Diplomarbeit, 2005
89 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Pragma- und soziolinguistische Ansätze
3 Anredesystem
3.1 Pronominale und nominale nicht-vokativische Anredeformen
3.1.1 Die Pronominalsysteme des Italienischen und Portugiesischen
3.1.2 Höflichkeit im Pronominalsystem des Italienischen
3.1.2.1 Subjektformen
3.1.2.2 Objektformen
3.1.2.3 Possessiva
3.1.2.4 Reflexiva
3.1.3 Anredepronomina und -nomina im Portugiesischen
3.1.3.1 Subjektformen
3.1.3.2 Objektformen
3.1.3.3 Possessiva
3.1.3.4 Reflexiva
3.2 Vokative
3.2.1 Italienisch
3.2.2 Portugiesisch
4 Modalsystem
4.1 Modalverben
4.1.1 Zum Status der Modalverben
4.1.1.1 Von AUX zu INFL
4.1.1.2 Zur Abgrenzung von Modal-, Auxiliar- und Vollverben
4.1.2 Modalverben und Höflichkeit
4.2 Tempora und Modi
4.2.1 Der Imperativ und seine Ersatzformen
4.2.2 Indikativ vs. Konjunktiv
4.2.3 Imperfekt
4.2.4 Konditional
4.3 Satzmodus
4.4 Lexikalische Realisierungen von Modalität
5 Lexik
5.1 Wortebene
5.2 Höflichkeitsformeln
6 Zusammenfassung und Forschungsdesiderata
Diese Arbeit untersucht die strukturellen Realisierungen von Höflichkeit in den romanischen Sprachen, mit spezifischem Fokus auf dem Italienischen und Portugiesischen. Das primäre Ziel ist es, morphosyntaktische Regularitäten in der grammatikalischen Kodierung von Höflichkeit zu identifizieren, wobei pragma- und soziolinguistische Aspekte ergänzend betrachtet werden, um den Ausdruck sozialer Distanz und Nähe im Sprachsystem zu erfassen.
3.1.2 Höflichkeit im Pronominalsystem des Italienischen
Das Italienische besitzt wie das Deutsche und Französische und im Gegensatz zum Niederländischen oder Spanischen (vgl. 3.1) keine eigenen Formen für die höflichen Anredepronomina, sondern diese finden sich auch an anderer Stelle im Paradigma der Personalpronomina. Simon (2003) diskutiert, ob Höflichkeitsformen wie dt. Sie, die „oberflächlich betrachtet […] ‚einfach nur normale’ Personalpronomina“ (ibd.: 91) darstellen (im Deutschen 3. Ps. Pl.), lediglich an eine andere Stelle im Paradigma transponiert wurden und dort eine sekundäre Funktion erfüllen, d.h. zwei Varianten eines einzigen grammatischen Elements sind, oder ob vielmehr eine grammatische Kategorie ‚Respekt’ – neben den traditionellen Kate-gorien ‚Person’, ‚Numerus’, ‚Genus’ usw. – mit den Werten [Honorativ] und [NonHonorativ] angenommen werden müsste.
Nach einem Überblick über die Behandlung des höflichen Anredepronomens Sie in verschiedenen deutschen Grammatiken (ibd.: 10 ff.) geht er der Frage nach, inwiefern dieses sich vom pluralischen unbeteiligtenreferentiellen sie unterscheidet. Er führt mehrere Strukturen (komplexe DPs, Relativsätze, ‚Präposition + Reflexiv-/ Personalpronomen’ etc.) an, in denen die beiden ein unterschiedliches syntaktisches Verhalten zeigen (ibd.: 136 ff.). Aufgrunddessen fordert er, dass Sie und sie innerhalb der Grammatik folglich als eigenständig betrachtet werden sollten (ibd.: 146). Auch Schubert (1985: 153) befasst sich mit der Frage, ob ‚Höflichkeit’ als grammatische Kategorie brauchbar ist, bezweifelt dies jedoch zumindest.
Eine analoge Betrachtung wäre auch für das italienische lei (höfliches Anredepronomen und Personalpronomen 3. Ps. Sg. Fem.) sowie für die höflichen Anredepronomina des Plurals (loro = 3. Ps. Pl. bzw. voi = 2. Ps. Pl.) denkbar.
1 Einleitung: Diese Einleitung definiert den Untersuchungsgegenstand der verbalen Höflichkeit als grammatikalisiertes Konzept in den romanischen Sprachen und grenzt diesen von soziolinguistischen Erklärungsmodellen ab.
2 Pragma- und soziolinguistische Ansätze: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über zentrale Theorien wie das face-Modell von Brown/Levinson und die Theorie der indirekten Sprechakte von Searle zur Erklärung von Höflichkeitsstrategien.
3 Anredesystem: Hier wird das System der pronominalen und nominalen Anrede im Italienischen und Portugiesischen detailliert analysiert, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf den komplexen Höflichkeitsformen liegt.
4 Modalsystem: Dieses Kapitel befasst sich mit der Bedeutung von Modalverben, Tempora und Modi für den Ausdruck von Höflichkeit und deren Rolle als Strategie zur Abschwächung von Sprechakten.
5 Lexik: Hier werden die Ausdrucksmöglichkeiten von Höflichkeit und Unhöflichkeit auf der Ebene des Wortschatzes, inklusive Schimpfwörter, Euphemismen und Höflichkeitsformeln, behandelt.
6 Zusammenfassung und Forschungsdesiderata: Das abschließende Kapitel resümiert die Ergebnisse zu den verschiedenen Höflichkeitsstrategien und regt zu weiterführenden vergleichenden Untersuchungen mit nicht-indoeuropäischen Sprachen an.
Höflichkeit, Honorifikation, Anredesystem, Modalität, Romanische Sprachen, Italienisch, Portugiesisch, Pronomina, Vokative, Indirektheit, face-Modell, Sprachwissenschaft, Grammatik, Pragmatik, Soziolinguistik.
Die Arbeit untersucht, wie Höflichkeit in den romanischen Sprachen, speziell im Italienischen und Portugiesischen, strukturell und grammatikalisch realisiert wird.
Zentrale Themen sind das Anredesystem, die Rolle der Modalität (Modalverben, Tempora, Modi) sowie die lexikalischen Ausdrucksmöglichkeiten für soziale Distanz und Höflichkeit.
Das Ziel ist die Identifikation morphosyntaktischer Strukturen und Regularitäten, die im Sprachsystem zum Ausdruck von Höflichkeit dienen, abseits rein pragmatischer Erklärungen.
Es handelt sich um eine synchron ausgerichtete linguistische Untersuchung, die auf der Analyse der grammatischen Inventare und deren Verwendung in Interaktionssituationen basiert.
Im Hauptteil werden das Anredesystem, das Modalsystem (Modalverben, Tempora, Modi) sowie die Lexik als höflichkeitsrelevante Bereiche ausführlich analysiert.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Höflichkeit, Honorifikation, Anredesystem, Pronomina, Modalität und Romanische Sprachen charakterisieren.
Während das Italienische kaum nicht-vokativische Anredenomina verwendet, stellen nominale Anredeformen wie "o senhor" oder "Artikelanreden" ein sehr wichtiges und hochkomplexes Element im portugiesischen System dar.
Die Verwendung des Imperfekts verschiebt Handlungen metaphorisch in die Vergangenheit, was zeitliche Distanz erzeugt und als interpersonale Distanz interpretiert wird, wodurch die Äußerung weniger direkt und damit höflicher wirkt.
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