Magisterarbeit, 2006
125 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
1. Rundfunk im amerikanischen Sektor (RIAS)
1.1. Gründung und Entwicklung des RIAS
1.1.1. Aus DIAS wird RIAS
1.1.2. Eine freie Stimme der freien Welt
1.1.3. Das zweite Hörfunkprogramm: RIAS 2
1.2. Institutioneller Aufbau
1.2.1. Das RIAS-Statut
1.2.2. Aufgaben
1.2.3. Finanzierung
2. Die Entwicklung von RIAS 2 zum Vollprogramm
2.1. Die Ausgangssituation
2.1.1. Der „schleichende Niedergang“ des RIAS
2.1.2. Intendantenwechsel
2.2. Die Konzeptionsphase
2.3. Die Umsetzungsphase
2.3.1. Das RIAS 2-Team
2.3.2. Programm-Definition
2.4. Kritik an der Programm-Reform
2.4.1. Interne Widerstände
2.4.2. Öffentliche Kritik
3. RIAS 2 – Das erste Formatradio in West-Berlin
3.1. Definitionen
3.2. Veränderung der Hörgewohnheiten
3.3. Vorläufer: Die Servicewellen
3.3.1. Bayern 3
3.3.2. SWF 3 – Vorbild von RIAS 2
4. Die Programmentwicklung von RIAS 2
4.1. Die Rezeption von RIAS 2 in West-Berlin
4.2. Das Wort auf RIAS 2
4.2.1. Entwicklung des journalistischen Profils
4.2.2. „Dudelfunk“ – Öffentliche Kritik an den Programminhalten
4.2.3. Der Ausbau des Programms
4.3. Die Musik auf RIAS 2
4.3.1. Die Musikfarbe
4.3.2. Die Musikauswahl
4.3.3. RIAS 2-Konzerte
5. Die Rezeption von RIAS 2 in der DDR
5.1. Zielgruppe: DDR-Bürger
5.2. Die Akzeptanz von RIAS 2 in der DDR
5.2.1. Umfrage zur Hörfunk-Nutzung
5.2.2. Die Vermittlerrolle
5.3. RIAS 2 und die Jugend der DDR
5.3.1. Der Treffpunkt
5.3.2. Hörerbriefe
5.4. Auswirkungen auf den DDR-Rundfunk
5.4.1. Die Reform von DT64
5.4.2. Jugendradio DT64 – Eine Antwort auf RIAS 2?
6. RIAS 2 und der Sender Freies Berlin
6.1. RIAS und SFB – Konkurrenz zweier Duopolisten
6.2. Der Erfolg von RIAS 2 – die Krise des SFB
6.3. Exkurs: Ernst Dohlus´ Privatgedanken
6.4. Die Hörfunk-Strukturreform des SFB von 1987
7. Das Ende von RIAS 2
7.1. Die Deutsche Einheit – Der Anfang vom Ende
7.1.1. Der Wegfall des Programmauftrags
7.1.2. Bundesweiter Hörfunk ohne RIAS 2
7.2. Quo vadis RIAS 2? – Modelle zur Rettung des Programms
7.2.1. Das Dienstleistungsmodell
7.2.2. Das Stiftungsmodell
7.2.3. RIAS 2 unter öffentlich-rechtlichem Dach?
7.3. Die Privatisierung von RIAS 2
Fazit
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die Entstehungsgeschichte, formale Ausprägung und Wirkungsgeschichte der Jugendwelle RIAS 2. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie die Programmreform zu einem modernen Vollprogramm zustande kam, warum sie in dieser spezifischen Form erfolgte und welche Auswirkungen das Auftreten dieses neuen Akteurs auf den West-Berliner Hörfunkmarkt sowie auf die Hörer in der DDR hatte.
2.2. Die Konzeptionsphase
Das erste vorläufige Konzept zum neuen Programm von RIAS 2 stammte aus der Feder des neuen Intendanten Peter Schiwy. Bereits wenige Tage nach seinem Amtsantritt entwickelte er erste Ideen:
„Ich habe mich hingesetzt und mir überlegt, wie ein Programm aussehen muss: ´Was will Schiwy hören´. Das habe ich eine ganze Woche aufgeschrieben…“
Um die Programm-Ideen auf eine wissenschaftliche Basis zu stellen, beauftragte der RIAS den Münchener Kommunikationswissenschaftler Prof. Dr. Klaus Schönbach 1984 mit einem Gutachten. Unter dem Titel Radiohören heute: Grundsätzliche Überlegungen zu einer neuen Programmstruktur des RIAS Berlin legte Schönbach eine Studie vor, die ihre Erkenntnisse nahezu ausschließlich auf demoskopische Untersuchungen gründete. Nach der Analyse von Umfrage-Ergebnissen etwa von Infratest oder Teleskopie-Strukturerhebungen, forderte er für ein optimales Programmkonzept zunächst den Ausbau von RIAS 2 zum Vollprogramm.
