Magisterarbeit, 2004
336 Seiten, Note: 1,3
Vorwort
1. Deutschlandbilder – Theorien und Hintergründe
1.1 Wissenschaftliche Prämissen
1.2 Das Konzept von ‚fremd’ und ‚eigen’ – ein (Selbst-)betrug
1.3 Die konstruktivistische Wahrnehmungstheorie
1.4 Wie nimmt das Individuum eine andere Nation wahr?
1.5 Stereotype, Vorurteile, Mythen, Nationalcharakter oder: Wie Erzählungen erfunden und verbreitet werden
2. Die deutsche Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik
2.1 Ziele, Gegenstände und Organisation der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik
2.2 Was soll vermittelt werden?
2.3 Der Dialog mit der islamisch geprägten Welt
3. Deutschlandbilder konkret
3.1 Exkurs: Deutschlandbilder der Deutschen
3.2 Deutschlandbilder weltweit
4. Geschichte, Gegenwart und Probleme der Landeskunde
4.1 Verschiedene Konzepte der Landeskunde im Fach Deutsch als Fremdsprache
4.2 Der Umgang mit Stereotypen und Vorurteilen
4.3 Cultural Studies als Alternative zur Landeskunde
4.4 Das Konzept der anthropologisch-phänomenologischen Landeskunde bei Inge C. Schwerdtfeger
5. Der bildungspolitisch-soziale Hintergrund der Deutschlernenden in Khartum
5.1 Staat und Gesellschaft
5.2 Bildungspolitik
5.3 Die Deutsche Abteilung der Universität Khartum
5.4 Das Deutsche Kulturinstitut
6. Erläuterung der Forschungsmethode
6.1 Die Entscheidung für einen qualitativen Ansatz
6.2 Kriterien für die Interviewpartner
6.3 Überlegungen zum Interviewleitfaden
6.4 Der Interviewleitfaden
6.5 Durchführung, Transkription und Übersetzung der Interviews
6.6 Die Art und Weise der Analyse
7. Darstellung und Analyse der Interviews
7.1 Die Gespräche mit Studierenden der Universität Khartum
7.2 Die Gespräche mit Deutschlernenden am Deutsch-Sudanesischen Kulturinstitut
8. Folgerungen aus den empirischen Resultaten
8.1 Unterschiede in den Aussagen der Befragten
8.2 Die Aussagen der befragten Personen zu ausgewählten Themenbereichen
8.3 Stereotypen und Vorurteile
8.4 Quellen für die Aussagen der Befragten
8.5 Empfehlungen für die Landeskunde
9. Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Deutschlandbilder sudanesischer Deutschlernender qualitativ zu untersuchen und zu reflektieren, um daraus Empfehlungen für die Landeskundevermittlung im Fach Deutsch als Fremdsprache im Sudan abzuleiten. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die Landeskunde auf die individuellen Vorstellungen der Studierenden reagieren kann, unter Berücksichtigung ihrer sozio-kulturellen Hintergründe.
1.1 Wissenschaftliche Prämissen
Obgleich, wie über alle Nationen, durchaus Bilder über Deutschland existieren, stelle ich die These auf, dass es ein objektiv richtiges Bild nicht gibt. Es ist weder im theoretischen, noch im empirischen Teil dieser Arbeit mein Ziel, ein solches aufzustellen oder gar bei den Studierenden zu überprüfen. Den Begriff „Bild“ werde ich synonym zu dem des „image“ benutzen und zwar in dem Sinne wie er von Picht definiert wird, indem er zeigt,
„daß das sogenannte Deutschlandbild kein in sich zusammenhängendes, auf seine logische Kohärenz und Realitätsnähe überprüftes Gebilde ist, nicht das Bild einer rational interpretierten deutschen Wirklichkeit im Kopf, sondern eine äußerst heterogene Ansammlung von fragmentarischen Themen, Empfindungen und Assoziationen“
oder mit den Worten Süssmuths:
„Image ist nicht Abbild eines Objekts, sondern psychisches Konstrukt.“
Die Theorie, auf der diese Arbeit hauptsächlich beruht, ist eine phänomenologisch-konstruktivistische. Ich gehe davon aus, dass Menschen allen Dingen, die sie wahrnehmen, ihre persönlichen Bedeutungen zuschreiben, wobei es sich allerdings um einen dynamischen, wandelbaren Prozess handelt. Die Konstruktion von Realität, und damit ist immer eine subjektive Realität gemeint, ist “the product of meaning making shaped by traditions and by a culture’s toolkit of ways of thought.“ Kein Ding hat demzufolge eine natürliche Realität, sondern es existiert nur auf der Grundlage der Bedeutung, die Menschen ihm zuschreiben.
