Diplomarbeit, 2007
82 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise
2. Gegenstand und Wesen der Balanced Scorecard (BSC)
3. Begriffsverständnis und Charakter der Früherkennung
4. Die originäre BSC und ihr Potenzial zur Früherkennung
4.1 Die integrative Gesamtsicht und die Perspektiven der BSC
4.2 Früh- und Spätindikatoren der BSC
4.3 Ursache-Wirkungsbeziehungen der BSC
4.4 Beurteilung der originären BSC im Rahmen der Früherkennung
5. Darstellung und Beurteilung der Varianten BSC-gestützter Früherkennung
5.1 Ableitung der Kriterien für die Beurteilung der Varianten
5.2 Früherkennung innerhalb der Perspektiven der originären BSC
5.2.1 Die Balanced ScorecardPLUS
5.2.2 Die Risk Enhanced Balanced Scorecard
5.2.3 Beurteilung der Varianten
5.3 Balanced Scorecard mit eigenständiger Risikoperspektive
5.3.1 Grundlegende Darstellung der Variante
5.3.2 Beurteilung der Variante
5.4 Die Balanced Chance- and Risk-Card
5.4.1 Orientierung am Unternehmenswert
5.4.2 Strategische Erfolgsfaktoren als Quellen des Unternehmenswertes
5.4.3 Wirkungszusammenhänge
5.4.4 Beurteilung der Balanced Chance- and Risk-Card
5.5 Die Erfolgsfaktoren-basierte Balanced Scorecard
5.5.1 Erfolgsfaktoren-basierte Balanced Scorecards
5.5.2 Supplementäre Risk-Scorecard
5.5.3 Beurteilung der Erfolgsfaktoren-basierten Balanced Scorecard
6. Zusammenfassende Beurteilung der Varianten BSC-gestützter Früherkennung
7. Schlussbetrachtung
Das Hauptziel der Arbeit besteht darin, das Potenzial der Balanced Scorecard (BSC) zur betrieblichen Früherkennung zu untersuchen, verschiedene hierfür entwickelte Modellvarianten systematisch darzustellen und hinsichtlich ihrer Eignung kritisch zu bewerten.
4.2 Früh- und Spätindikatoren der BSC
Es wurde bereits in Kapitel 2 darauf hingewiesen, dass die BSC vorlaufende Indikatoren im Sinne von Frühindikatoren beinhaltet, die an die Seite von Ergebniskennzahlen im Sinne von Spätindikatoren treten. Die Berücksichtigung von Frühindikatoren im System der originären BSC erfolgt dabei implizit, da durch „die Ergänzung finanzieller Kennzahlen um weitere Perspektiven .. traditionelle Ergebniskennzahlen – quasi automatisch – auch um vorlaufende Indikatoren ergänzt [werden].“ Diese Frühindikatoren, die in erster Linie bei der Suche nach den Leistungstreibern ausfindig gemacht werden, sollen nun helfen, nicht nur die Vergangenheit reflektierende, finanzielle Kennzahlen einzusetzen, sondern z.B. auch Messgrößen zur Abschätzung der jeweiligen Wachstums- oder Innovationsmöglichkeiten. Gerade dieser Aspekt der vorgelagerten Frühindikatoren deutet nun auf das Früherkennungspotenzial der originären BSC hin. Die Einstufung einer Kennzahl als Früh- oder Spätindikator ist dabei grundsätzlich relativ. Sie hängt davon ab, aus welcher zeitlichen Position ein Prozess betrachtet wird, d.h. wie die logische und zeitliche Verknüpfung der Kennzahlen zu deuten ist. Die Verknüpfung der strategischen Ziele innerhalb der Perspektiven der BSC sollte daher immer in der Finanzperspektive enden, worauf auch Kaplan/Norton hinweisen.
Deutlich wird, dass die Finanzperspektive aus Indikatoren besteht, die relativ spät ausschlagen und demzufolge als Feedback einen Überblick über die wirtschaftlichen Konsequenzen früherer Aktionen geben. Die der Finanzperspektive vorgelagerten Perspektiven mit ihren strategischen Zielen wirken nun auf die strategischen Ziele der Finanzperspektive, d.h. die Kundenperspektive, die interne Prozessperspektive und die Lern- und Entwicklungsperspektive haben einen Früherkennungscharakter in Bezug auf die Erreichung finanzieller Ziele. Insbesondere die Perspektiven zu Geschäftsprozessen und Mitarbeitern sind hier herauszustellen, da sie sehr früh auf Entwicklungen hinweisen können und damit hohes Früherkennungspotenzial inne haben.