1. Rundfunk im amerikanischen Sektor (RIAS): Das Kapitel beleuchtet die historischen Ursprünge und die institutionelle Entwicklung des RIAS als US-amerikanischer Regierungssender auf deutschem Boden.
2. Die Entwicklung von RIAS 2 zum Vollprogramm: Hier wird der Prozess der Programmreform unter Intendant Peter Schiwy dargestellt, der RIAS 2 durch ein neues, modernes Konzept attraktiver für jüngere Hörer machen sollte.
3. RIAS 2 – Das erste Formatradio in West-Berlin: Dieses Kapitel untersucht RIAS 2 anhand wissenschaftlicher Definitionen auf seine Eigenschaft als Formatradio und setzt dies in den Kontext der Servicewellen.
4. Die Programmentwicklung von RIAS 2: Der Schwerpunkt liegt auf der inhaltlichen Ausgestaltung, der Musikfarbe und dem journalistischen Profil sowie der internen und öffentlichen Rezeption des Programms.
5. Die Rezeption von RIAS 2 in der DDR: Das Kapitel analysiert die große Bedeutung des Senders für die DDR-Jugend und die Reaktionen des DDR-Rundfunks, insbesondere durch das Jugendradio DT64.
6. RIAS 2 und der Sender Freies Berlin: Es wird der zunehmende Wettbewerbsdruck zwischen den beiden Berliner Rundfunkanstalten beleuchtet, der den SFB zu internen Strukturreformen zwang.
7. Das Ende von RIAS 2: Die Arbeit schließt mit der Darstellung des Prozesses der Privatisierung und der Einstellung des Programms im Zuge der deutschen Wiedervereinigung.
RIAS 2, Rundfunkgeschichte, Formatradio, Vollprogramm, Peter Schiwy, DDR-Hörfunk, Sender Freies Berlin, Jugendradio, Musikfarbe, Programmreform, Medienpolitik, Deutsche Einheit, Hörerverhalten, Radiokultur, Privatisierung.
Die Arbeit analysiert die Entstehung, den Erfolg und das Ende der Jugendwelle RIAS 2 im Kontext der Berliner Rundfunklandschaft zwischen 1984 und 1992.
Zu den zentralen Themen gehören die Modernisierung des Rundfunks, die Etablierung des Formatradios in Deutschland, die mediale Wirkung über die Mauer hinweg sowie die medienpolitischen Konflikte nach der deutschen Wiedervereinigung.
Die Arbeit untersucht, wie es zum Ausbau von RIAS 2 kam, welche internen und externen Faktoren diese Programmreform beeinflussten und warum das Programm nach der deutschen Einheit trotz seiner Erfolge eingestellt wurde.
Der Autor stützt sich auf eine deskriptive Analyse, kritische Quellenauswertung, die Nutzung von Archivdokumenten (RIAS Documenta) sowie Interviews mit den Hauptakteuren Gerhard Besserer, Christoph Lanz und Peter Schiwy.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der RIAS-Strukturen, die Konzeptionsphase der Programmreform, die Entwicklung von RIAS 2 zum ersten Formatradio, die Wirkung des Senders auf die Hörer in der DDR, das Konkurrenzverhältnis zum SFB und die letztliche Privatisierung.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie RIAS 2, Formatradio, DDR-Hörfunk, Programmreform, Medienpolitik und Radiogeschichte charakterisieren.
Die DDR-Jugend stellte eine der wichtigsten Zielgruppen dar, für die RIAS 2 eine Brücke zum Westen und ein unverzichtbares Informationsmedium bildete.
Nach der Wiedervereinigung fiel der ursprüngliche Programmauftrag weg, und RIAS 2 geriet in einen Strudel der Berliner Medienpolitik, der schließlich zur Privatisierung des Senders in einer neuen Form führte.
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