Bachelorarbeit, 2007
64 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Theoretische Modelle
2.1 Beschäftigungseffekt
2.1.1 Modelle mit „lohnnehmenden“ Unternehmen
2.1.2 Modelle mit „lohnsetzenden“ Unternehmen
2.1.3 Integriertes Modell
2.1.4 Zwischenergebnis
2.2 Modelle mit Wohlfahrtseffekten
2.3 Verhalten in Modellsituationen
2.4 Zusammenfassung
3 Internationaler Vergleich
3.1 Überblick
3.2 Vereinigte Staaten von Amerika (USA)
3.3 Europa
3.3.1 Großbritannien
3.3.2 Frankreich
3.4 Fazit
4 Bundesrepublik Deutschland
4.1 Juristische Aspekte
4.2 Debatten und Kampagnen
4.2.1 Bundespolitik
4.2.2 Arbeitnehmerverbände/Gewerkschaften
4.2.3 Arbeitgeberverbände
4.2.4 Arbeitnehmer
4.3 Prognosen
4.4 Mindestlohn-Modelle für die Bundesrepublik Deutschland
4.5 Mindestlohnwirkungen für Arbeitgeber
4.6 Alternativen zum Mindestlohn
4.6.1 Kombilohn
4.6.2 Negative Einkommenssteuer
4.6.3 Bedingungsloses Grundeinkommen
4.6.4 Bewertung der Alternativen
5 Schlussbemerkung
.1 Modellrechnungen der Arbeitskosten vor und nach einer möglichen Mindestlohneinführung
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Auswirkungen einer gesetzlichen Mindestlohneinführung in Deutschland vor dem Hintergrund theoretischer Modelle und internationaler Erfahrungen, um die Eignung eines Mindestlohns als Instrument gegen Armut und Arbeitslosigkeit zu bewerten.
3.2 Vereinigte Staaten von Amerika (USA)
Ein national festgesetzter Mindestlohn wurde erstmals am 24. Oktober 1938 durch den Fair Labor Standards Act (FLSA) in den USA eingeführt. Dieser betrug zum damaligen Zeitpunkt $0,25 pro Stunde (U.S. Department of Labor, 2007). Der im September 1997 von $4,25 auf $5,15 erhöhte amerikanische minimum wage (Fiscal Policy Institute, 2006) blieb über zehn Jahre auf diesem konstanten Niveau und wurde überwiegend von Arbeitnehmern der Südstaaten in Anspruch genommen (Hoover Institut, 2007).
Am 25. Mai diesen Jahres unterzeichnete der amerikanische Präsident, George W. Bush, einen Gesetzesentwurf, der eine dreistufige Erhöhung bis 2009 vorsieht. Demnach stieg der Mindestlohn am 24. Juli 2007 auf $5,85 pro Stunde, wobei dieser jedes Jahr zum 24. Juli um $0,70 bis 2009 erhöht wird. Der damit im Juli 2009 geplante US-Mindestlohn läge somit bei $7,25 (U.S. Department of Labor, 2007).
Die Möglichkeit, die Mindestlohngrenze über den nationalen Stundensatz zu legen, nutzten, bezogen auf die diesjährige Erhöhung, 32 der 50 amerikanischen Bundesstaaten (U.S. Department of Labor, 2007), wobei die Stadt San Francisco im Bundesstaat Kalifornien mit $8,50 den derzeit höchsten Stundenlohn der Vereinigten Staaten aufweist (Hoover Institut, 2007). Mit örtlichen $7,93 hat der Bundesstaat seit Januar 2007 den höchsten Stundenlohn aller amerikanischen Bundesstaaten (U.S. Department of Labor, 2007).
1 Einleitung: Einführung in die Diskussion um den Mindestlohn in Deutschland und Vorstellung der Ziele und Struktur der Arbeit.
2 Theoretische Modelle: Untersuchung des Einflusses von Mindestlöhnen auf Beschäftigung und Wohlfahrt anhand verschiedener ökonomischer Theorien.
3 Internationaler Vergleich: Darstellung der Mindestlohnsituation in verschiedenen Ländern, insbesondere USA, Großbritannien und Frankreich, und deren empirische Ergebnisse.
4 Bundesrepublik Deutschland: Analyse der juristischen Aspekte, der politischen Positionen sowie konkreter Mindestlohn-Modelle und deren Auswirkungen in Deutschland.
5 Schlussbemerkung: Zusammenfassende Bewertung der Mindestlohnthematik und Ausblick auf notwendige gesellschaftliche Rahmenbedingungen.
Mindestlohn, Deutschland, Arbeitsmarkt, Beschäftigungseffekt, Niedriglohnsektor, Tarifautonomie, Kaufkraft, Wohlfahrt, Armutsbekämpfung, Sozialpolitik, Arbeitskosten, Arbeitslosigkeit, Kombilohn, Gesetzliche Mindestarbeitsbedingungen.
Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten und Folgen einer Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland vor dem Hintergrund ökonomischer Theorien und internationaler Erfahrungswerte.
Im Fokus stehen die theoretischen Arbeitsmarktmodelle, ein internationaler Vergleich von Mindestlohnregelungen, die aktuelle politische Debatte in Deutschland sowie die betriebswirtschaftlichen Auswirkungen auf Arbeitgeber.
Das Ziel ist es, den Nutzen eines Mindestlohns als Instrument zur Armutsbekämpfung und zur Stabilisierung von Arbeitseinkommen gegen die potenziellen negativen Auswirkungen auf das Beschäftigungsniveau abzuwägen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer deskriptiven Untersuchung von Fallbeispielen sowie Berechnungsmodellen zu Lohnnebenkosten und Arbeitnehmernettoentgelten.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Mindestlohnforschung, internationale Fallbeispiele aus den USA und Europa sowie die spezifische Situation in Deutschland unter Einbeziehung rechtlicher und politischer Positionen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Mindestlohn, Arbeitsmarkt, Niedriglohnsektor, Sozialpolitik, Beschäftigungseffekt und Armutsrisikogrenze charakterisieren.
Die Modellrechnungen verdeutlichen exemplarisch die finanziellen Auswirkungen einer Mindestlohneinführung auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber, insbesondere hinsichtlich der Lohnnebenkosten und des Nettolohns.
Der Autor führt an, dass das Mainzer Modell in Evaluierungen eher enttäuschende Ergebnisse lieferte, da die Anzahl der erreichten Beschäftigten hinter den Erwartungen zurückblieb, weshalb es als weniger empfehlenswert eingestuft wird.
Die Erwähnung dient der Erläuterung der steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Annahmen für die durchgeführten Modellrechnungen, da bei Einkommen zwischen 400,01 € und 800,00 € spezifische Midi-Job-Regelungen greifen.
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