselbegriffe sind neben der NSS 2002 vor allem Manifest Destiny, der amerikanische Exzeptionalismus, Unilateralismus, Präemptionskriege und die neokonservative Ausrichtung der Bush-Administration.
Der Autor stellt fest, dass der Unilateralismus in der NSS 2002 nicht als isolierter Bruch auftritt, sondern als eine realistisch-machtpolitische Option in einem komplexen Spannungsfeld zwischen der Führungsmacht der USA und notwendigen Kooperationen.
Präemption wird als eine strategische Option dargestellt, die historisch verankert ist, aber durch die NSS 2002 eine neue, offensive Qualität erhält, da sie das Konzept der „imminent threats“ auf proaktive Weise neu definiert.
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