Diplomarbeit, 2006
172 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
1.1 Zielstellung und Vorgehensweise
1.2 Motivation für die Untersuchung
1.3 Definitionen wichtiger Begriffe
2 BEGRIFFSVERSTÄNDNIS DER KLEINEN UND MITTLEREN UNTERNEHMEN
2.1 Quantitative Charakteristika
2.2 Qualitative Charakteristika
2.3 Bedeutung der KMU für die Marktwirtschaft
3 MARKETING – THEORETISCHER RAHMEN UND KMU-RELEVANTE FORSCHUNGSERKENNTNISSE
3.1 Systematisierung der Theorie
3.1.1 Planungsorientierte Ansätze – Outside-in Perspektive
3.1.2 Ressourcenorientierter Ansatz – Inside-out Perspektive
3.1.3 Diskussion der theoretischen Strömungen
3.1.4 Implikationen für die Befragung
3.2 Ausgewählte Zugänge zum Marketing in KMU
3.2.1 Entwicklungsbeschreibende Phasenmodelle
3.2.2 Verknüpfung von Unternehmertum und Marketing
3.2.3 Betrachtung und Gestaltung unternehmensspezifischer Ressourcen
3.2.4 Operative Empfehlungen
3.2.4.1 Minimalmarketing
3.2.4.2 Marketing durch Netzwerke
3.2.4.3 Guerilla-Marketing
3.2.5 Diskussion der Zugänge zum Marketing in KMU und Implikationen für die Befragung
3.3 Rahmenkonzept zur Steuerung des Wachstums von technologieorientierten Unternehmen
4 PRAXISBEZOGENE ASPEKTE DES MARKETING
4.1 Marktorientierung und Rolle des Marketing in KMU
4.1.1 Marktorientierung – Bedeutung und Indizien in der Praxis
4.1.2 Akzeptanz des Marketing in KMU
4.1.3 Erfassung in der Befragung
4.2 Marketingorganisation
4.2.1 Grundlagen der Marketingorganisation
4.2.2 Organisationsaspekte für KMU
4.2.3 Empirische Erkenntnisse zur Marketingorganisation im Lauf der Unternehmensentwicklung
4.2.4 Implikationen für die Befragung
4.3 Marktorientierte Unternehmenssteuerung – Analyse und Planung
4.3.1 Exkurs: Kennzeichen unternehmerischer Entscheidungen und Veränderung der Entscheidungsfindung im Lauf der Unternehmensentwicklung
4.3.2 Der Marketingprozess
4.3.3 Analyse und Planung
4.3.3.1 Informationsquellen für die Marktforschung
4.3.3.2 Analysemethoden
4.3.3.3 Planungstools und Planung in der Unternehmenspraxis
4.3.3.4 Empirische Erkenntnisse und Empfehlungen aus der Literatur
4.3.4 Fragen für die Erhebung
4.4 Marketinginstrumente im Marketingmix
4.4.1 Systematisierung
4.4.2 Produktpolitik
4.4.3 Preispolitik
4.4.4 Kommunikationspolitik
4.4.5 Distributionspolitik – Vertrieb
4.4.5.1 Charakteristika und Anforderungen
4.4.5.2 Vertriebsprozess
4.4.5.3 Beziehungsorientierung und –management / Customer Relationship Management
4.4.5.4 Instrumente des Vertriebs und praxisorientierte Empfehlungen
4.4.6 Aspekte für die Befragung
4.5 Kontrolle und Erfolgsmessung von Marketingaktivitäten
4.6 Erfolgsfaktoren im KMU-Marketing aus Sicht der Forschung
5 QUALITATIVE ERHEBUNG – ERHEBUNGSDESIGN
5.1 Auswahl des Forschungsansatzes und Anwendbarkeit der Erkenntnisse
5.2 Erhebungs- und Auswertungsmethodik
5.3 Interviewleitfaden
5.4 Unternehmens-Stichprobe
6 DARSTELLUNG UND AUSWERTUNG DER ERGEBNISSE
6.1 Marktorientierung
6.2 Struktur
6.3 Analyse und Planung
6.3.1 Quellen und Schwerpunkte der Analyse
6.3.2 Durchführung der Planung
6.4 Marketinginstrumente
6.4.1 Produktpolitik
6.4.2 Preispolitik
6.4.3 Kommunikationspolitik
6.4.4 Distributionspolitik – Vertrieb
6.5 Marketing-Erfolgsmessung und Entscheidungskriterien
6.5.1 Erfolgsmessung
6.5.2 Entscheidungskriterien
