Diplomarbeit, 2007
120 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2. Zweckgesellschaften
2.1 Merkmale
2.2 Motive für den Einsatz
2.2.1 Optimierung der Unternehmensfinanzierung
2.2.2 Konzernbilanzpolitik
2.2.3 Steueroptimierung
2.3 Beispielhafte Einsatzgebiete
2.3.1 Leasingobjektgesellschaften
2.3.2 Asset-Backed-Finanzierungen
2.3.3 Projektfinanzierungen
2.4 Problematiken der Off-Balance-Sheet-Konstruktionen
3. Bilanzierung von Zweckgesellschaften
3.1 Charakteristika der Konzernrechnungslegung
3.2 Bilanzierung von Zweckgesellschaften nach HGB
3.2.1 Konsolidierung nach dem Konzept der einheitlichen Leitung
3.2.2 Konsolidierung nach dem Control-Konzept
3.2.3 Konsolidierung aufgrund von § 290 Absatz 3 HGB
3.2.4 Anhangsangaben
3.3 Bilanzierung von Zweckgesellschaften nach IFRS
3.3.1 Konsolidierung nach IAS 27
3.3.1.1 Grundlagen
3.3.1.2 Das Anknüpfungsmerkmal der Beherrschung
3.3.2 Interpretation SIC-12: Konsolidierung von Zweckgesellschaften
3.3.2.1 Anwendungsbereiche
3.3.2.2 Der erweiterte Beherrschungsbegriff
3.3.2.3 Zweifelsfragen zur Auslegung des SIC-12
3.3.2.4 Kritische Anmerkungen zum SIC-12
3.3.3 Anhangsangaben
3.4 Bilanzierung von Zweckgesellschaften nach US-GAAP
3.4.1 Grundsätze der Konzernrechnungslegung nach US-GAAP
3.4.2 Von der Special Purpose Entity (SPE) zur Variable Interest Entity (VIE)
3.4.2.1 Konsolidierung von SPEs vor FIN 46(R)
3.4.2.2 Definition einer Variable Interest Entity (VIE) nach FIN 46(R)
3.4.3 Abgrenzung einer VIE von einer Qualifying-SPE
3.4.4 Prüfungsschema zur Konsolidierung einer VIE
3.4.4.1 Ausnahmetatbestände
3.4.4.2 Identifikation einer VIE
3.4.4.3 Bestimmung der Variable Interests an der betrachteten Entity
3.4.4.4 Identifikation eines Meistbegünstigten einer VIE
3.4.4.5 Ergebnis und kritische Anmerkungen
3.4.5 Anhangsangaben
3.5 mögliche Gestaltungsinstrumente zur Umgehung einer Konsolidierung
3.5.1 Einbeziehungswahlrechte nach § 296 HGB
3.5.2 Einfluss der Wesentlichkeit auf den Konsolidierungskreis
3.5.3 Multi-Seller-Programme
3.5.4 Konsolidierung bei einem Burden Sharing
3.6 Grundproblematiken der Bisherigen Regelungen
3.7 Zwischenfazit
4. Umsetzung der Regelungen in der Praxis
4.1 Anhangsangaben der DAX-30-Unternehmen im Jahr 2006
4.2 Vereinfachtes Beispiel aus der Praxis
4.2.1 Prüfung der Konsolidierungspflicht
4.2.1.1 Prüfung nach HGB
4.2.1.2 Prüfung nach IFRS
4.2.1.3 Prüfung nach US-GAAP
4.2.2 Auswirkungen einer Konsolidierung beim Sponsor
4.3 Zwischenfazit
5. Aktuelle Entwicklungen
5.1 Maßnahmen auf der Ebene des deutschen Handelsrechts
5.1.1 Der Standardentwurf E-DRS 16
5.1.2 Vorschläge des DSR zum Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz
5.1.3 Offenlegung außerbilanzieller Geschäfte im Anhang
5.2 Vorhaben des IASB
5.2.1 Entwicklung eines neuen IFRS zur Konsolidierung
5.2.2 Abschied vom Off-Balance-Sheet-Approach
5.3 Vorhaben des FASB
5.4 Ausblick
6. Schlussbetrachtung
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die bilanzielle Behandlung von Zweckgesellschaften in der Konzernrechnungslegung darzustellen und kritisch zu beurteilen. Dabei wird insbesondere die Forschungsfrage verfolgt, unter welchen Rahmenbedingungen eine Zweckgesellschaft in den Konsolidierungskreis aufzunehmen ist, wobei die aktuellen Bestrebungen auf nationaler (HGB) und internationaler Ebene (IFRS, US-GAAP) analysiert werden.
2.1 MERKMALE
Eine Definition des Begriffes Zweckgesellschaft findet sich im Rechnungslegungskreis IFRS auf der Ebene der Interpretation SIC-12 („Consolidation – Special-Purpose-Entities“) des Standing Interpretations Committee (SIC). Demnach handelt es sich bei einem Unternehmen um eine Zweckgesellschaft, wenn dieses ein eng abgegrenztes, präzise definiertes Ziel verfolgt. Davon abzugrenzen sind operative Gesellschaften, bei denen die Geschäftstätigkeit fortlaufende Entscheidungen erfordert. Beispiele hierfür sind eine aktive Vermarktung von Leistungen und ein sich im Zeitablauf ändernder Kundenkreis. Eine Beurteilung der Beherrschungsverhältnisse erfolgt in diesen Fällen alleine nach IAS 27.
