Magisterarbeit, 2006
69 Seiten, Note: 2,2
Vorbemerkungen
I. EINFÜHRENDE INFORMATIONEN ZU POETOLOGIE UND FORM
1) Zueignung und Anrede: Arnims poetologisches Konzept
2) Die Rahmenhandlung
3) Kleiner Exkurs zur Gattung der Novelle
II. ISABELLA VON ÄGYPTEN, KAISER KARL DES FÜNFTEN ERSTE JUGENDLIEBE
1) Inhalt
2) Phantastisches und Reales
3) Zeitbezug und Gesellschaftskritik
4) Isabella – Eine Heldin?
5) Isabella und die Liebe
6) Apotheosen als Mittel der romantischen Ironie
III. MELÜCK MARIA BLAINVILLE, DIE HAUSPROPHETIN AUS ARABIEN
1) Inhalt
2) Phantastik als Mittel zur Adelskritik
3) Melück – Eine Prophetin?
4) Liebe und Prophetentum
5) Zwischenbilanz über das „erste Zwillingspaar“
IV. DIE DREI LIEBREICHEN SCHWESTERN UND DER GLÜCKLICHE FÄRBER
1) Inhalt und Aufbau
2) Reichtum und Liebe
3) Alchemie und Kapitalismus
V. ANGELIKA, DIE GENUESERIN UND COSMUS, DER SEILSPRINGER
1) Inhalt und Aufbau
2) Liebe, Kunst und Politik
3) Verführung oder Mutterliebe?
VI. ANSICHTEN AUF EINE „ZEIT DER FRAUEN“
Die vorliegende Arbeit untersucht die Frauenfiguren in Achim von Arnims Novellenzyklus von 1812 mit dem Ziel, ihre Persönlichkeit, Funktion und Stellung innerhalb der Erzählungen sowie ihre Beziehungen zu männlichen Figuren zu analysieren. Dabei wird geprüft, ob die Heraushebung dieser Frauen als Stellungnahme zu zeitgenössischen Frauenbilddiskursen zu verstehen ist oder ob Arnim sie funktionalisiert, um seine eigenen politischen und literarischen Intentionen zu verdeutlichen.
3) Zeitbezug und Gesellschaftskritik
In diesem Sinne ist auch Arnims Vorgehen der Vermischung von historischen Fakten und Sagen in der Isabella-Erzählung zu verstehen. Die Funktion der Gattungsmischung besteht darin, seinen „geschichtlichen Visionen Wirklichkeit und der Faktizität Sinn zu verleihen“. Da Arnim den Dichter als Mittler sieht, versucht er durch die Verbindung der Fakten mit fiktiven Elementen den Verlauf der Geschichte zu erklären, und die Gründe für die gegenwärtige Zersplitterung Deutschlands zu liefern. Diese werden innerhalb der Erzählung auf den defizitären Charakter Karls zurückgeführt, wobei die phantastischen Figuren der Demonstration von Karls Charakterschwäche und Geldgier dienen.
Der bereits in der Rahmenhandlung angeklungene politische Aspekt wird damit auch in die Erzählungen hineingetragen und hier an Hand der Figur des Erzherzogs Karl fortgeführt. Dieser wird als „künftiger Beherrscher einer Welt, in der die Sonne nie untergeht“ von Anfang an ironisiert. So lässt er sich aus Langeweile und Abenteuerlust von Cenrio zu der kindischen Mutprobe verleiten, eine Nacht im ‚Gespensterhaus’ Bellas zu verbringen, wo er sich erst mit einem Lied von seiner künftigen Macht in den Schlaf singt, um dann voller Grauen „atemlos schreiend“ aus dem Haus zu laufen, weil er Bella für ein Gespenst hält.
Vorbemerkungen: Einführung in den historischen Kontext der Zeit um 1800 und Arnims literarische Ambitionen.
I. EINFÜHRENDE INFORMATIONEN ZU POETOLOGIE UND FORM: Erläuterung von Arnims poetologischem Konzept sowie die Bedeutung der Rahmenhandlung als verbindendes Element.
II. ISABELLA VON ÄGYPTEN, KAISER KARL DES FÜNFTEN ERSTE JUGENDLIEBE: Detaillierte Untersuchung der Hauptfigur, ihres Konflikts mit dem Phantastischen und der politischen Dimension der Erzählung.
III. MELÜCK MARIA BLAINVILLE, DIE HAUSPROPHETIN AUS ARABIEN: Analyse der Prophetin Melück und der kritischen Auseinandersetzung mit dem Adel vor dem Hintergrund der Französischen Revolution.
IV. DIE DREI LIEBREICHEN SCHWESTERN UND DER GLÜCKLICHE FÄRBER: Untersuchung der ökonomischen Aspekte und der Funktion von Reichtum und Liebe in dieser Erzählung.
V. ANGELIKA, DIE GENUESERIN UND COSMUS, DER SEILSPRINGER: Darstellung der Mutter-Sohn-Beziehung und der Bedeutung von Kunst und Politik.
VI. ANSICHTEN AUF EINE „ZEIT DER FRAUEN“: Abschließende Synthese über die Rolle der Frau und die politische Intention des Zyklus.
Achim von Arnim, Novellenzyklus von 1812, Romantik, Frauenbild, Gesellschaftskritik, Poetologie, Zeitbezug, Isabella von Ägypten, Melück Maria Blainville, Liebeskonzeption, Kapitalismus, Allegorie, Phantastik, Politische Dimension, Frauenfiguren
Die Arbeit untersucht die Frauenfiguren in Achim von Arnims „Novellenzyklus von 1812“ und analysiert deren Funktion sowie ihre Darstellung in Bezug auf zeitgenössische Diskurse über Frauenrollen und Politik.
Die zentralen Themen umfassen die Rolle der Frau um 1800, Arnims Poetologie, gesellschaftspolitische Kritik (Adels- und Kapitalismuskritik) sowie die romantische Auffassung von Liebe und Ehe.
Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, ob die prominente Darstellung der Frauen als Stellungnahme zu damaligen Frauenbilddiskursen zu verstehen ist oder ob die Frauenfiguren zur Verdeutlichung politischer Intentionen funktionalisiert werden.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die den Text des Novellenzyklus mit dem historischen Kontext, zeitgenössischen Quellen und der Forschungsliteratur in Beziehung setzt.
Der Hauptteil gliedert sich in Einzelinterpretationen der vier Novellen („Isabella von Ägypten“, „Melück Maria Blainville“, „Die drei liebreichen Schwestern...“, „Angelika...“), in denen die jeweiligen Protagonistinnen und deren Funktionen detailliert untersucht werden.
Wichtige Schlüsselwörter sind unter anderem Arnim, Romantik, Novellenzyklus 1812, Frauenbild, Gesellschaftskritik und Poetologie.
Der Geschlechtertausch wird als erzählerisches Mittel gewertet, um die Passivität oder Identitätsverluste der Figuren zu verbildlichen, statt als bloßer Beweis für eine Androgynitäts-Ideologie.
Der Komet fungiert als politisches Symbol, das die Hoffnung auf eine Besserung der politischen Lage und den Beginn einer „Zeit der Frauen“ verknüpft, wobei dieses Symbol ironisiert wird.
Die Apotheose dient der romantischen Ironie und der Stilisierung Isabellas als Heilige, um den radikalen Kontrast zwischen reiner Liebe und der durch Machtgier geprägten sündhaften Welt zu verdeutlichen.
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