Diplomarbeit, 2007
85 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Die Darstellung der Verkündigung bei Fra Angelico
2.1. Die Darstellung der Verkündigung im Quattrocento
2.2. Die Verkündigung von Cortona
2.3. Die Prado Verkündigung
2.4. Die Verkündigung im Klostergang von San Marco in Florenz
3. Die Predellen des Verkündigungsaltares von Cortona
3.1. Die Heimsuchung
3.2. Marientod
4. Das Altarbild für Santa Trinita – Die Kreuzabnahme
4.1. Gentile da Fabriano – Anbetung der Könige
5. Die Predellen des Altars von San Marco
5.1. Der Besessene Lysias (Abb. 19)
5.2. Die Enthauptung der Brüder (Abb. 20)
5.3. Die Grablegung (Abb. 22)
6. Der Freskenzyklus in den Zellen von San Marco in Florenz
6.1. Östliches Dormitorium – Die Zellen der Priester
6.1.1. Zelle 1: Noli me tangere (Abb. 24)
6.1.2. Zelle 2: Die Beweinung Christi (Abb. 25)
6.1.3. Zelle 5: Die Geburt Christi (Abb. 28)
6.2. Östliches Dormitorium – Die Zellen der Kleriker
6.2.1. Zelle 24 – Die Taufe Christi (Abb. 29)
6.3. Nördliches Dormitorium – Die Zellen mit den Darstellungen von Episoden aus dem Leben Christi
6.3.1. Zelle 32A: Die Versuchung Christi (Abb. 32)
6.3.2. Zelle 34: Christus am Ölberg (Abb. 33)
6.3.3. Zelle 39: Die Doppelzelle Cosimo de’ Medicis (Abb. 34)
6.4. Berater für das Freskenprogramm
7. Fra Angelico in Rom
7.1. Aufträge unter Papst Eugen IV.
7.2. Aufträge unter Papst Nikolaus V.
7.2.1. Die Kapelle für Papst Nikolaus V. – Die Cappella Niccolina
8. Der Tondo mit der Anbetung der Könige
8.1. Fra Filippo Lippi
9. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Entwicklung der Landschaftsdarstellung im Werk von Fra Angelico im Kontext des 15. Jahrhunderts, um aufzuzeigen, wie der Künstler sich von traditionellen Formen löste und einen eigenen, naturgetreuen Stil entwickelte.
2.4. Die Verkündigung im Klostergang von San Marco in Florenz
Das wohl bekannteste Fresko Fra Angelicos befindet sich auf der Innenwand des Nordkorridors des Klosters San Marco. Es entstand um 1440 (Abb. 5).
Auf den ersten Blick erkennt man, dass Fra Angelico dem Thema mit einer neuen Darstellungsweise näherte. Maria sitzt wiederum in einer Art Loggia oder Säulenhalle, diesmal aber nicht auf einem Thron, sondern auf einem einfachen Holzsessel. Der Künstler verzichtet auf jegliche Symbolik, einzig die Darstellung der tiefen Gläubigkeit beider Personen ist von Bedeutung. Keine Taube, keine Attribute des Engels und kein Redegestus sollen diese Szene „stören“.
Die dargestellte Loggia ist nach den Prinzipien Brunelleschis in der Zentralperspektive dargestellt. Verkürzungen und Untersichten der Architekturteile sind überall erkennbar. Maria und der Engel befinden sich nicht mehr auf einer Ebene, sondern erstmals in einer Raumdiagonale.
Den einzigen Kontrast, den es in diesem Bild gibt, ist jener zwischen der Loggia, die sehr hell und spartanisch dargestellt wird und der Landschaft, die Fra Angelico in einem sehr dunkeln Grünton wiedergibt, auf der linken Seite des Bildes. Der Zaun, der in der Cortona Verkündigung noch sehr zierlich war, ist nun ein massiver Holzzaun, der die Verkündigung von der restlichen Welt abzugrenzen scheint. Die andächtig stimmende Szene im Vordergrund steht im Kontrast zu dem Garten, der sich hinter dem mächtigen Zaun befindet und als Grenze dient. Vor dem Zaun ist eine Wiese erkennbar, die gepflegt anmutet. Der Garten hinter dem Zaun jedoch ist verwildert und ungepflegt. Dies kann als Verweis auf den hortus conclusus angesehen werden. Außerhalb des Gartenzaunes erscheint das Unnahbare. Der dargestellte Wald war für Fra Angelicos Zeitgenossen ein dunkler und furchtbarer Ort, den sie nur gelegentlich aufsuchten. Der Garten innerhalb des Zaunes ist der hortus conclusus. Hier blühen Maiglöckchen und viele andere Blumen als Symbol für Marias Jungfräulichkeit und Unschuld.
