Magisterarbeit, 2005
155 Seiten, Note: 1,1
1. Literaturüberblick zum Thema Höflichkeit
2. Pragma- und soziolinguistische Ansätze
3. Das Anredesystem der romanischen Sprachen
3.1 Pronominale und nominale nicht-vokativische Anredeformen
3.1.1 Die Pronominalsysteme des Italienischen und Portugiesischen
3.1.2 Höflichkeit im Pronominalsystem des Italienischen
3.1.2.1 Subjektformen
3.1.2.2 Objektformen
3.1.2.3 Possessiva
3.1.2.4 Reflexiva
3.1.3 Anredepronomina und -nomina im Portugiesischen
3.1.3.1 Subjektformen
3.1.3.2 Objektformen
3.1.3.3 Possessiva
3.1.3.4 Reflexiva
3.2 Vokative
3.2.1 Italienisch
3.2.2 Portugiesisch
4. Das Modalsystem der romanischen Sprachen
4.1 Modalverben
4.1.1 Zum Status der Modalverben
4.1.1.1 Von AUX zu INFL
4.1.1.2 Zur Abgrenzung von Modal-, Auxiliar- und Vollverben
4.1.2 Modalverben und Höflichkeit
4.2 Tempora und Modi
4.2.1 Der Imperativ und seine Ersatzformen
4.2.2 Indikativ vs. Konjunktiv
4.2.3 Imperfekt
4.2.4 Konditional
4.3 Satzmodus
4.4 Lexikalische Realisierungen von Modalität
5. (Un-)Höflichkeit im lexikalischen Bereich der romanischen Sprachen
5.1 Wortebene
5.2 Höflichkeitsformeln
6. Anredereferenz und Pronominalreferenz im Japanischen
7. Höflichkeitsformen des Japanischen im Bereich der Morphologie
7.1 Höflichkeitsaffixe
7.1.1 (g)o-Präfigierung
7.1.2 Humilitive Präfixe
7.1.3 Suffixsystem
7.1.4 Kombinationen aus (g)o- und -san/-sama
7.2 Die Verbalkomplexe o-V-ni naru und o-V-suru
8. Höflichkeitsformen des Japanischen im Bereich der (verbalen) Lexik
9. Höflichkeitsformen des Japanischen im Bereich der Syntax
9.1 X+V-Konstruktionen
9.1.1 Verben des Gebens und Erhaltens
9.1.2 Benefaktiv
9.2 Nominale Pro-Formen
9.2.1 Das Inventar der japanischen Personalpronomina
9.2.2 „Pronomina“: Pro-NPs, Pro-Nomina und Pro-Namen
10. Romanisch-japanische Unterschiede und Gemeinsamkeiten
11. Universalien beim Ausdruck von Höflichkeit?
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der morphosyntaktischen Strukturen in romanischen Sprachen (insbesondere Italienisch und Portugiesisch) und im Japanischen, die zum Ausdruck von Höflichkeit dienen. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, welchen Niederschlag Höflichkeit in der Grammatik dieser Sprachen findet, ob dabei Regularitäten feststellbar sind und inwieweit das japanische Höflichkeitssystem und romanische Höflichkeitskodierungen Berührungspunkte in Form von personalreferentiellen Systemen aufweisen.
3. Das Anredesystem der romanischen Sprachen
Das Anredesystem einer Sprache umfasst die Gesamtheit der in dieser Sprache zur Verfügung stehenden Mittel der Anrede. Dabei versteht man unter Anrede die explizite sprachliche Referenz eines Sprechers auf seine(n) faktisch oder imaginär vorhandenen Gesprächspartner (vgl. Czachur 2004: 741 f., Hammermüller 1993a: 1).
Zu den Anredeformen als (grammatikalisierte) sprachliche Mittel zur Herstellung eines zwischenmenschlichen Kontakts und/oder zur Verdeutlichung der Stellung der Gesprächspartner zueinander gehören alle sprachlichen Erscheinungen, die für diese Bezugnahme verwendet werden. Dies sind Anredepronomina (eine spezielle Form der Personalpronomina, die wiederum eine Untergruppe der Pronomina darstellen) ebenso wie Anredenomina bzw. Vokative (Namen, Titel, Verwandtschaftsbezeichnungen). Die Abgrenzung zwischen pronominaler und nominaler Anrede ist beispielsweise im Portugiesischen (wie auch im Polnischen, vgl. dazu Czachur 2004: 746 ff.) nicht immer problemlos möglich (vgl. 3.1.4: o senhor).
