Diplomarbeit, 2004
109 Seiten, Note: 1,0
1. EINLEITUNG
1.1 HINTERGRUND
1.2 PROBLEMKONSTRUKTION
1.3 FORSCHUNGSGEGENSTAND
1.4 RELEVANZ DER ARBEIT
1.5 DESIGN
1.6 DISPOSITION
2. THEORETISCHER RAHMEN
2.1 THEORIE DER PSYCHOSEXUELLEN ENTWICKLUNG NACH FREUD
2.2 ERIKSONS PHASENLEHRE DER PSYCHOSOZIALEN ENTWICKLUNG
2.3 MARCIAS ERFORSCHUNG DER IDENTITÄTSZUSTÄNDE
2.4 DER IDENTITY STATUS ANSATZ
2.5 WATERMAN’S PLURALISIERUNG DES IDENTITÄTSBEGRIFFES
2.6 FENDS KONZEPT DER IDENTITÄTSENTWICKLUNG IN DER ADOLESZENZ
2.7 EXKURS: NARRATIVE IDENTITÄT IN DER SPÄTMODERNE
3. METHODISCHER RAHMEN
3.1 METHODOLOGISCHES PARADIGMA
3.2 FORSCHUNGSANSATZ
3.3 FORSCHUNGSMETHODE
3.3.1 DATENGEWINNUNG
3.3.2 DATENANALYSE
3.4 GELTUNGSBEGRÜNDUNG
4. DATENGEWINNUNG
4.1 POPULATIONSAUSWAHL
4.2 REFLEXION DER INTERVIEWSITUATION
4.3 TRANSKRIPTION
5. ANALYSE
5.1 VORSTELLUNG DER INTERVIEWTEN PERSON
5.2 AUSBILDUNG UND BERUF
5.3 RELIGION
5.4 LIEBE/ FREUNDSCHAFT
5.5 ABSCHLIEßENDE GESAMTBEWERTUNG
6. ÜBERPRÜFUNG UND WEITERENTWICKLUNG DES ISI
7. DAS MODIFIZIERTE IDENTITY STATUS INTERVIEW
7.1 EINLEITUNG
7.2 THEORETISCHE GRUNDPOSITIONEN
7.3 INSTRUMENTE DES MISI
7.3.1 KURZFRAGEBOGEN
7.3.2 NARRATIVER VORSPANN
7.3.3 LEITFADEN
7.3.4 RÜCKKOPPLUNGSSCHLEIFE
7.4 AUSWERTUNGSVERFAHREN
8. KONKLUSION
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Validität des klassischen Identity Status Interviews (ISI) zu überprüfen, aufgedeckte Defizite zu beheben und das Instrument im Sinne eines interpretativen Paradigmas weiterzuentwickeln. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie die Perspektive der interviewten Personen in den Forschungsprozess integriert werden kann, um eine methodische Annäherung beider Perspektiven zu erreichen.
1.1 Hintergrund
„Mich verändert alles. Ich verändere nichts.“ ist einer der Gedanken, die Martin Walser in seinem Roman „Meßmers Gedanken“ Meßmer denken lässt. Weiter heißt es: „Du gehörst nicht zu denen, zu denen du dich zählst. Wo du angetroffen wirst, dahin gehörst du.“ (Walser, 2003, S.35) oder „Wenn alle so wären wie ich, wäre es furchtbar. Wenn nicht alle so wären wie ich, wäre es auch furchtbar.“ (Walser, 2003, S.38) Der Roman endet schließlich mit dem Satz: „Wenn ich meine Mütze aufsetze, bin ich, denkt Meßmer.“ (Walser, 2003, S.106) Den Gedanken gemein ist die implizit enthaltene Suche nach einer Antwort auf die Frage: „Wer bin ich?“, welche in einfachster Form das Identitätsthema formuliert.
