Diplomarbeit, 2007
117 Seiten, Note: 7,5
Vorwort
Einleitung
1. Pierre Bourdieus Theorie
1.1. Die Entstehung eines relativ autonomen “literarischen Feldes“
1.2. Die Akteure (Autoren) im relativ autonomen “literarischen Feld“
1.3. Literaturpreise
1.4. Literaturpreisverleihungen
2. Geschichte der Literaturpreise in der Bundesrepublik Deutschland und Österreich nach 1945
2.1. Geschichte der Literaturpreise in der Bundesrepublik Deutschland nach 1945
2.2. Wichtige Literaturpreise in der Bundesrepublik Deutschland nach 1945
2.3. Geschichte der Literaturpreise in Österreich nach 1945
2.4. Wichtige Literaturpreise in Österreich nach 1945
3. Der Literaturnobelpreis
3.1. Geschichte des Literaturnobelpreises
3.2. Verleihungszeremonie des Literaturnobelpreises
4. Der Georg-Büchner-Preis
4.1. Die Entwicklungsphasen des Georg-Büchner-Preises von 1923 bis 2004
4.2. Geschichte des Georg-Büchner-Preises nach 1951
4.3. Träger des Georg-Büchner-Preises
4.4. Die Verleihungszeremonie des Georg-Büchner-Preises
4.5. Politische Auseinandersetzungen beim Georg-Büchner-Preis
4.5.1. Der Fall Peter Handke
4.5.2. Der Fall Günter Grass
4.6. Der Alternative Georg-Büchner-Preis
5. Der Ingeborg-Bachmann-Preis
5.1. Die Geschichte des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs
5.2. Vom Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb zum Medienspektakel
5.3. Die Autoren beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb
5.4. Literaturskandale beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb
5.5. Der österreichische Skandalisierungseinzelgänger Thomas Bernhard
6. Schlussbetrachtung
7. Beilagen
Beilage 1
Beilage 2
8. Literaturverzeichnis und Internetquellen
Die Arbeit untersucht Literaturpreise und deren Verleihungen als Indikatoren für gesellschaftliche Normen und Werte, basierend auf der Theorie Pierre Bourdieus. Ziel ist es zu analysieren, wie Literaturpreise als Netzwerke symbolischer Macht fungieren, in denen ökonomisches, soziales und kulturelles Kapital konvertiert werden.
1. Pierre Bourdieus Theorie
Pierre Bourdieu hat im Rahmen der Kultursoziologie eine empirische Theorie entwickelt, in der er das Alltagsleben mit einem Spiel vergleicht. Diese Theorie könnte man relational nennen, weil sie vom Primat der Relationen ausgeht. Grundbegriffe dieser Theorie sind „Kapital“, „Feld“ und „Habitus“ mit „deren Kernstück die doppelsinnige Relation zwischen den objektiven Strukturen (den Strukturen der sozialen Felder) und den inkorporierten Strukturen (den Strukturen des Habitus) ist [...]“.
Seine Theorie geht wiederum auf Karl Marx, Max Weber und Emil Durkheim zurück. Nach Bourdieu ist die gesellschaftliche Welt eine akkumulierte Geschichte. In diese akkumulierte Geschichte führt er den Kapitalbegriff ein. Die Struktur und das Funktionieren der gesellschaftlichen Welt versucht er mit der Theorie der Kapitalakkumulation zu erklären. Nach Bourdieu ist „Kapital“:
„Kapital ist akkumulierte Arbeit, entweder in Form von Material oder in verinnerlichter, ‚inkorporierter’ Form. [...] Als vis insita ist Kapital eine Kraft, die den objektiven und subjektiven Strukturen innewohnt; gleichzeitig ist das Kapital als - lex insita - auch grundlegendes Prinzip der inneren Regelmäßigkeiten der sozialen Welt. Auf das Kapital ist es zurückzuführen, daß die Wechselspiele des gesellschaftlichen Lebens, insbesondere des Wirtschaftslebens, nicht wie einfache Glückspiele verlaufen [...]“.
Die Akkumulation von Kapital in objektiver oder verinnerlichter Form braucht aber Zeit.
1. Pierre Bourdieus Theorie: Erläutert die soziologischen Grundlagen wie Kapitalformen, Habitus und die Funktionsweise des literarischen Feldes als soziales Universum.
2. Geschichte der Literaturpreise in der Bundesrepublik Deutschland und Österreich nach 1945: Beschreibt die historische Entwicklung und Etablierung von Literaturpreisen als Instrumente der Kulturförderung und staatlichen Lenkung.
3. Der Literaturnobelpreis: Analysiert die Geschichte, die Auswahlmechanismen und die symbolische Bedeutung des renommiertesten internationalen Literaturpreises.
4. Der Georg-Büchner-Preis: Detaillierte Untersuchung der verschiedenen Phasen, der politischen Doppelstruktur und der Skandale rund um den bedeutenden deutschen Literaturpreis.
5. Der Ingeborg-Bachmann-Preis: Erörtert die Transformation des Wettbewerbs zu einem Medienspektakel sowie die Rolle von Skandalen und deren Wirkung auf die Position der Autoren.
6. Schlussbetrachtung: Führt die Analyse zusammen und bestätigt, dass Literaturpreise als Indikatoren für gesellschaftliche Werte und Machtstrukturen fungieren.
Pierre Bourdieu, Literaturpreise, symbolisches Kapital, literarisches Feld, Habitus, Kulturförderung, Literaturbetrieb, Georg-Büchner-Preis, Ingeborg-Bachmann-Preis, Literaturnobelpreis, Skandal, Issue-Management, Gabentausch, Kunstmarkt, symbolische Macht.
Die Arbeit analysiert die soziologische Bedeutung von Literaturpreisen und deren Verleihungsritualen als Spiegel gesellschaftlicher Machtverhältnisse und Werte.
Die zentralen Themen umfassen Bourdieus Theorie des literarischen Feldes, die Geschichte der Preisverleihungen in Deutschland und Österreich sowie die Ökonomisierung und Inszenierung von Literatur.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Literaturpreise als Instanzen der Konsekration (Weihe) dienen, um symbolisches Kapital zu akkumulieren und gesellschaftliche Debatten zu beeinflussen.
Die Arbeit nutzt die kultursoziologische Theorie von Pierre Bourdieu, insbesondere das Konzept des relationalen Feldes und die Kapitalakkumulation.
Der Hauptteil analysiert detailliert den Literaturnobelpreis, den Georg-Büchner-Preis und den Ingeborg-Bachmann-Preis, inklusive der damit verbundenen politischen und medialen Mechanismen.
Die wichtigsten Begriffe sind symbolisches Kapital, literarisches Feld, Habitus, Konsekration, Kulturförderung, Skandalmanagement und Gabentauschlogik.
Der Gabentausch erklärt die paradoxe Dynamik, dass Preise sowohl ökonomische Zuwendungen als auch symbolische Ehrungen darstellen, die eine loyale Interaktion zwischen Stifter und Preisträger voraussetzen.
Skandale werden nicht nur als Störungen, sondern als funktionales "Issue-Management" betrachtet, das gesellschaftliche Tabus sichtbar macht und die mediale Aufmerksamkeit für die Beteiligten erhöht.
Politik interveniert in das literarische Feld, indem sie Preise stiftet, Jurys beeinflusst oder literarische Werke zum Anlass für gesellschaftliche Debatten und Zensurforderungen nimmt.
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