Es lassen sich morphosyntaktische und lexikalische Anredeformen unterscheiden (vgl. Laroche-Bouvÿ 1989: 85). Zu den morphosyntaktischen Anredeformen gehören Pronomina bzw. Elemente mit deren Funktion (z.B. pg. o senhor), lexikalische Anredeformen sind entweder isolierte Lexeme, vgl. (1a), oder Nominalsyntagmen wie in (1b):
(1) a. Monsieur, Docteur, Président, Dupont, Paul
b. Monsieur le Président, Paul Dupont, cher ami, mon vieux, oncle Paul
1. Literaturüberblick zum Thema Höflichkeit: Diese Einleitung fasst den aktuellen Forschungsstand zu linguistischen Untersuchungen über Höflichkeit in den romanischen Sprachen und im Japanischen zusammen.
2. Pragma- und soziolinguistische Ansätze: Es werden zentrale Theorien wie das face-Modell von Brown/Levinson und die Theorie der indirekten Sprechakte zur Erklärung von Höflichkeitsstrategien erläutert.
3. Das Anredesystem der romanischen Sprachen: Dieses Kapitel detailliert die pronominalen und nominalen Formen der Anrede im Italienischen und Portugiesischen sowie die Rolle von Vokativen.
4. Das Modalsystem der romanischen Sprachen: Hier wird untersucht, wie Modalverben, Tempora (insbes. Imperfekt und Konditional) und der Satzmodus zur höflichen Abschwächung von Äußerungen genutzt werden.
5. (Un-)Höflichkeit im lexikalischen Bereich der romanischen Sprachen: Die Analyse konzentriert sich auf die Wortebene und feste Höflichkeitsformeln als Ausdrucksmittel von (Un-)Höflichkeit.
6. Anredereferenz und Pronominalreferenz im Japanischen: Dieses Kapitel führt in das japanische System ein, das zwischen höflicher Anredereferenz (zum Hörer) und Pronominalreferenz (zum Referenten) unterscheidet.
7. Höflichkeitsformen des Japanischen im Bereich der Morphologie: Die Verwendung von honorativen Präfixen wie (g)o- und verschiedenen Suffixen zur Ausdruck von Höflichkeit wird detailliert dargestellt.
8. Höflichkeitsformen des Japanischen im Bereich der (verbalen) Lexik: Es werden suppletive Höflichkeitsverben analysiert, die Respekt oder Bescheidenheit ausdrücken.
9. Höflichkeitsformen des Japanischen im Bereich der Syntax: Die Verwendung von Verb-Verb-Konstruktionen (Benefaktiv) und das System nominaler Pro-Formen zur Personalreferenz bilden den Schwerpunkt.
10. Romanisch-japanische Unterschiede und Gemeinsamkeiten: Ein zusammenfassender Vergleich führt beide Sprachsysteme auf eine zugrundeliegende Gemeinsamkeit zurück: die Nutzung personalreferentieller Systeme.
11. Universalien beim Ausdruck von Höflichkeit?: Abschließende Überlegungen dazu, ob der Ausdruck von Höflichkeit über personalreferentielle Systeme eine universale sprachliche Eigenschaft darstellt.
Höflichkeit, Honorifikation, Personalreferenz, Romanische Sprachen, Japanisch, Modalverben, Pronominalsystem, Anredesystem, Syntax, Morphologie, Lexikologie, face-Modell, Sprechakte, Soziolinguistik, Grammatikalisierung
Die Arbeit untersucht, wie in den romanischen Sprachen (Italienisch/Portugiesisch) und im Japanischen sprachliche Mittel genutzt werden, um soziale Distanz, Nähe und Höflichkeit auszudrücken.
Die zentralen Felder umfassen Anredesysteme, Modalsysteme, lexikalische Höflichkeitsformeln sowie morphologische und syntaktische Strategien zur Honorifikation.
Das Ziel ist die morphosyntaktische Analyse von Höflichkeitsmitteln und die Beantwortung der Frage, ob es trotz der unterschiedlichen Systeme (romanisch vs. japanisch) gemeinsame universale Strukturen, wie z.B. personalreferentielle Systeme, gibt.
Die Autorin wählt einen synchronen, grammatikorientierten Ansatz, um Strukturen zu identifizieren, die über rein soziolinguistische oder pragmatische Erklärungsmodelle hinausgehen.
Der Hauptteil ist zweigeteilt: Zuerst werden die romanischen Sprachen (Anrede, Modalität, Lexik) detailliert, anschließend folgt eine systematische Untersuchung des Japanischen in den Bereichen Morphologie, Lexik und Syntax.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Höflichkeit, Honorifikation, Personalreferenz, Pronominalsystem und den Vergleich zwischen romanischen Sprachen und Japanisch geprägt.
Es dient der zeitlichen Distanzierung vom Sprechzeitpunkt, was metaphorisch als interpersonale Distanz interpretiert wird und somit eine höfliche Abschwächung von Aufforderungen ermöglicht.
Während in europäischen Sprachen Pronomina NP-Status haben, verhalten sich japanische Pronomina wie nominale Köpfe und werden deutlich seltener verwendet; Personalreferenz wird im Japanischen häufiger durch Verben (z.B. Benefaktiv-Konstruktionen) kodiert.
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