Dieses Thema erfuhr in den letzten Jahrzehnten eine übermäßige Ausweitung, was nach Keupp u.a. kein Zeichen für ein gesichertes Terrain gesellschaftlichen Wissens ist, sondern als Reaktion auf Umbruch-, Befreiungs- und Verlusterfahrungen gedeutet werden müsse. Es würde in prismatischer Form die Folgen aktueller Modernisierungsprozesse für die Subjekte bündeln (Keupp, 1999). „Die Suche nach Identität als krisenhafte Herausforderung an das Subjekt ist durch die Moderne zum Thema geworden“ (Keupp u.a., 1999, S.26) „... insofern ist die Identitätsfrage eine durch und durch moderne Frage.“ (Keupp u.a., 1999, S.27)
1. EINLEITUNG: Dieses Kapitel umreißt das Thema, den Forschungsgegenstand, die Zielsetzung sowie die Relevanz der Arbeit.
2. THEORETISCHER RAHMEN: Hier werden die klassischen Perspektiven der Ich-Psychologie (Freud, Erikson, Marcia) sowie neuere Identitätstheorien vorgestellt, die als Grundlage für das Interview dienen.
3. METHODISCHER RAHMEN: Das Kapitel herleitet das interpretative Paradigma sowie den Forschungsansatz der Einzelfallstudie und ordnet das Identity Status Interview methodisch ein.
4. DATENGEWINNUNG: Die Autorin legt ihr empirisches Vorgehen dar, einschließlich der Auswahl der interviewten Person, der Reflexion der Interviewsituation und der angewandten Transkriptionsregeln.
5. ANALYSE: Basierend auf dem geführten Interview analysiert die Autorin die Identitätszustände der Probandin in den Bereichen Ausbildung/Beruf, Religion und Liebe/Freundschaft.
6. ÜBERPRÜFUNG UND WEITERENTWICKLUNG DES ISI: Die Autorin evaluiert das Interview am Beispiel des Bereichs Ausbildung/Beruf und identifiziert Unklarheiten, die eine methodische Weiterentwicklung notwendig machen.
7. DAS MODIFIZIERTE IDENTITY STATUS INTERVIEW: Dieses Kapitel stellt das weiterentwickelte Erhebungsverfahren (MISI) dar, welches um eine Rückkopplungsschleife ergänzt wurde.
8. KONKLUSION: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Beantwortung der Forschungsfragen und zeigt Perspektiven für weitere Identitätsforschung auf.
Identitätsforschung, Identity Status Interview, Marcia, Erikson, Qualitative Sozialforschung, Identitätszustände, Interpretatives Paradigma, Rückkopplungsschleife, Validität, Reliabilität, Individuum, Selbstkonzept, Narrativ, Spätmoderne, Einzelfallstudie
Die Arbeit befasst sich mit der Überprüfung und Weiterentwicklung des „Identity Status Interviews“, einem klassischen Instrument der psychologischen Identitätsforschung nach James E. Marcia.
Zentrale Themen sind die Identitätsbildung in der Adoleszenz, die methodologische Validierung qualitativer Interviews sowie die Bedeutung von Rückkopplungsschleifen zur Erhöhung der Ergebnisqualität.
Das Ziel ist es, das Identity Status Interview hinsichtlich seiner Validität zu evaluieren und durch die Integration einer Rückkopplungsschleife so zu modifizieren, dass die Perspektive der Beforschten stärker in den Forschungsprozess einfließt.
Die Arbeit nutzt den Forschungsansatz der qualitativen Einzelfallstudie unter Anwendung eines modifizierten, teilstrukturierten Interviewleitfadens.
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Fundierung, die methodische Einordnung der Untersuchung, die Durchführung und Auswertung eines konkreten Interviews sowie die methodische Neukonzeption des modifizierten Identity Status Interviews (MISI).
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Identitätsstatus, qualitative Forschung, Validität, Narrativität, Spätmoderne und das „Identity Status Interview“ (ISI) charakterisieren.
Dies ist ein methodisches Zusatzinstrument, bei dem die interviewte Person nach der ersten Auswertung erneut einbezogen wird, um die Interpretationen des Forschers zu validieren und unklare Aspekte zu klären.
Die Modifikation erfolgte, um das Postulat der Offenheit innerhalb der qualitativen Forschung besser zu wahren und sicherzustellen, dass die Deutungen des Forschers tatsächlich in den Konstruktionen der untersuchten Person begründet sind.
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