Examensarbeit, 2007
89 Seiten, Note: 2,0
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
A. Einleitung
B. Hauptteil
1. Quellen und Literatur
2. Definition des Widerstandsbegriffes und seine Anwendung auf Galen
3. Prägung Galens durch Familie und Herkunft
4. Die Rolle der Kirche und des Episkopats
a. Das Verhältnis von Kirche und Staat im Dritten Reich
b. Das Reichskonkordat
c. Die Enzyklika „Mit brennender Sorge“ und Galens Einfluss bei deren Erstellung
d. Das Verhältnis zwischen Galen und dem Episkopat
5. Galens Auffassung vom Staat
6. Wie verhielt sich Galen gegenüber dem NS-Regime?
a. Schulkampf
b. Das Neuheidentum
c. Galens Kampf für katholische Organisationen
d. Saarabstimmung und Besatzung des Rheinlands
e. Klostersturm
f. Euthanasie-Programm
7. Die Reaktion des NS-Regimes auf das Verhalten Galens
a. Vor Beginn des Zweiten Weltkriegs
b. Während des Zweiten Weltkriegs
8. Veränderungen in Galens Haltung
C. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel in der Einstellung und im Verhalten von Clemens August Kardinal von Galen gegenüber dem NS-Regime, wobei die zentrale Forschungsfrage darauf abzielt, ob und inwiefern Galen dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus zugeordnet werden kann, ohne dabei die historische Einordnung als "Kind seiner Zeit" zu vernachlässigen.
B.2. Definition des Widerstandsbegriffes und seine Anwendung auf Galen
Bevor ich untersuche, inwiefern man Galen in die Reihen der Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus einordnen kann und welche Auswirkungen diese mögliche Zuordnung für die Galensche Vorstellung zum Verhältnis von Kirche und Staat hat, möchte ich den Begriff Widerstand definieren.
Dies ist unbedingt notwendig, da Widerstand ein vieldeutiger Begriff ist. Grenzt man ihn eng ein, dann ist für die Leistung von Widerstand ein physischer Einsatz notwendig. Allerdings kann man auch schon unter einer inneren Abneigung Widerstand verstehen, insofern man den Begriff weit fasst.
„War es schon Widerstand, während des Krieges alliierte Nachrichtensender zu hören – was die Machthaber als Landesverrat einstuften und in einigen Fällen mit KZ ahndeten -, oder aber zeigten jene Personen oder Gruppen (darunter viele Ordensgemeinschaften) Widerstand, die während des Krieges Juden in ihren Kellern versteckt hielten, um diese vor dem sicheren Tod zu bewahren?“
In der vorliegenden Arbeit verwende ich den Begriff Widerstand dann, wenn zu der bereits erwähnten inneren Abneigung eine Aktion hinzukommt, die eine Zuwiderhandlung in Bezug auf die Sache, gegen die diese Anti-Haltung besteht, beinhaltet. Damit geht eine Widerstands-Handlung weiter als eine reine Demonstration. Auch möchte ich den Begriff nicht ausschließlich in dem Fall anwenden, wenn es den politischen Bereich betrifft. Ich verbinde den Terminus Widerstand entgegen einiger Historiker außerdem nicht zwangsläufig mit Verfolgung, da es meiner Ansicht nach auch Widerstandskämpfer gab, bei denen keine Belege für eine Verfolgung zu finden sind.
Quellen und Literatur: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die quellenkritische Basis der Arbeit, insbesondere die Sammlung von Peter Löffler, und erörtert die Herausforderungen bei der biographischen Einordnung Galens.
Definition des Widerstandsbegriffes und seine Anwendung auf Galen: Hier wird der Begriff des Widerstandes methodisch erarbeitet und in Bezug zu Galens Handlungen im Kontext des NS-Regimes gesetzt.
Prägung Galens durch Familie und Herkunft: Dieses Kapitel erläutert, wie Galens religiöse Erziehung und seine adelige Herkunft sein späteres Verständnis von Pflicht, Gehorsam und Verantwortung prägten.