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die zunehmende Dynamik und Komplexität in Unternehmensumfeldern, die die Implementierung von Früherkennungssystemen erforderlich macht, und führt die Balanced Scorecard als potenzielles Instrument zur Strategieumsetzung und Früherkennung ein.
2. Gegenstand und Wesen der Balanced Scorecard (BSC): Dieses Kapitel definiert die BSC als multidimensionales Kennzahlen- und Managementsystem, das Visionen und Strategien in konkrete Ziele und Messgrößen übersetzt.
3. Begriffsverständnis und Charakter der Früherkennung: Hier werden Grundlagen der betrieblichen Früherkennung dargelegt, wobei der Schwerpunkt auf der Verkürzung von Reaktionszeiten durch das frühzeitige Erkennen von Chancen und Risiken liegt.
4. Die originäre BSC und ihr Potenzial zur Früherkennung: Das Kapitel untersucht die ursprüngliche BSC hinsichtlich ihrer Eignung für die Früherkennung, wobei insbesondere die integrative Gesamtsicht, die Verwendung von Frühindikatoren und Ursache-Wirkungsketten hervorgehoben werden.
5. Darstellung und Beurteilung der Varianten BSC-gestützter Früherkennung: Dies ist der Hauptteil der Arbeit, in dem verschiedene Konzepte (BSC-PLUS, Risk Enhanced BSC, Risikoperspektive, BCR-Card, EFBSC) zur Integration von Risikoaspekten in die BSC detailliert dargestellt und bewertet werden.
6. Zusammenfassende Beurteilung der Varianten BSC-gestützter Früherkennung: Es erfolgt ein vergleichendes Fazit, das die Stärken und Schwächen der einzelnen Varianten gegenüberstellt und den methodisch fundierten Ansatz der EFBSC als besonders leistungsfähig hervorhebt.
7. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion über den Nutzen der verschiedenen Ansätze und stellt fest, dass alle Modelle einen Beitrag zur Früherkennung leisten können, die Wahl der Variante jedoch kosten-nutzen-abhängig getroffen werden muss.
Balanced Scorecard, Früherkennung, Strategische Planung, Risikomanagement, Frühindikatoren, Ursache-Wirkungsketten, Unternehmenswert, Erfolgsfaktoren, Strategische Früherkennung, Performance Measurement, KonTraG, Unternehmenssteuerung, Chancen- und Risikomanagement.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der theoretischen Eignung und praktischen Anwendung der Balanced Scorecard (BSC) als Instrument zur betrieblichen Früherkennung von Chancen und Risiken.
Die zentralen Felder umfassen die Konzepte des strategischen Managements, die betriebswirtschaftliche Früherkennung nach KonTraG sowie verschiedene erweiterte Formen der Balanced Scorecard.
Das Ziel ist es, zu ermitteln, ob und wie das Konzept der BSC zur Früherkennung genutzt werden kann, die verschiedenen Modellansätze zu systematisieren und diese hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile sowie ihres Integrationsaufwands zu bewerten.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der verschiedene konzeptionelle Ansätze zur BSC-Erweiterung gesammelt, gegenübergestellt und anhand von Anforderungskriterien für Führungsinformationssysteme (z. B. Vollständigkeit, Benutzeradäquanz, Handhabbarkeit) beurteilt werden.
Der Hauptteil analysiert die originäre BSC, gefolgt von einer detaillierten Darstellung und Beurteilung von vier Varianten: Früherkennung innerhalb der originären Perspektiven, BSC mit separater Risikoperspektive, die Balanced Chance- and Risk-Card und die Erfolgsfaktoren-basierte BSC.
Die wichtigsten Begriffe sind Balanced Scorecard, Früherkennung, Risikomanagement, Frühindikatoren, Erfolgsfaktoren und Unternehmenssteuerung.
Die Erfolgsfaktoren-basierte Balanced Scorecard (EFBSC) nutzt ein methodisch fundiertes, mehrstufiges Konzept, das Risiken in den Kontext strategischer Erfolgsfaktoren stellt und teilweise mathematische Verknüpfungen verwendet, was sie in vielen Kriterien den anderen Modellen überlegen macht.
Obwohl die BCR-Card einen systematischen Überblick bietet, ist sie durch die getrennte Darstellung von Chancen und Risiken in zwei Scorecards in der praktischen Umsetzung komplex und fehleranfällig hinsichtlich der Koordination.
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