6.6 Selbsteinschätzung der Unternehmen zu erfolgreichen Maßnahmen und Problemen in Marketing und Vertrieb
7 DISKUSSION UND ZUSAMMENFASSUNG DER ERKENNTNISSE
7.1 Diskussion aus praktischer Sicht
7.2 Implikationen für die Forschung
7.2.1 ISO-Zertifizierungen als wichtiger Einflussfaktor auf Marketing und Vertrieb
7.2.2 Corporate Identity als Professionalisierungsmerkmal
7.2.3 Weitere Implikationen für die Marketingwissenschaft
7.3 Kritische Würdigung der Vorgehensweise und Erkenntnisse
Diese Arbeit zielt darauf ab, technologieorientierten KMU eine wissenschaftlich fundierte Hilfestellung bei der Ausgestaltung ihres Marketings und Vertriebs zu geben. Die Arbeit verfolgt die Forschungsfrage, wie diese Unternehmen ihre Marktbearbeitung unter Berücksichtigung ihrer spezifischen Ressourcen und organisationellen Gegebenheiten effizient strukturieren und steuern können.
3.1.2 Ressourcenorientierter Ansatz – Inside-out Perspektive
Der ressourcenorientierte Ansatz (in der englischsprachigen Literatur als ‚resource-based view’ (RBV) bezeichnet) nimmt bei der Untersuchung der Frage nach der Entstehung von Wettbewerbsvorteilen die entgegengesetzte Position zum situativen- bzw. marktorientierten Ansatz ein und legt die Annahme zugrunde, dass Wettbewerber aufgrund von unterschiedlichen Ressourcenausstattungen mehr oder weniger erfolgreich am Markt agieren. Der ressourcenorientierte Ansatz macht das Unternehmen und insbesondere dessen Ressourcen zum Ausgangspunkt für strategische Überlegungen (Inside-out). Dabei wird davon ausgegangen, dass der Besitz von bestimmten Schlüsselressourcen die Grundlage für längerfristig zu haltende Vorteile gegenüber der Konkurrenz ist. Aufgabe der Unternehmensführung ist nach dieser Sichtweise, diese Schlüsselressourcen zu identifizieren, zu entwickeln und einzusetzen, um eine Maximierung des Unternehmensergebnisses zu gewährleisten.
Der Begriff ‚Ressource’ ist jedoch nicht einheitlich geklärt. Festzuhalten ist, dass als Ressource sowohl materielle Dinge wie Anlagen, aber auch immaterielle Dinge wie spezielle Organisationsstrukturen oder individuelle Fähigkeiten und Wissen der Mitarbeiter, bezeichnet werden. Die Ressourcen eines Unternehmens können auf unterschiedliche Weise kategorisiert werden, aufgrund der begrifflichen Klarheit soll hier auf die Definition von Barney zurückgegriffen werden. Danach lassen sich Ressourcen in „physical capital“ (Maschinen und Ausrüstung, geografische Lage etc.), „human capital“ (Ausbildung, Erfahrung, Beziehungen etc. der Mitarbeiter und Unternehmensleitung) sowie „organizational capital“ (Berichtswesen, Planung, Beziehungen zur Umwelt etc.) untergliedern. Um dem Unternehmen die Generierung eines langfristigen Wettbewerbsvorteils zu ermöglichen, müssen die Ressourcen eine Reihe von Kriterien erfüllen, um eine Schlüsselrolle einzunehmen. Wichtigstes Kriterium ist die Fähigkeit der Ressource, Kundennutzen zu generieren. Wenn dies nicht der Fall ist, ist die fragliche Ressource keine potenzielle Quelle für Vorteile gegenüber der Konkurrenz. Weitere Merkmale von Ressourcen sind:
1. Werthaltigkeit („valuable“) im Sinne einer Eröffnung von Möglichkeiten bzw. der Reduzierung von Risiken am Markt.
1 EINLEITUNG: Das Kapitel erläutert die Relevanz der Untersuchung für technologieorientierte KMU, definiert die Zielsetzung und legt das methodische Vorgehen der Arbeit dar.