1. Einleitung: Darstellung der persönlichen und künstlerischen Hintergründe Fra Angelicos sowie die Zielsetzung der Arbeit, den Zugang des Künstlers zur Landschaft im Quattrocento zu skizzieren.
2. Die Darstellung der Verkündigung bei Fra Angelico: Untersuchung der Entwicklung und stilistischen Veränderungen in den Verkündigungsaltären von Fiesole, Cortona und dem Fresko in San Marco.
3. Die Predellen des Verkündigungsaltares von Cortona: Analyse der Predellenbilder „Heimsuchung“ und „Marientod“ hinsichtlich ihrer Landschaftsgestaltung und ikonographischen Neuerungen.
4. Das Altarbild für Santa Trinita – Die Kreuzabnahme: Untersuchung des Altarbildes in Bezug auf den Einfluss von Gentile da Fabriano und die atmosphärische Darstellung von Licht und Landschaft.
5. Die Predellen des Altars von San Marco: Analyse der Predellentafeln „Der Besessene Lysias“, „Die Enthauptung der Brüder“ und „Die Grablegung“ im Kontext von Fra Angelicos Stilwandel.
6. Der Freskenzyklus in den Zellen von San Marco in Florenz: Detaillierte Betrachtung der spirituellen Funktionen und der künstlerischen Gestaltung der Zellfresken, inklusive der Beratung durch das dominikanische Umfeld.
7. Fra Angelico in Rom: Überblick über die römische Schaffensphase, insbesondere die heute zerstörten Aufträge und die erhaltene Cappella Niccolina.
8. Der Tondo mit der Anbetung der Könige: Diskussion der Zuschreibungsfrage zwischen Fra Angelico und Fra Filippo Lippi bei diesem späten Werk der Medici-Aufträge.
9. Schlussbetrachtung: Synthese der Forschungsergebnisse zur künstlerischen Sonderstellung Fra Angelicos als Erneuerer der Landschaftsmalerei in der Frührenaissance.
Fra Angelico, Landschaftsdarstellung, Quattrocento, Frührenaissance, San Marco, Verkündigung, Freskenzyklus, Zentralperspektive, Masaccio, Ikonographie, Italienische Malerei, Mittelalter, Naturdarstellung, Altarbilder, Meditative Kunst.
Die Diplomarbeit untersucht die Landschaftsdarstellung im Werk von Fra Angelico und analysiert, wie der Künstler die Darstellung von Natur und Raum im 15. Jahrhundert weiterentwickelt hat.
Zentrale Felder sind die ikonographische Entwicklung biblischer Szenen, die Integration von Landschaft als Raumkonstruktion sowie der Vergleich mit anderen Künstlern der Frührenaissance und der niederländischen Malerei.
Das primäre Ziel ist es, Fra Angelicos stilistische Entwicklung von trecentesken Formen hin zu einer modernen, perspektivisch durchdachten Landschaftsmalerei nachzuweisen und seine Sonderstellung zu beleuchten.
Die Arbeit basiert auf einer chronologischen Analyse der Werke des Künstlers, kombiniert mit stilgeschichtlichen Vergleichen und der Auswertung kunsthistorischer Primär- und Sekundärliteratur.
Der Hauptteil widmet sich chronologisch den bedeutenden Werken wie den Verkündigungsaltären, den Predellen von San Marco, den Freskenzyklen in den Zellen von San Marco und dem späten Tondo.
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Fra Angelico, Landschaftsmalerei, Quattrocento, San Marco, Perspektive und Ikonographie.
Das Kloster ist zentral, da die dortigen Zellfresken einen einzigartigen Zyklus bilden, der sowohl künstlerische Meisterschaft als auch die meditative, spirituelle Zweckbestimmung für die Ordensbrüder widerspiegelt.
Die Arbeit vergleicht Fra Angelicos Landschaftsaufbau mit Werken der niederländischen Malerei, um Gemeinsamkeiten im Naturalismus sowie Unterschiede in der Raumgestaltung und Detailgenauigkeit aufzuzeigen.
Nein, die Zuschreibung ist umstritten. Die Autorin folgt der Ansicht, dass Fra Angelico das Werk begann, es jedoch in Zusammenarbeit mit Fra Filippo Lippi vollendet wurde.
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