Bachelorarbeit, 2007
40 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Abriss der Baugeschichte
2.1 Dom St. Petrus, Osnabrück
2.2 Marktkirche St. Marien, Osnabrück
3. Dokumentation und theologische Erörterung: Aspekte der Frühen Neuzeit
3.1 Dom
3.1.1 Epitaph für Balduin Voß
3.1.2 Kanzel
3.1.3 Calvarienberg
3.2 Marktkirche St. Marien
3.2.1 Epitaph für Laurentius Schrader und Christine Hermeling
3.2.2 Epitaph für Adolph Upringrod
3.2.3 Epitaph für Anna Gravia
4. Frömmigkeitsgeschichte
4.1 Sterben und Tod im 17. Jahrhundert
4.2 Angelologie in der Barockzeit
5. Zusammenfassende Schlussbetrachtungen
Die vorliegende Arbeit untersucht ausgewählte kunsthistorische Zeugnisse des 17. und 18. Jahrhunderts in den Osnabrücker Hauptkirchen, dem Dom St. Petrus und der Marktkirche St. Marien. Ziel ist es, über eine bloße kunstgeschichtliche Beschreibung hinaus den hinter den Darstellungen liegenden theologischen Aussagegehalt zu erschließen und kirchenhistorische Aspekte wie die reformatorische Eschatologie und die zeitgenössische Angelologie zu beleuchten.
3.1.1 Epitaph für Balduin Voß
In der südwestlichen Ecke des Querschiffes ist ein Epitaph angebracht für den laut Inschrift am 02. September 1617 im 60. Lebensjahr verstorbenen Domprobst Balduin Voß, das dieser schon zu seinen Lebzeiten errichten ließ – sich selbst zum Denkmal, Gott zur Ehre, dem Kirchenraum zum Schmuck. Die Texttafel unter den Abbildungen verweist weiter auf den unerwarteten Tod des Stifters und ermahnt den Leser, sich dessen Beispiel vor Augen zu halten, sub specie aeternitatis zu leben. Bemerkenswerterweise verweist der Text nicht auf das göttliche Dekret, dass alle Menschen sterben müssen, sondern auf den Schicksalsfaden der Lachesis, also einer der Moiren der griechischen Mythologie. Weiterhin beachtenswert ist die Konfession Voßens: Er ist, obwohl Mitglied des Domkapitels, Lutheraner – was sich auch im Bildprogramm niederschlägt. Von Beginn der Reformation vor Ort an bis zum Westfälischen Frieden ist Osnabrück „konfessionelles Niemandsland“, ist das Domkapitel von beiden Seiten her besetzt, wenn auch die Lutheraner meist eine Minderheit darstellen. Kunsthistorisch liegt das Epitaph zwischen Renaissance und Barock, vermutlich ist es 1611 entstanden, möglicherweise von Meister Adam Stenelt gefertigt. Vier Reliefs zeigen biblische Personen und Szenen, daneben sind insgesamt acht Wappen angebracht.
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Entstehung der Dokumentation aus einer Exkursion heraus und skizziert die methodische Vorgehensweise bei der theologischen Analyse ausgewählter Kunstobjekte.
2. Abriss der Baugeschichte: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die bauliche Entwicklung des Doms St. Petrus und der Marktkirche St. Marien von ihren Anfängen bis zur Neuzeit.
3. Dokumentation und theologische Erörterung: Aspekte der Frühen Neuzeit: Im Hauptteil werden spezifische Epitaphien, die Kanzel und die Kreuzigungsgruppe detailliert beschrieben und hinsichtlich ihres theologischen Aussagegehalts exegetisch gedeutet.
4. Frömmigkeitsgeschichte: Dieses Kapitel analysiert das Verständnis von Sterben und Tod im 17. Jahrhundert sowie die Bedeutung der Angelologie in der Barockzeit aus kirchenhistorischer Perspektive.
5. Zusammenfassende Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und zeigt das didaktische Potenzial der kirchenraumpädagogischen Betrachtung vor Ort auf.
Frühe Neuzeit, Osnabrück, Dom St. Petrus, Marktkirche St. Marien, Epitaph, Theologie, Kirchengeschichte, Exegese, Eschatologie, Angelologie, Barock, Reformationsgeschichte, Frömmigkeit, Biblische Szenen, Bildprogramm.
Die Arbeit dokumentiert und theologisch interpretiert ausgewählte Kunstwerke aus der Frühen Neuzeit in zwei Osnabrücker Hauptkirchen, um deren religiöse Bedeutung für die damalige Zeit zu erschließen.
Die zentralen Themen sind die Epitaphkultur der Frühen Neuzeit, biblische Bildprogramme in protestantischen und katholischen Kontexten sowie kirchenhistorische Aspekte der Frömmigkeit.
Das Ziel ist es, den theologischen Aussagegehalt hinter der künstlerischen Gestaltung der betrachteten Objekte (Epitaphien, Kanzel, Kreuzigungsgruppe) aufzuzeigen.
Es wird keine dezidiert kunstgeschichtliche Analyse angestrebt, sondern ein theologisch-exegetischer Ansatz gewählt, der die Bildinhalte in Bezug zu biblischen Perikopen und kirchenhistorischen Zusammenhängen setzt.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Dokumentation und Erörterung spezifischer Kunstgegenstände im Dom (Epitaph Voß, Kanzel, Calvarienberg) und in der Marktkirche (Epitaphien Schrader, Upringrod, Gravia).
Wichtige Begriffe sind Frühe Neuzeit, Osnabrück, Epitaph, Theologie, Kirchengeschichte, Exegese, Eschatologie und Angelologie.
Die Arbeit beleuchtet, wie konfessionelle Unterschiede – etwa bei Heiligenverehrung oder dem Verständnis von Sündenvergebung – in den Epitaphien der Osnabrücker Kirchen sowohl in der Ikonographie als auch in den Inschriften zum Ausdruck kommen.
Die Autorin untersucht, wie Engel in der Barockzeit vom volkstümlichen Schutzengel bis zur spekulativen Hierarchie dargestellt werden und wie diese Darstellungen die theologische Grenze zwischen christozentrischer Lehre und Aberglaube berühren.
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