Diplomarbeit, 2004
79 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Die Idee des Messianismus: im Judentum und Christentum
2.1 Die Hoffnung der Wiederbringung – messianische Eschatologie
2.2 Der politisch-theistische Messianismus im jüdischen Denken
3. Die Gnosis als Manifestation des anderen Gottes
3.1 Die Bedeutung der Gnosis
4. Die Wahrheit des Seyns
4.1 Das Ereignis und die Philosophie
4.2 Der Anklang, das Zuspiel, der Sprung und die Gründung
5. Die Zukünftigen und der letzte Gott
6. Fazit
7. Fremdsprachliche Zusammenfassung
8. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die theologisch-historischen, philosophischen und politischen Aspekte des Messianismus im Denken von Martin Heidegger. Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, inwieweit Heideggers Philosophie nach seinem Bruch mit dem Nationalsozialismus als ein quasi-religiöses Erlösungssystem interpretiert werden kann.
3. Die Gnosis als Manifestation des anderen Gottes
Die Existenz der christlichen Kirche war von Anfang an bedroht. Der stark differenzierte Umfeld der religiösen Strömungen in der „Geburtsstunde“ der ecclesia bestimmte die historische Entwicklung der Kirche und konsequenterweise der Dogmatik. Was war aber diese Kirche? Gab es die überhaupt? Die Antwort auf diese Frage kann vielerlei Gestalt haben: sie kann entweder im Spektrum der reifen systematisch-theologischen Analyse beantwortet werden oder aber in Anlehnung an den kritisch-historischen Apparat der theologischen Hilfswissenschaften.
Dieser Gegensatz ist zwar zugespitzt, drückt jedoch eine Spannung im Kirchenverständnis aus, die bei der Frage der angedeuteten Bedrohungen nicht als belanglos abgetan werden darf. Um die nebenthematischen Streitigkeiten zu vermeiden, reicht es, wenn wir die Kirche als eine Gemeinschaft verstehen, in der die Botschaft von Tod und Auferstehung Jesu Christi in der facettenreichen Gestalt der kulturbedingten Überlieferung verkündigt und gelebt wird, und zwar im permanenten Bewusstsein des bevorstehenden Jüngsten Gerichtes.
1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert das Ringen um den Sinn des Seins und die Verantwortung der christlich-jüdischen Tradition für die Identität unserer Kultur, in deren Kontext Martin Heidegger verortet wird.
2. Die Idee des Messianismus: im Judentum und Christentum: Das Kapitel beleuchtet die interdisziplinäre Geschichte des Messianismus und dessen Wandel von jüdischen Ursprüngen hin zur christlichen Eschatologie.
3. Die Gnosis als Manifestation des anderen Gottes: Hier wird der Einfluss dualistischer Weltbilder und gnostischer Vorstellungen auf die christliche Dogmatik und später auf das philosophische Denken analysiert.
4. Die Wahrheit des Seyns: Dieser Abschnitt widmet sich Heideggers Fundamentalanalyse in "Sein und Zeit" sowie der Bedeutung des "Ereignisses" für das Verständnis der Wahrheit.
5. Die Zukünftigen und der letzte Gott: Das Kapitel untersucht die Figur der "Zukünftigen" und Heideggers Verständnis des "letzten Gottes" als spirituellen Hinweis anstatt als Erlösungsgott.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Synthese von Theologie und Philosophie bei Heidegger zusammen und kritisiert dessen politischen Kontext sowie den Status seines Werkes.
Martin Heidegger, Messianismus, Gnosis, Wahrheit des Seyns, Ereignis, letzter Gott, Eschatologie, Existenzialismus, Dasein, Metaphysik, Weltanschauung, Apokatastasis, Theosis, Nihilismus, Eigentlichkeit.
Die Diplomarbeit untersucht die Verbindungen zwischen messianischem Denken und der Philosophie Martin Heideggers, insbesondere in Bezug auf seine Spätwerke und die "Beiträge zur Philosophie".
Zentrale Themen sind der christlich-jüdische Messianismus, die Bedeutung der Gnosis, Heideggers Ontologie und seine politisch-ideologische Verstrickung.
Ziel ist es zu analysieren, ob Heideggers Philosophie als ein quasi-religiöses Erlösungssystem gedacht werden kann, das über die bloße Metaphysik hinausgeht.
Die Arbeit folgt einem philosophisch-theologischen Diskurs, der historische Analysen mit einer kritischen Lektüre von Heideggers Texten kombiniert.
Der Hauptteil befasst sich mit der messianischen Eschatologie, dem gnostischen Dualismus, dem Begriff des "Seyns" sowie der politischen Dimension von Heideggers Denken.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Messianismus, Gnosis, Ereignis, Seyn, Dasein und Letzter Gott beschreiben.
Die Arbeit zeigt auf, dass Heidegger eine negative Erkenntnistheorie (Apophatik) nutzt, die Parallelen zur gnostischen Unterscheidung zwischen dem verborgenen und dem offenbarten Gott aufweist.
Die "Zukünftigen" repräsentieren eine exklusive Gruppe, die in einer ständigen Bereitschaft lebt, den "letzten Gott" zu erwarten, indem sie sich von der Oberflächlichkeit der Masse abheben.
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