2 BEGRIFFSVERSTÄNDNIS DER KLEINEN UND MITTLEREN UNTERNEHMEN: Hier werden KMU anhand quantitativer und qualitativer Kriterien abgegrenzt und ihre volkswirtschaftliche Bedeutung hervorgehoben.
3 MARKETING – THEORETISCHER RAHMEN UND KMU-RELEVANTE FORSCHUNGSERKENNTNISSE: Dieses Kapitel strukturiert theoretische Strömungen wie den situativen und ressourcenorientierten Ansatz und stellt spezifische Marketing-Zugänge für KMU vor.
4 PRAXISBEZOGENE ASPEKTE DES MARKETING: Es werden praxisrelevante Handlungsfelder wie Marktorientierung, Organisation, Planung sowie der gezielte Einsatz von Marketinginstrumenten detailliert analysiert.
5 QUALITATIVE ERHEBUNG – ERHEBUNGSDESIGN: Dieses Kapitel begründet die Wahl des Forschungsansatzes und beschreibt das Design der qualitativen Expertenbefragung sowie die Stichprobenauswahl.
6 DARSTELLUNG UND AUSWERTUNG DER ERGEBNISSE: Hier werden die Erkenntnisse aus den Experteninterviews systematisch dargestellt und mit den theoretischen Fundamenten abgeglichen.
7 DISKUSSION UND ZUSAMMENFASSUNG DER ERKENNTNISSE: Das Kapitel diskutiert die Ergebnisse aus einer praktischen Perspektive, leitet Implikationen für die Forschung ab und würdigt die gewählte Vorgehensweise kritisch.
KMU, Marketing, Vertrieb, Technologieunternehmen, Marktorientierung, Ressourcenorientierter Ansatz, Marketingorganisation, Strategische Planung, Industriegütermarketing, Kundenbeziehungsmanagement, Wettbewerbsvorteil, Innovationsmanagement, Erfolgsfaktoren, Qualitative Forschung, Wachstum.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Ausgestaltung von Marketing und Vertrieb in technologieorientierten kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mit 50 bis 150 Mitarbeitern.
Die zentralen Themen umfassen die theoretische Fundierung des Marketings in KMU, die praktische Organisation von Marketing- und Vertriebsprozessen, die marktorientierte Unternehmenssteuerung sowie Erfolgsfaktoren in diesem Unternehmenssegment.
Das Ziel ist es, ein wissenschaftlich begründetes Rahmenkonzept für das Marketing und den Vertrieb in diesen Unternehmen bereitzustellen und den Unternehmern konkrete Anhaltspunkte für ihre Marktbearbeitung zu liefern.
Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturrecherche sowie einer explorativen, qualitativen empirischen Studie, bei der zwölf Unternehmen durch leitfadenorientierte Experteninterviews untersucht wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, praxisbezogene Aspekte des Marketings (Organisation, Planung, Instrumente) sowie die Darstellung und Analyse der qualitativen Erhebungsergebnisse.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie KMU-Marketing, industrielle Marktbearbeitung, ressourcenorientierte Strategie, Vertriebsprozessoptimierung und technologische Innovationsfähigkeit charakterisieren.
Im Gegensatz zu Großunternehmen fehlt KMU oft die formale Infrastruktur. Entscheidungen werden meist zentral durch den Unternehmer gefällt, basieren häufig auf Intuition und sind durch eine hohe Spezialisierung sowie begrenzte Ressourcen geprägt.
Der persönliche Verkauf wird als das wichtigste Instrument im Industriegütermarketing identifiziert, da er die direkte Schnittstelle zum Kunden darstellt, die für die Lösung komplexer technischer Probleme unerlässlich ist.
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