Diplomarbeit, 2007
102 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Einführung in die Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Grundlagen und Begriffsdefinition
2.1 Begriffliche Abgrenzung
2.2 Mass Customization Charakteristika
2.3 Abgrenzung von Mass Customization und Mass Production
2.4 Abgrenzung zu anderen kundenindividuellen Produktionskonzepten
2.5 Postponement und Mass Customization
3 Mass Customization aus Marketingsicht
3.1 Ursachen der Individualisierung aus Nachfragersicht
3.2 Neue Perspektiven des Marketings
3.3 Konzeptionalisierung eines Marketingkonzepts für Mass Customization
3.4 Mass Customization und Customer Relationship Marketing
4 Mass Customization im Produktionskontext
4.1 Problemcharakterisierung und Anforderungen von Mass Customization
4.2 Typologisierung der Individualisierungskomponente von Mass Customization
4.3 Modularisierung von Systemen
4.4 Prozessstandardisierung
4.4.1 Festlegung des Individualisierungszeitpunktes
4.4.2 Vanilla Boxes
5 Kosten- und Ertragswirkung durch Mass Customization
5.1 Komplexität und Komplexitätsmanagement
5.1.1 Erträge und Kosten durch Komplexität
5.1.2 Komplexitätsmanagement
5.2 Kostensenkungspotential von Mass Customization
5.2.1 Economies of Scale
5.2.2 Economies of Scope
5.2.3 Economies of Integration
5.2.4 Economies of Interaction
6 Mass Customization als Unternehmensstrategie
6.1 Wettbewerbsvorteile
6.2 Mass Customization als Wettbewerbsvorteil
6.3 Klassische Wettbewerbsstrategien
6.4 Hybride Strategien
6.4.1 Sequentielle Hybridstrategien: Outpacing
6.4.2 Multilokale Hybridstrategien: duale Internationalisierungsstrategie
6.4.3 Simultane Hybridstrategien
6.5 Einordnung von Mass Customization als Wettbewerbsstrategie
6.6 Strategischer Handlungsrahmen von Mass Customization
7 Operationalisierung von Mass Customization
7.1 Informationen im Mass Customization
7.2 Forschung und Entwicklung
7.3 Kundenintegration
7.3.1 Vorkonfigurationsphase
7.3.2 Konfigurationsphase
7.3.3 Nachkonfigurationsphase
7.4 Produktion
7.4.1 Technologischer Fortschritt als Prämisse für Mass Customization
7.4.2 Flexible Produkttechnologien
7.4.3 Flexible Produktionstechnologien
7.4.4 Flexible Produktionssysteme
7.5 Supply Chain Management und Mass Customization
8 Schlussbetrachtung
8.1 Zusammenfassung der Arbeit
8.2 Kritische Würdigung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht den Ansatz des Mass Customization (MC) ganzheitlich als Unternehmensstrategie, um die Vorteile der Einzelfertigung mit denen der Massenproduktion zu verbinden. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, wie Unternehmen durch den Einsatz moderner Informations-, Kommunikations- und Produktionstechnologien eine kosteneffiziente Individualisierung erreichen und diese als nachhaltigen Wettbewerbsvorteil etablieren können.
2.1 Begriffliche Abgrenzung
„In craft production, customers got exactly what they want – later at a high cost. In mass production, customers got low-cost products – now, but not what they wanted. In mass customization, customers get exactly what they want – now, and at low cost.”
MC ist ein Oxymoron, da der Begriff die scheinbar gegensätzlichen Begriffe Mass Production und Customization verbindet. Im Verlauf der vorliegenden Arbeit soll gezeigt werden, wie sich diese paradigmatische Gegensätzlichkeit von Individualität und Massenmarktbearbeitung in einem gemeinsamen Konzept vereinen lassen.
Pine und Davis gelten als Begründer von MC. 1987 wurde der Begriff „Mass Customization“ von Davis in Verbindung mit einem Beispiel aus der Textilindustrie geprägt. 1991 veröffentlichte Pine erstmals eine ausführliche Studie über MC am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Hierin beschreibt er MC als notwendige Weiterentwicklung der Massenproduktion. Als Hauptgründe hierfür nennt er die zunehmende Heterogenität von Konsumentenwünschen und die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Japan. Er spricht von einem Technologieschock in den USA, der durch die Einführung von Lean Production in Japan ausgelöst worden sei. Die Antwort auf die neuen Faktoren im unternehmerischen Umfeld sieht er in der effizienten Produktion von weitgehend individualisierten Gütern.
1 Einleitung: Einführung in die Problemstellung der zunehmenden Kundenorientierung und die Rolle von Mass Customization.
2 Grundlagen und Begriffsdefinition: Begriffsabgrenzung von MC zu anderen Fertigungsarten und Beschreibung wesentlicher Charakteristika.
3 Mass Customization aus Marketingsicht: Analyse der Ursachen für Individualisierungswünsche und das Potential von Relationship Marketing.
4 Mass Customization im Produktionskontext: Darstellung der Anforderungen an die Produktion wie Modularisierung und Prozessstandardisierung.
5 Kosten- und Ertragswirkung durch Mass Customization: Diskussion der Komplexität und der Kostensenkungspotentiale durch Skaleneffekte und Integration.
6 Mass Customization als Unternehmensstrategie: Zusammenführung von Produktions- und Marketingkonzepten zu einem hybriden Strategieansatz.
7 Operationalisierung von Mass Customization: Konzeptionelle Umsetzung in Forschung, Entwicklung, Produktion und Supply Chain Management.
8 Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung des MC-Ansatzes und Ausblick auf die strategische Umsetzbarkeit.
Mass Customization, Individualisierung, Unternehmensstrategie, Massenproduktion, Modularisierung, Postponement, Customer Relationship Marketing, Komplexitätsmanagement, Economies of Scale, Economies of Scope, Co-Design, Kundenintegration, Supply Chain Management, Wettbewerbsvorteil, Hybride Strategien
Die Diplomarbeit untersucht Mass Customization als ganzheitliche Unternehmensstrategie, die kundenindividuelle Produkte zu Kosten anbietet, die mit der Massenproduktion vergleichbar sind.
Zu den Schwerpunkten gehören das Marketing, die Produktionstechnik, das Kostenmanagement, strategische Wettbewerbsmodelle sowie die Integration von Kunden in den Entwicklungsprozess.
Es geht darum, wie Unternehmen durch eine integrierte Betrachtung von Produktion und Marketing und den gezielten Einsatz moderner Technologien Wettbewerbsvorteile durch Individualisierung sichern können.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse von Fachliteratur, der Auswertung von Fallbeispielen und der Diskussion spieltheoretischer Modelle zur Preis- und Nutzenbetrachtung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine marketingorientierte Sicht auf Kundenbindung, eine produktionsorientierte Sicht (Standardisierung, Modularisierung) sowie die ökonomische Analyse von Komplexitätskosten und Ertragspotentialen.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Mass Customization, Modularisierung, Postponement, Komplexitätsmanagement und hybride Wettbewerbsstrategien.
Dies sind kundenneutrale Halbfertigerzeugnisse, die erst nach Auftragseingang individualisiert werden, um Lieferzeiten kurz zu halten und Prognosefehler bei der Lagerhaltung zu minimieren.
Postponement ist das Herzstück von MC, da es die produkt-spezifischen Fertigungsschritte so lange wie möglich verzögert, um effiziente Bedingungen der Massenfertigung so weit wie möglich beizubehalten.
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