Bachelorarbeit, 2006
107 Seiten, Note: gut
1. Einführung in die Thematik
2. Aspekte der Migration
2.1. Tendenz der demographischen Entwicklung der Migration am Beispiel der Spätaussiedler
2.2. Lebenssituation und Bedingungen der jugendlichen Menschen in der ehemaligen Sowjetunion
2.3. Motive und Hintergründe der Migration
2.4. Phasen der Migration und ihre Auswirkungen auf den Gesundheitszustand von jugendlichen russischsprachigen Migranten
2.5. Ökonomische und soziale Lage von jugendlichen Spätaussiedlern in Deutschland
3. Psychische Gesundheit in der Migration
3.1. Psychische Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen. Allgemein
3.2. Psychischer Gesundheitszustand und psychische Belastungen bei den russischsprachigen Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
3.3. Zusammenhang der Integration und der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
3.4. Suche nach Identität und ihre Auswirkung auf die Psyche der Jugendlichen
3.5. Psychosoziale und psychiatrische Versorgung von Migrantenkindern
4. Stand der Migrationsforschung von psychischer Gesundheit bei Kindern
4.1. Analyse der Problematik über die Migrationsforschung von psychischer Gesundheit bei Kindern
4.2. Ein Überblick über Ergebnisse und Probleme migrationspezifischer Forschungsstudien am Beispiel der Migrantenkinder aus der ehemaligen Sowjetunion
4.3. Psychische Gesundheit bei Migrantenkindern im Fokus der internationalen Forschung
5. Empirische Untersuchung
5.1. Methodisches Vorgehen
5.1.1.Untersuchungsdesign
5.1.2.Auswahl von Expertengruppen
5.1.3.Formulierungen der Fragestellungen
5.2. Durchführung der Untersuchung
5.3. Rücklaufquote
5.4. Datenauswertung
5.5. Ergebnisse
5.6. Perspektiven und Vorschläge von Experten für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung für Migranten
6. Diskussion
7. Zusammenfassung und Ausblick
Diese Arbeit zielt darauf ab, den psychischen Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, speziell am Beispiel jugendlicher Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion, darzustellen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie sich der Migrationsprozess und die damit verbundenen Lebensbedingungen auf die psychische Gesundheit dieser jungen Menschen auswirken und welche Unterstützungsangebote sie in Deutschland vorfinden.
Phase der Dekompensation.
Eine stürmische Periode erleben die jugendlichen russischsprachigen Migranten in der Phase der Dekompensation (Leyer 1991). Diese bewegte Phase ist mit Konflikten, Symptomen und Problemen besonders belastet, weil migrierte Kinder und Jugendliche aus der ehemaligen Sowjetunion eine neue Realität gestalten sowohl wie auch die Anpassungsfähigkeiten an die neue Umwelt erhalten müssen (Sluzki 2001). Baune (2004) bezeichnet diese Phase als einen psychologischen Migrationsprozess, in dem die Anpassung an neue kulturelle Werte gleichzeitig eine kritische Auseinandersetzung mit kulturellen Werten der eigenen Kultur bewirkt. Die Aufgabe von Kindern und Jugendlichen in dieser Phase besteht darin, sich an neue Lebensverhältnisse anzupassen, ohne ihre eigene Identität völlig zu verlieren. Leyer (1991) erwähnt ein weises Zitat von dem französischen Philosoph Diderot. Er schrieb: „Man ziehe den Rock des Landes an, das man besucht, und bewahre den Rock des Landes, aus dem man stammt“ (Leyer 1991).
Die Auswirkung auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen wird durch Krisen in der Familie, Unsicherheit in der Gesellschaft, erste Enttäuschungen und Frustrationen in dieser Phase verschärft.
1. Einführung in die Thematik: Dieses Kapitel führt in den Themenkomplex der Migration und deren psychosoziale Folgen für Kinder und Jugendliche ein und erläutert den Aufbau der vorliegenden Bachelorarbeit.
2. Aspekte der Migration: Hier werden theoretische Grundlagen der Migration, demografische Entwicklungen bei Spätaussiedlern sowie die Lebenssituation und Motive der Migration beleuchtet.
3. Psychische Gesundheit in der Migration: Dieses Kapitel behandelt die psychische Gesundheit im Allgemeinen, spezifische Belastungen russischsprachiger Jugendlicher sowie den Zusammenhang von Integration, Identitätssuche und der psychosozialen Versorgung.
4. Stand der Migrationsforschung von psychischer Gesundheit bei Kindern: Hier wird ein Überblick über den Forschungsstand sowie spezifische Probleme und Ergebnisse migrationsspezifischer Studien am Beispiel der Spätaussiedler gegeben.
5. Empirische Untersuchung: Das Kernkapitel beschreibt das methodische Vorgehen, die Durchführung der Experteninterviews in Bielefeld sowie die Auswertung der Ergebnisse und Expertenvorschläge zur Verbesserung der Versorgung.
6. Diskussion: Dieses Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Untersuchung im Kontext der theoretischen Literatur und diskutiert die Auswirkungen des Migrationsprozesses auf die psychische Gesundheit.
7. Zusammenfassung und Ausblick: Diese abschließenden Ausführungen fassen die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und geben Impulse für notwendige Innovationen im Gesundheitssystem für Migrantenkinder.
Migration, Psychische Gesundheit, Spätaussiedler, Kinder und Jugendliche, Psychosoziale Versorgung, Experteninterviews, Integration, Identität, Migrationsforschung, Psychiatrie, Kultursensibilität, Prävention, Lebensbedingungen, psychische Störungen, Migrationshintergrund.
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen des Migrationsprozesses auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen aus der ehemaligen Sowjetunion, die als Spätaussiedler nach Deutschland gekommen sind.
Die Arbeit beleuchtet die psychosozialen Bedingungen während der Migration, Identitätskonflikte, den Integrationsprozess in Deutschland und die Defizite in der aktuellen psychiatrischen Versorgung.
Das primäre Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die psychischen Belastungen dieser jungen Migrantengruppe zu entwickeln und durch Experteninterviews Hinweise für eine verbesserte gesundheitliche Versorgung zu gewinnen.
Die Arbeit basiert auf einer Kombination aus Literaturrecherche und einer qualitativen empirischen Untersuchung in Form von Experteninterviews mit Psychotherapeuten und Beratern in Bielefeld.
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen zur Migration, den Stand der Migrationsforschung zur psychischen Gesundheit von Kindern sowie die detaillierte Darstellung und Diskussion der empirischen Ergebnisse.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Migration, psychische Gesundheit, Spätaussiedler, Psychosoziale Versorgung, Identitätssuche und Integrationsproblematik.
Die Experten betonen, dass die Familie eine zentrale Rolle spielt, da der Verlust der sozialen Unterstützung aus der Heimat und der oft hohe familiäre Erwartungsdruck die psychische Gesundheit der Jugendlichen stark belasten.
Dies liegt an sprachlichen Barrieren, mangelndem Wissen über das deutsche Gesundheitssystem, der kulturellen Scham, psychische Probleme offen zuzugeben, sowie der Annahme, die Behandlung müsse privat finanziert werden.
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