Die Rolle der Kirche und des Episkopats: Es wird untersucht, wie sich die katholische Kirche und das deutsche Episkopat gegenüber dem NS-Regime verhielten, welche Rolle das Reichskonkordat spielte und welchen Einfluss Galen auf päpstliche Schreiben wie „Mit brennender Sorge“ hatte.
Galens Auffassung vom Staat: Dieses Kapitel analysiert Galens Staatsverständnis, das tief im traditionellen katholischen Glauben wurzelte, und wie er dieses mit Gehorsamsforderungen gegenüber staatlicher Macht in Einklang brachte.
Wie verhielt sich Galen gegenüber dem NS-Regime?: Hier werden beispielhaft Konfliktfelder wie der Schulkampf, der Kampf gegen das Neuheidentum und das Euthanasie-Programm dargestellt, um Galens Vorgehensweise aufzuzeigen.
Die Reaktion des NS-Regimes auf das Verhalten Galens: Dieses Kapitel analysiert, wie die nationalsozialistischen Machthaber, insbesondere unter dem Druck des Krieges, auf Galens Proteste reagierten und warum sie eine offene Konfrontation zunächst vermieden.
Veränderungen in Galens Haltung: Es wird diskutiert, ob und inwiefern Galen im Laufe der Jahre eine Entwicklung in seiner Haltung vollzog oder ob er einer inneren Kontinuität treu blieb.
Clemens August Graf von Galen, Nationalsozialismus, Katholische Kirche, Widerstand, Episkopat, Reichskonkordat, Euthanasie, Neuheidentum, NS-Regime, Glauben, Gewissen, Autorität, Schulkampf, Gehorsam, Drittes Reich.
Die Arbeit untersucht das Wirken des Münsteraner Bischofs Clemens August von Galen während der Zeit des Nationalsozialismus und bewertet sein Handeln im Spannungsfeld zwischen Loyalität gegenüber dem Staat und dem christlichen Gewissen.
Zentrale Themen sind die Rolle der katholischen Kirche im "Dritten Reich", die Bedeutung des Reichskonkordats, Galens Kampf gegen die Euthanasie-Politik sowie sein Einsatz für den Erhalt von Schulen und katholischen Organisationen.
Das Ziel ist es, Galens komplexes und ambivalentes Verhältnis zu den NS-Machthabern aufzuarbeiten und die Frage zu klären, ob er als Widerstandskämpfer im klassischen Sinne bezeichnet werden kann oder ob sein Handeln einer anderen Logik folgte.
Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse von Dokumenten, Briefen, Predigten und zeitgenössischer Literatur, um Galens Entwicklungsprozess und die Motive hinter seinen Handlungen nachzuzeichnen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Untersuchung seiner Herkunft, seiner Staatsauffassung, spezifischer Konfliktbeispiele mit dem NS-Regime sowie die Reaktion der Nationalsozialisten auf seine Person.
Neben dem Namen des Bischofs sind dies Begriffe wie "Widerstand", "Gehorsam", "Kirchenkampf", "Euthanasie" und "Episkopat".
Die Arbeit führt Theorien an, wonach einerseits der Schutz durch hohe Militärs eine Rolle spielte, andererseits Hitler eine offene Konfrontation mit einem christlichen Märtyrer während des Krieges aus Sorge um den Rückhalt in der Bevölkerung scheute.
Seine Herkunft vermittelte ihm ein tiefes Verantwortungsgefühl, einen autoritären Gehorsamsbegriff und eine konservative Weltanschauung, die es ihm zunächst erschwerte, die totalitäre Natur des NS-Staates vollständig zu durchschauen.
Galen unterschied scharf zwischen dem Staat als göttlicher Ordnung und den konkreten Maßnahmen des NS-Regimes; er lehnte die nationalsozialistische Ideologie ab, fühlte sich aber dennoch als patriotischer Deutscher zur Loyalität gegenüber der staatlichen Ordnung verpflichtet.
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