Wissenschaftlicher Aufsatz, 1995
29 Seiten
I
II
III
Liste der berücksichtigten Dirnenlieder
ANMERKUNGEN
Die Arbeit untersucht das "Dirnenlied" als spezifische literarische Gattung innerhalb des deutschen Chansons. Dabei analysiert der Autor die soziologischen und psychologischen Hintergründe, die Form der Selbstdarstellung sowie die Rezeptionsgeschichte dieses Genres im Kontext des Kabaretts.
Die Leimrute
Es war einmal ein armer Wicht, Et lon, lonlaire, lonlonla. Es war einmal ein armer Wicht, der liebte eine, die liebte ihn nicht.
Sie sprach zu ihm: "Bring mir zur Stund' etc. das Herz deiner Mutter für meinen Hund.
Geht der zur Mutter und bringt sie um, etc. reisst aus ihr Herz und wendet sich um.
Beim Laufen stolpert er im Sand. etc. Das Herz, es rollt' ihm aus der Hand.
Und als es rollte da am Grund, etc. hört er es sprechen mit Mutters Mund.
Und weinend sprach das Herz ihn an: etc. "Mein Kind, hast du dir auch nicht wehgetan?"
I: Dieses Kapitel führt in die Gattung des Dirnenliedes ein, analysiert dessen Verbindung zum Kabarett und diskutiert die soziologische Perspektive auf die Darstellung von Prostitution.
II: Hier werden die formalen Merkmale, wie die Erzählperspektive und der Zeitbezug innerhalb der Lieder, detailliert klassifiziert und durch zahlreiche Beispiele erläutert.
III: Der Abschnitt widmet sich den Vortragstechniken, insbesondere dem Einfluss französischer Künstler wie Yvette Guilbert auf die deutsche Chanson-Tradition.
Dirnenlied, Chanson, Kabarett, Selbstdarstellung, Literaturgeschichte, Sozialkritik, Vortragskunst, Realismus, Naturalismus, Vamp, femme fatale, Prostitution, Lyrik, Rollenlied, Unterhaltungskunst
Die Arbeit analysiert das "Dirnenlied" als eine spezifische Gattung des literarischen Chansons, die im frühen 20. Jahrhundert insbesondere im Kabarett eine bedeutende Rolle spielte.
Im Zentrum stehen die soziologische und psychologische Betrachtung des Dirnenschicksals in der Literatur, die künstlerische Distanzierung sowie die verschiedenen Formen der Selbstdarstellung durch die Protagonistinnen.
Ziel ist es, das Dirnenlied als eigenständige literarische Textsorte zu definieren und aufzuzeigen, wie Dichter durch ihre Lieder gesellschaftliche Realitäten und moralische Diskurse reflektierten.
Die Arbeit stützt sich auf eine systematische Analyse und Typologie einer umfangreichen Sammlung von Dirnenliedern sowie einen literaturwissenschaftlichen Vergleich mit zeitgenössischen europäischen Vorbildern.
Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Untersuchung der Sujets, eine formale Analyse der Erzählperspektiven und eine Reflexion über die Vortragstechnik und die Rolle der Interpretinnen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Dirnenlied, literarisches Chanson, Selbstdarstellung, Kabarett und soziologische Perspektive charakterisiert.
Diese Unterscheidung verdeutlicht den Unterschied in der Vortragstechnik: Während der Chansonnier eher den Gesang betont, stellt der Diseur die Sprech- und Schauspielkunst in den Vordergrund, was für das literarische Dirnenlied essenziell ist.
Die "femme fatale" oder der "Vamp" stellt eine spezifische Variante der Dirnenfigur dar, die durch Überlegenheit gegenüber dem Mann charakterisiert ist und oft als ironische Verfremdung der klassischen Dirnenfigur dient.
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