Magisterarbeit, 2007
86 Seiten, Note: 2,3
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
A. Einleitung
I. Einführung in die Thematik
II. Zum Aufbau der Arbeit
B. Judentum und Judenfeindschaft
I. Definition des Begriffes „Juden“
II. Zur Geschichte des Judentums und der Judenfeindschaft
1. Religiöser Antijudaismus
a. Antisemitismus im Mittelalter (Ausgrenzung und Verfolgung)
b. Martin Luther: Sozialer Antisemitismus in der Frühen Neuzeit
2. Die Aufklärung als Chance für das Judentum
Judenemanzipation und die „Judenfrage“
3. Die Entstehung des modernen Antisemitismus in Deutschland
a. Definition des modernen Antisemitismus
b. Politischer Antisemitismus der Kaiserzeit
Berufliche und soziale Schichtung im Kaiserreich
c. Der Antisemitismus in der Weimarer Republik
4. Nationale Einheit durch Ausgrenzung
5. Zionismus als national-jüdische Gegenbewegung zum Antisemitismus
C. Jakob Wassermann: „Mein Weg als Deutscher und Jude“
I. Jakob Wassermanns Leben und Werk
1. Kindheit und Jugend in Fürth
2. Lehr- und Wanderjahre (1889-1894)
3. München - Anfang einer Karriere (1894-1898)
4. Österreich - die zweite Heimat Wassermanns (1898-1933)
II. Die deutsch - jüdische Existenz Wassermanns
III. Die Konstruktion jüdischer Identität
1. Begriffserklärung „Identität“
2. Jüdische Identität (Das Problem der jüdischen Identität in der bürgerlichen Gesellschaft)
D. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Magisterarbeit untersucht die Auseinandersetzung des Schriftstellers Jakob Wassermann mit seiner jüdischen Identität in der Moderne, eingebettet in eine historische Analyse der Judenfeindschaft in Deutschland und der Entstehung des modernen Antisemitismus.
Jakob Wassermann: „Mein Weg als Deutscher und Jude“
In einem Brief vom 1.2.1921 an Ferruccio Busoni bezeichnet Jakob Wassermann die Schrift „Mein Weg als Deutscher und Jude“ als ein ihm „sehr persönliches, sehr schmerzliches, […] sehr wichtiges Buch“.
Karl Jakob Wassermann, der in den zwanziger Jahren zu den meistgelesenen deutschsprachigen Autoren zählte, stammte aus einer mittelfränkischen jüdischen Kleinbürgerfamilie.
Er wurde am 10. März 1873 in Fürth, Alexanderstr. 8 (jetzt 13), „zwei Jahre nach dem Deutsch-Französischen Krieg“, einer Stadt mit alter und damals recht starker Judengemeinde geboren.
A. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Problematik des Antisemitismus in Deutschland ein, stellt Jakob Wassermann als zentralen jüdischen Autor der Moderne vor und erläutert die Relevanz der Untersuchung für die Interkulturelle Germanistik.
B. Judentum und Judenfeindschaft: Dieses Kapitel bietet einen historischen Überblick über die Geschichte des Judentums und den Wandel von religiösem Antijudaismus zu modernem, rassistisch motiviertem Antisemitismus in Deutschland.
C. Jakob Wassermann: „Mein Weg als Deutscher und Jude“: Hier wird das Leben und Werk Wassermanns detailliert beleuchtet, wobei seine Identitätssuche im Kontext der gesellschaftlichen Ausgrenzung und seine deutsch-jüdische Existenz im Zentrum stehen.
D. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass die Identitätsfindung für Wassermann ein fortwährender Kampf gegen den gesellschaftlich tief verwurzelten Antisemitismus war und eine endgültige Auflösung dieses Problems in der damaligen deutschen Gesellschaft nicht möglich schien.
Jakob Wassermann, Jüdische Identität, Antisemitismus, Antijudaismus, Emanzipation, Assimilation, Deutschland, Moderne, Deutsch-Jüdische Existenz, Zionismus, Interkulturelle Germanistik, Fremdheit, Identitätskrise, Kulturgeschichte, Judentum.
Die Arbeit analysiert das Leben und die Identitätskonflikte des Schriftstellers Jakob Wassermann sowie die historischen Hintergründe der Judenfeindschaft in Deutschland.
Zentrale Themen sind die Geschichte des Antisemitismus, das Spannungsfeld zwischen Assimilation und jüdischer Identität sowie die literarische Auseinandersetzung Wassermanns mit seiner eigenen Herkunft.
Ziel ist es, die Problematik der jüdischen Existenz in der Moderne anhand von Wassermanns autobiographischem Werk zu verdeutlichen und die Auswirkungen von Ausgrenzung auf die individuelle Identität aufzuzeigen.
Die Arbeit nutzt einen historischen und literaturwissenschaftlichen Ansatz, wobei sie zentrale Begriffe wie "Fremdheit" aus der Interkulturellen Germanistik zur Analyse heranzieht.
Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Überblick über den Antisemitismus und eine ausführliche biographische sowie werkanalytische Untersuchung zu Jakob Wassermann.
Die Arbeit ist insbesondere durch die Begriffe Identität, Assimilation, Antisemitismus und das Spannungsfeld zwischen Deutschtum und Judentum charakterisiert.
Da die Interkulturelle Germanistik erforscht, wie Kulturen interagieren und wie das Fremde im Eigenen wahrgenommen wird, bietet das Beispiel des jüdischen Volkes als vermeintliche Repräsentanten der Fremdheit wichtige Erkenntnisse für den reflektierten Umgang mit Diversität.
Sie betont, dass es keine endgültige Lösung gibt, aber durch Aufklärung, Bildung und einen diskursiven Umgang mit historischen Tabus ein respektvollerer gesellschaftlicher Umgang erlernt werden kann.
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