Bachelorarbeit, 2007
73 Seiten, Note: 2,5
Einleitung
A Die aktuelle Euthanasiedebatte
1 Die pränatale Diagnostik (PND)
2 Die Abtreibung: rechtliche Situation in Deutschland
2.1 Die Abtreibung aufgrund einer diagnostizierten Behinderung
2.2 Die Kritik an der Neuregelung des §218 StGB
3 Die Einbecker Empfehlungen
4 Die rechtliche Möglichkeit der Sterilisation von einem Menschen mit geistiger Behinderung
5 Die Sterbehilfe
5.1 Die Bewertung der Sterbehilfe in verschieden Epochen
5.2 Die Erläuterung von Begriffen
5.3 Die Sterbehilfe in Deutschland
5.3.1 Die gesetzlichen Regelungen zur Sterbehilfe
5.3.2 Die Einstellung der Bevölkerung zur Sterbehilfe
5.3.3 Verschiedene Organisationen, die Sterbehilfe ablehnen, fordern oder anbieten
5.3.4 Die Verbindlichkeit der Patientenverfügung als Willenserklärung
5.4 Die Sterbehilfe in den Niederlanden
5.4.1 Die rechtliche Grundlage und die Durchführung der Sterbehilfe
5.4.2 Eine kritische Würdigung des Artikels 293 und 294
5.4.3 Einige Organisationen, die die Durchführung von Sterbehilfe unterstützen oder ablehnen
5.5 Die Argumente von Befürwortern und Gegnern von Sterbehilfe
5.6 Hospize und Palliativmedizin als Alternativen zur Sterbehilfe
B „Euthanasie“ während der Zeit des Nationalsozialismus
1 Die Begriffsbedeutung und –wandlung von „Euthanasie“
2 Die Entwicklung zur “Euthanasie“
2.1 Der Sozialdarwinismus
2.2 Die soziale Frage
2.3 Das Leben der Anstaltsinsassen vor 1933
3 Die Vorschläge um die „Entartung“ der Gesellschaft zu verhindern
3.1 Die Idee der negativen Eugenik
3.2 Der Vorschlag der Sterilisation
3.3 Die NS-Familienpolitik
4 Die Verbreitung der Sozialeugenik in der Öffentlichkeit
5 Die Idee der Vernichtung „lebensunwerten Lebens“
5.1 Die gedanklichen Anstöße zur „Euthanasie“
5.2 Ein Gesetzesentwurf zur Sterbehilfe bei unheilbar Kranken
6 Die konkreten Vorbereitungen der „Euthanasie“
6.1 Die gesetzliche Grundlage und Hitlers Geheimschreiben
6.2 Die Erfassung der Betroffenen
6.3 Die Planung der Euthanasiemaßnahmen und deren ausführende Organisationen
7 Die Durchführung der Euthanasiemaßnahmen
7.1 Die (Zwangs-)Sterilisation
7.2 Die Kindereuthanasie in den Kinderfachabteilungen
7.3 Die Aktion T4: das Töten erwachsener Behinderter
7.4 Die wilde Euthanasie und die Aktion Brandt
8 Das Anstaltspersonal
8.1 Die Möglichkeit, Bewohner zu schützen
8.2 Die Motivation des Personals. Ein Erklärungsversuch
9 Die Reaktionen der Bevölkerung auf die „Euthanasie“
10 Die Aufarbeitung nach dem Zweiten Weltkrieg
10.1 Was wurde aus überlebenden Opfern?
10.2 Die Folgen für die Täter
C Vergleich von „Euthanasie“ im Zweiten Weltkrieg und der zurzeit geführten Debatte um PND, Abtreibung, Sterilisation geistig behinderter Menschen und Sterbehilfe
1 Die pränatale Diagnostik im Gegensatz zur willkürlichen Bestimmung „erbkranken Lebens“ durch die Nationalsozialisten
2 Die Abtreibung eines behinderten Fötus, heute eine freie Entscheidung?
3 Die Sterilisation eines geistig behinderten Menschen: 1937 und 2007
4 Abgrenzung von Sterbehilfe und „Euthanasie“
4.1 Die offensichtlichen Motive für die Gewährung von Sterbehilfe
4.2 Als verdeckte Motive: Denkprozesse und Ideologien
Die Arbeit untersucht die historische „Euthanasie“-Debatte während der Zeit des Nationalsozialismus und stellt sie der aktuellen Debatte um Sterbehilfe, pränatale Diagnostik, Abtreibung und Sterilisation behinderter Menschen gegenüber, um Gemeinsamkeiten und ideologische Kontinuitäten aufzudecken.
