Magisterarbeit, 1999
77 Seiten, Note: 2,7
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
1. Einleitung
1.1 Vorwort
1.2 Vorgehensweise
1.3 Thematische Einführung
2. Massenkommunikation und netzwerkvermittelte Kommunikation
2.1 Von der Massen- zur Individualkommunikation
2.2 Erster Ansatz: Interaktion
2.3. Zweiter Ansatz: Vom Publikum zur Gemeinschaft
2.4 Dritter Ansatz: "elektronische Gemeinschaften"
2.5 Vierter Ansatz: "Realitätskonstruktion"
2.6 Zusammenfassung
3. Internet und Fernsehen, Unterschiede und Gemeinsamkeiten
3.1. Einleitung
3.2 Das Internet
3.3 Zusammenfassung
3.4 Einführung des Dispositiv Begriffs
3.5 Fernsehen als Dispositiv
3.6 Fernsehen als Text
3.7 Zusammenfassung
4. Fernsehen im Internet – Nachrichtenstrukturen
4.1 Einleitung
4.2 Nachrichten im Fernsehen
4.3 Fernsehnachrichten im Internet am Beispiel der Tagesschau
4.4 Zusammenfassung
5. Ausblick
5.1 Diskussion der Medienhybridisierung
5.2 Massenmedien vs. Individualmedien
6. Anhang
6.1 Interaktivitätsindex nach Goertz
6.2. Einbettung von Medien am Beispiel Internet nach Kubicek
6.3 Beziehungsqualitäten "elektronischer Gemeinschaften" nach Höflich
6.4 Homepage der ARD Tagesschau, oberer Teil
6.5 Homepage der ARD Tagesschau, unterer Teil
6.6 Decoder "Real Player", im Hintergrund die Homepage der Tagesschau
Die vorliegende Arbeit untersucht die Affinität des Internets zu konventionellen Massenmedien, insbesondere dem Fernsehen, und analysiert, ob das Internet das traditionelle Fernsehen ablöst oder ob es zu einer Hybridisierung beider Medienformen kommt. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die strukturellen Veränderungen der Mediennutzung und die Bildung von elektronischen Gemeinschaften.
2. Massenkommunikation und netzwerkvermittelte Kommunikation
Nach Wehner schritten mit den technischen Entwicklungen in den 60er- und 70er-Jahren auch die Bestrebungen voran, den Empfänger an der Vermittlung von Wirklichkeit teilhaben zu lassen. Die Ware "Information" sollte in Projekten, u.a. in "Public Electronic Network" (USA) und "BTX" (Deutschland) allen zugänglich gemacht werden. Der Empfänger sollte sich aus seiner beschränkten Rolle des bloßen Konsumenten befreien: "BTX und Kabelfernsehen waren deshalb in Deutschland die ersten großen Projekte, in denen sich der Wandel von der Massen- zur `Individual´ bzw. `Zwei-Wege-Kommunikation´ ankündigte, da diese Medien dem Rezipienten die (damals freilich noch beschränkte) Möglichkeit einer individuellen Einflußnahme auf Informationsangebote gewähren sollte " (Wehner 1997a:29). Auch wenn einige Projekte, wie z.B. das Berliner Projekt "Gropiusstadt" scheiterten, löste sich nach und nach der "Empfänger" von seiner Rolle des Konsumenten.
Weitere technische Innovationen, wie z.B. die Fernbedienung und der Videorekorder, gewährten ihm immer mehr Eingriff in den Ablauf des Medienangebotes. "Darin liegt ein Moment gesteigerter individueller Beeinflussung der Rezeption und Teilhabe am erlebbaren audiovisuellen Geschehen" (Hickethier 1995:75). Auf Seiten des Senders blieb eine Reaktion auf diese "Individualisierung" nicht aus. Das Programm richtete sich immer mehr an ein heterogenes Publikum. Das unpersönliche Massenpublikum schien sich in klar abzugrenzenden Nutzergruppen zu wandeln.
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den Umwandlungsprozess der Medienlandschaft durch das Internet und stellt die These der Medienhybridisierung auf, bei der sich das Internet Strukturen des Fernsehens einverleibt.
2. Massenkommunikation und netzwerkvermittelte Kommunikation: Dieses Kapitel ordnet den Begriff der Massenkommunikation terminologisch ein und beleuchtet Ansätze wie Interaktion, elektronische Gemeinschaften und Realitätskonstruktion.
3. Internet und Fernsehen, Unterschiede und Gemeinsamkeiten: Es erfolgt eine Gegenüberstellung der beiden Medientypen, wobei das Fernsehen als Dispositiv und das Internet als dezentrales Computernetzwerk definiert und verglichen werden.
4. Fernsehen im Internet – Nachrichtenstrukturen: Hier wird am Beispiel der Tagesschau untersucht, wie sich ein klassisches Genre des Massenmediums Fernsehen in die Internetumgebung überführen lässt und welche Auswirkungen dies auf die Nachrichtenstruktur hat.
5. Ausblick: Der Ausblick diskutiert die Dynamik der Medienhybridisierung und kommt zu dem Schluss, dass das Internet das Fernsehen nicht verdrängt, sondern bestehende Strukturen stabilisiert.
6. Anhang: Der Anhang enthält ergänzende Grafiken, Indizes und Screenshots zur Veranschaulichung der theoretischen Analysen.
Massenkommunikation, Internet, Fernsehen, Medienhybridisierung, elektronische Gemeinschaften, Interaktivität, Dispositiv, Tagesschau, Nachrichten, Partizipation, Realitätskonstruktion, Digitalisierung, Nutzergruppen, Netzwerkkultur, Informationsgesellschaft.
Die Arbeit untersucht die Wechselbeziehung zwischen dem klassischen Massenmedium Fernsehen und den modernen Netzwerkmedien, insbesondere dem Internet, und analysiert, inwiefern sich beide Medienformen gegenseitig beeinflussen.
Die zentralen Themen umfassen Massenkommunikationstheorien, den Dispositiv-Begriff des Fernsehens, die Funktionsweise von Internetdiensten sowie die soziokulturelle Konstitution von elektronischen Gemeinschaften.
Ziel ist es zu klären, ob das Internet das Medium Fernsehen ablösen wird oder ob es zu einem Nebeneinander und einer Hybridisierung von Inhalten kommt.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen medienwissenschaftlichen Analyse, die verschiedene Ansätze der Medientheorie (u.a. von McLuhan, Luhmann und Hickethier) vergleichend anwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Internet und Fernsehens sowie die praktische Fallstudie über die Überführung von Fernsehnachrichten in das Internet.
Kernbegriffe sind Medienhybridisierung, Interaktivität, elektronische Gemeinschaften, Dispositiv, Massenkommunikation und Teilöffentlichkeit.
Im Internet haben Nutzer durch Streaming und Archivfunktionen die Möglichkeit, den zeitlichen Ablauf und die Auswahl der Beiträge individuell zu bestimmen, während das klassische Fernsehen linear abläuft.
Weil das Fernsehen als ein komplexes Zusammenspiel von technischer Anordnung (Apparat), institutionellem Produktionskomplex und der sozialen Einbindung des Zuschauers im privaten Raum verstanden wird.
Lurkers sind passive Teilnehmer, die zwar Inhalte lesen, aber selbst keine Beiträge liefern, was eine Schnittmenge zum Rezeptionsverhalten klassischer Massenmedien darstellt.
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