Zweckgesellschaften werden eingestuft als autonome, klar von anderen Strukturen abgegrenzte Einheiten, die über eigene Vermögenswerte und Schulden verfügen und eine eigenständige Kontrollstruktur besitzen. Diese Ressourcen werden durch einen Initiator oder auch Sponsor auf die SPE transferiert. Dieser stellt zumeist auch dasjenige Unternehmen dar, für dessen Zweck die Gesellschaft primär gegründet wurde. Zugleich erhält der Initiator das Recht, von der SPE Leistungen zu empfangen. Dabei können diese Gesellschaften nach SIC-12.1 in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft, eines Treuhandfonds, einer Personengesellschaft oder einer anderen Nicht-Kapitalgesellschaft auftreten.
Als wichtiges Merkmal von SPEs sind häufig alle während der Geschäftstätigkeit anfallenden Entscheidungen vorherbestimmt, da die Gesellschaft mit Hilfe eines „Autopiloten“ gesteuert wird. Dieses geschieht im Wege des Gründungsprozesses anhand der Satzung, des Gesellschaftsvertrages oder anderer schuldrechtlicher Vereinbarungen. Eine Änderung ist eventuell nur durch den Gründer oder Sponsor möglich. Dadurch wird die Entscheidungsmacht des Vorstandes, Treuhänders oder des Managements der SPE dauerhaft eingeschränkt.
1. Einleitung: Einführung in die Problematik der Bilanzierung von Zweckgesellschaften vor dem Hintergrund des Enron-Skandals und Darstellung des Untersuchungsgangs.
2. Zweckgesellschaften: Definition der Merkmale sowie Analyse der Motive und Einsatzgebiete von Zweckgesellschaften in der Unternehmenspraxis.
3. Bilanzierung von Zweckgesellschaften: Detaillierte Analyse der Konsolidierungsregeln nach HGB, IFRS und US-GAAP sowie Untersuchung von Gestaltungsinstrumenten zur Umgehung der Einbeziehung.
4. Umsetzung der Regelungen in der Praxis: Betrachtung der Anhangsangaben der DAX-30-Unternehmen und Analyse eines vereinfachten Fallbeispiels zur Konsolidierungspflicht.
5. Aktuelle Entwicklungen: Übersicht über Reformbestrebungen auf Ebene des deutschen Handelsrechts, des IASB und des FASB zur Anpassung der Konsolidierungsstandards.
6. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende kritische Beurteilung der bilanziellen Behandlung von Zweckgesellschaften und Ausblick auf zukünftige Herausforderungen.
Zweckgesellschaft, Konsolidierung, Konzernrechnungslegung, HGB, IFRS, US-GAAP, Off-Balance-Sheet, Bilanzpolitik, Beherrschung, SIC-12, FIN 46(R), Variable Interest Entity, Leasing, Risikoverteilung, Transparenz.
Die Diplomarbeit untersucht die bilanzielle Behandlung von sogenannten Zweckgesellschaften (Special Purpose Entities) im Rahmen der Konzernrechnungslegung und beurteilt diese kritisch.
Die Arbeit behandelt die Merkmale von Zweckgesellschaften, deren Einsatzmotive, die spezifischen Konsolidierungsregeln nach HGB, IFRS und US-GAAP sowie Instrumente zur Umgehung dieser Regelungen.
Das Ziel ist es darzustellen, unter welchen Rahmenbedingungen eine Zweckgesellschaft zu konsolidieren ist und inwiefern bisherige Regelungen Informationsdefizite im Konzernabschluss verhindern oder zulassen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse der nationalen und internationalen Rechnungslegungsvorschriften sowie der Auswertung von Geschäftsberichten der DAX-30-Unternehmen und einer fallstudienartigen Analyse eines Praxisbeispiels.
Im Hauptteil werden die Bilanzierungsregeln der drei relevanten Rechtskreise (HGB, IFRS, US-GAAP) detailliert analysiert und auf ihre Wirksamkeit in Bezug auf die Konsolidierung von Zweckgesellschaften geprüft.
Die wichtigsten Begriffe sind Zweckgesellschaft, Konsolidierung, Konzernrechnungslegung, Off-Balance-Sheet-Finanzierung und Beherrschungskonzept.
Während IFRS (SIC-12) primär auf einen qualitativen Risikoverteilungsansatz setzt, nutzt das US-GAAP-Regelwerk (FIN 46(R)) zusätzlich ein quantitatives Rechenschema zur Bestimmung des "Meistbegünstigten" (Primary Beneficiary).
Wie das Fallbeispiel der Arbeit zeigt, führt die Konsolidierung regelmäßig zu einer signifikanten Verschlechterung der Eigenkapitalquote und des Verschuldungsgrades, was das Rating durch Kreditinstitute negativ beeinflussen kann.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