1. Deutschlandbilder – Theorien und Hintergründe: Dieses Kapitel legt das theoretische Fundament, indem es Konzepte wie das der Fremdheit, die konstruktivistische Wahrnehmungstheorie und die Entstehung von Stereotypen und Mythen erörtert.
2. Die deutsche Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik: Hier werden die Ziele und Strategien der deutschen Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik sowie die Bemühungen um einen Dialog mit der islamisch geprägten Welt analysiert.
3. Deutschlandbilder konkret: Das Kapitel bietet einen Einblick in allgemeine Deutschlandbilder weltweit und beleuchtet in einem Exkurs das Selbstbild der Deutschen.
4. Geschichte, Gegenwart und Probleme der Landeskunde: Es erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen landeskundlichen Konzepten im Fach Deutsch als Fremdsprache, einschließlich der Cultural Studies und des anthropologisch-phänomenologischen Ansatzes.
5. Der bildungspolitisch-soziale Hintergrund der Deutschlernenden in Khartum: Dieser Abschnitt beschreibt das sozio-politische Umfeld im Sudan sowie die institutionellen Rahmenbedingungen, unter denen die deutsche Sprache in Khartum vermittelt wird.
6. Erläuterung der Forschungsmethode: Dargelegt werden die methodischen Überlegungen, die Wahl des qualitativen Ansatzes und die konkrete Durchführung der Interviews sowie deren Analyse.
7. Darstellung und Analyse der Interviews: Das Zentrum der Arbeit bildet die Einzelvorstellung und Interpretation der 16 durchgeführten Interviews mit sudanesischen Studierenden.
8. Folgerungen aus den empirischen Resultaten: Abschließend werden die Ergebnisse reflektiert und skizzenhafte Empfehlungen für eine zeitgemäße Landeskundevermittlung im Sudan formuliert.
Landeskunde, Deutschlandbilder, Sudan, Deutsch als Fremdsprache, Konstruktivismus, Stereotypen, Vorurteile, Interkulturelles Lernen, Cultural Studies, Identität, Wahrnehmungstheorie, Migration, Bildungspolitik, Fremdverstehen, Qualitative Forschung.
Die Arbeit untersucht qualitativ, welche Vorstellungen sudanesische Deutschlernende von Deutschland haben und wie diese Bilder durch ihre individuellen Biographien und kulturellen Kontexte geprägt sind.
Zu den zentralen Themen gehören die Theorie der Nationenbilder, die deutsche Auswärtige Kulturpolitik, die Entwicklung der Landeskunde sowie die empirische Analyse von Interviews mit Studierenden im Sudan.
Das Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Deutschlandbilder der Befragten zu entwickeln, um daraus fundierte didaktische Empfehlungen für den Landeskundeunterricht im Sudan abzuleiten.
Es handelt sich um eine qualitative Studie, die auf narrativen Interviews basiert, um subjektive Sinnzuschreibungen und emotionale Bindungen der Studierenden an Deutschland zu erfassen.
Im Hauptteil werden nach einer theoretischen Einleitung das sozio-politische Umfeld im Sudan beschrieben, die methodische Vorgehensweise erläutert und die durchgeführten Interviews analysiert.
Landeskunde, Deutschlandbilder, Sudan, interkulturelles Lernen, Konstruktivismus, Stereotypenforschung und Identität.
Die politische und wirtschaftliche Lage sowie der Bürgerkrieg spielen eine große Rolle, da Deutschland oft als Idealbild für Stabilität, Fortschritt und Freiheit fungiert, nach dem sich die Studierenden sehnen.
Persönliche Kontakte, etwa zu deutschen Dozenten oder Freunden, haben einen massiven positiven Einfluss und können negative Stereotypen oder Vorurteile, die durch Medien oder soziale Umfelder geprägt sind, deutlich abschwächen oder aufbrechen.
Viele der befragten Frauen thematisieren die Rolle der Frau in Deutschland als eine Form der Emanzipation von traditionellen Rollenbildern in ihrer sudanesischen Heimat, was ihre hohe Motivation zum Deutschlernen stark beeinflusst.
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