4.2 Als verdeckte Motive: Denkprozesse und Ideologien
Die Terminologie hat sich auf jeden Fall geändert. Aus dem verschleiernden Wort Euthanasie wurde das beschönigende Sterbehilfe, worunter man Hilfe beim (friedlichen) Sterben verstehen will. Aus „minderwertigen“ Menschen, denen das Lebensrecht abgesprochen wurde, wurden Randgruppen, die unsere Unterstützung benötigen. Wenn man dieses neue Wort aber wirklich wörtlich nimmt, dann sind diese Menschen am Rande der Gesellschaft wenig geschützt und immer in der Gefahr, herunter zu fallen, anders als wir, die wir in der Mitte stehen. (Vgl. Dörner 1993, 67)
Mir scheint nicht so, dass mit der veränderten Terminologie eine entscheidende Änderung in den Köpfen der Gesellschaft vor sich gegangen ist. Die Gedanken hinter der Forderung nach der Legalisierung der Sterbehilfe haben sich nur scheinbar gewandelt. In der Frage der Sterbehilfe kann man dies mit den Argumenten des Mitleids und der Menschenunwürdigkeit und Unnötigkeit des Leidens recht gut verdecken, doch in der Diskussion um schwerstbehinderte Neugeborene und Kinder zeigt sich die eigentliche Einstellung.
Die Debatte über Sterbehilfe nach dem Zweiten Weltkrieg hat an sich schon einen Dammbruch erlebt und der Kreis der möglichen Betroffenen wurde immer weiter ausgedehnt. Inzwischen werden auch nicht Einwilligungsfähige nicht mehr davon ausgenommen. (Vgl. Schockenhoff 1993, 334f) Daher liegt die Vermutung nahe, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis Argumente, die bisher nur auf schwerstbehinderte Neugeborene, denen man nur ein Leben voller Leiden ersparen will, angewandt werden, auch auf Menschen am Ende des Lebens bezogen werden. Deshalb möchte ich diese Gedankengänge hier vorstellen und aufzeigen, was es bedeuten kann, wenn dem nicht entschieden entgegen getreten wird.
A Die aktuelle Euthanasiedebatte: Dieses Kapitel thematisiert die heutige Diskussion um pränatale Diagnostik, Abtreibung und Sterilisation geistig behinderter Menschen sowie den Schwerpunkt der Sterbehilfe.
B „Euthanasie“ während der Zeit des Nationalsozialismus: Hier wird der historische Kontext der NS-Euthanasie, die theoretischen Hintergründe wie Sozialdarwinismus und die konkreten Tötungsmaßnahmen ausführlich analysiert.
C Vergleich von „Euthanasie“ im Zweiten Weltkrieg und der zurzeit geführten Debatte um PND, Abtreibung, Sterilisation geistig behinderter Menschen und Sterbehilfe: Dieser Teil setzt die historischen Ereignisse in Bezug zur Gegenwart und hinterfragt, ob sich hinter modernen Begriffen ähnliche Denkprozesse wie im Nationalsozialismus verbergen.
Euthanasie, Sterbehilfe, Nationalsozialismus, Behindertenrechte, Pränatale Diagnostik, Eugenik, Sterilisation, Menschenwürde, Soziale Frage, Patientenverfügung, Palliativmedizin, Hospiz, Bioethik, Fremdbestimmung, Selektion
Die Arbeit analysiert die historische Euthanasie im Nationalsozialismus und setzt diese in einen kritischen Vergleich zur aktuellen Debatte um Sterbehilfe, Abtreibung und den Umgang mit behinderten Menschen.
Zentrale Themen sind die pränatale Diagnostik, die rechtliche Situation der Sterilisation von behinderten Menschen sowie die ethischen und rechtlichen Aspekte der Sterbehilfe in Deutschland und den Niederlanden.
Das Ziel ist herauszufinden, ob die heutige Debatte über Sterbehilfe eine grundlegend neue ethische Basis hat oder ob hinter den Begriffen ähnliche destruktive Ideologien stecken wie in der Zeit des Nationalsozialismus.
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die historische Ereignisse und moderne gesetzliche sowie gesellschaftliche Entwicklungen gegenüberstellt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der modernen Sterbehilfedebatte, einen historischen Abriss der NS-Euthanasie und einen abschließenden direkten Vergleich beider Epochen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Euthanasie, Eugenik, Menschenwürde, Fremdbestimmung und den kritischen Umgang mit lebenswertem Leben charakterisiert.
Die Autorin verdeutlicht, dass die rechtlichen Hürden zur Sterilisation heute zwar höher sind als in der NS-Zeit, aber dennoch Zweifel an der tatsächlichen Freiwilligkeit der Betroffenen bestehen bleiben.
Die Niederlande dienen als Fallbeispiel für ein Land mit einer legalen Regelung der aktiven Sterbehilfe, anhand dessen die Autorin die praktischen Auswirkungen und die Gefahr unfreiwilliger Tötungen aufzeigt.
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