Examensarbeit, 2007
93 Seiten, Note: 1,0
0. Einleitung
1. Der Einfluss von Kultur auf Sprache
1.1. Der Kulturbegriff
1.2. Die Klassifizierung von Kulturen
1.3. Das sprachliche Weltbild
1.4. Kulturspezifische Konzepte
1.4.1. Das Konzept – eine Begriffsbestimmung
1.4.2. Die Kulturspezifik von Konzepten
1.5. Realienbezeichnungen
1.5.1. Der Realienbegriff
1.5.2. Realienkategorien – ein Differenzierungsversuch
2. Äquivalenzbeziehungen in der zweisprachigen Lexikographie
2.1. Funktionen der zweisprachigen Lexikographie
2.2. Übersetzen als kultureller Transfer
2.3. Die Darstellung semantischer Sinnrelationen im Wörterbuch
2.4. Äquivalenzstufen bei kulturspezifischem Wortschatz
2.4.1. Der Äquivalenzbegriff
2.4.2. Partielle Äquivalenz
2.4.3. Nulläquivalenz
3. Kulturspezifische Lexik in russisch-deutschen Wörterbüchern
3.1. Die untersuchten Wörterbücher
3.2. Der kulturelle und sprachliche Hintergrund des Wörterbuchbenutzers
3.3. Benutzerhinweise und kulturspezifische Lexik
3.4. Lexikographische Verfahren zur Wiedergabe von russischen Realienbezeichnungen
3.4.1. Transkription
3.4.2. Analogieverwendung
3.4.3. Paraphrase
3.5. Die Wiedergabe von Realienbezeichnungen in russisch-deutschen Wörterbüchern
3.5.1. Geographische Realien
3.5.2. Ethnographische Realien
3.5.2.1. Speisen und Getränke
3.5.2.2. Kleidung und Schmuck
3.5.2.3. Transportmittel
3.5.2.4. Architektur und Wohnen
3.5.2.5. Maßeinheiten und Währungen
3.5.2.6. Folklore und Brauchtum
3.5.3. Gesellschaftspolitische und soziohistorische Realien
3.5.3.1. Territorial-administrative Verwaltungseinheiten
3.5.3.2. Bildung
3.5.3.3. Religion und Kirche
3.5.3.4. Historismen zur Bezeichnung gesellschaftlicher Erscheinungen
3.5.3.5. Historismen zur Bezeichnung von Personen oder Amtstitel
3.5.3.6. Sowjetismen
3.6. Bewertung der angewandten lexikographischen Wiedergabeverfahren
3.7. Einige Vorüberlegungen für die Erstellung eines russisch-deutschen Realienwörterbuches
4. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht metalexikographisch, wie zweisprachige Wörterbücher für das Sprachenpaar Russisch-Deutsch mit Wörtern umgehen, die eine kulturspezifische Semantik aufweisen (insbesondere Realienbezeichnungen). Ziel ist es, die Effektivität verschiedener Darstellungs- und Erklärungsmodelle kritisch zu evaluieren und herauszufinden, inwieweit diese Modelle den Nutzern ein Bewusstsein für die Kulturspezifik vermitteln.
3.4.1. Transkription
Bei der Transkription wird die lautliche Form des ausgangssprachlichen Wortes mit graphischen Mitteln der Zielsprache wiedergegeben. Durch die Nutzung unterschied-licher Alphabete unterscheiden sich die Lexeme im Sprachenpaar Russisch-Deutsch zusätzlich auch im Schriftsystem. BARCHUDAROW (1979: 103ff.) fügt hinzu:
Dieses Verfahren wird häufig in zweisprachigen Wörterbüchern angewandt, wenn es um die Wiedergabe von äquivalentloser Lexik geht; so finden sich ... als Äquivalente für die russischen Wörter борщ, квас, калач, окрошка, самовар die Transkriptionen Borschtsch, Kwaß, Kalatsch, Okroschka, Samowar, die meist von Erläuterungen, d.h. beschreibenden Übersetzungen begleitet sind ...
Mitunter erfolgt eine morphonologische Angleichung an die Nehmersprache. Beispielsweise findet sich das deutsche Suffix -e (schwa-Laut) in Lexemen wie Byline (былина), Kopeke (копека) und Datsche (дача), die somit den Status eines Lehnwortes besitzen („assimilierte Transkription“).
Die Transliteration, d.h. die buchstabengetreue Wiedergabe des (in diesem Falle) kyrillischen Alphabets durch lateinische Buchstaben unter Verwendung diakritischer Zeichen, findet in der zweisprachigen Lexikographie keine Anwendung, denn sie ist in der Regel nur in wissenschaftlichen Texten oder als Umschrift im Bibliothekswesen von Relevanz, z.B. Киевская Русь Кievskaja Rus’ oder обломовщина oblomovščina.
0. Einleitung: Die Arbeit untersucht die metalexikographische Darstellung kulturspezifischer russischer Lexik in zweisprachigen Wörterbüchern, um die Effektivität aktueller Wiedergabeverfahren kritisch zu hinterfragen.
1. Der Einfluss von Kultur auf Sprache: Dieses Kapitel erläutert den Zusammenhang zwischen Sprache und Kultur und definiert Begriffe wie Kulturspezifik, sprachliches Weltbild und Realienbezeichnungen aus ethnologischer Perspektive.
2. Äquivalenzbeziehungen in der zweisprachigen Lexikographie: Der zweite Abschnitt analysiert die theoretischen Funktionen der zweisprachigen Lexikographie und behandelt zentrale Probleme wie Übersetzung, Äquivalenzstufen und lexikographische Lücken.
3. Kulturspezifische Lexik in russisch-deutschen Wörterbüchern: Der Praxisteil bewertet an konkreten Beispielen aus sechs verschiedenen Wörterbüchern, wie diese mit kulturell aufgeladenen Begriffen umgehen, und entwickelt Vorschläge für eine verbesserte lexikographische Mikrostruktur.
4. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass die kulturelle Spezifik in aktuellen Wörterbüchern noch stärker berücksichtigt werden sollte, insbesondere durch ein System aus Anmerkungen und Erklärungen, um die Rolle als „Kulturdolmetscher“ auszufüllen.
Kulturspezifische Lexik, Realienbezeichnungen, zweisprachige Lexikographie, Äquivalenzbeziehungen, Translationswissenschaft, Nulläquivalenz, Paraphrase, Analogieverwendung, Transkription, Metalexikographie, Kulturareale, sprachliches Weltbild, Sowjetismen, Historismen, Russische Sprache.
Die Arbeit befasst sich mit der metalexikographischen Analyse, wie zweisprachige russisch-deutsche Wörterbücher Begriffe mit kulturspezifischer Bedeutung darstellen.
Die Arbeit deckt Themen wie die kulturelle Prägung von Sprache, die Theorie der Äquivalenz in der Lexikographie sowie konkrete Verfahren zur Wiedergabe fremdkultureller Realien ab.
Das Ziel ist es, kritisch zu evaluieren, ob die aktuellen Darstellungsverfahren den Nutzern helfen, die Kulturspezifik hinter den Begriffen zu verstehen, und diesbezügliche Defizite in gängigen Wörterbüchern aufzuzeigen.
Es wird eine metalexikographische Analyse durchgeführt, bei der ein eigens erarbeitetes Korpus von über 250 Stichwortartikeln aus sechs russisch-deutschen Äquivalenzwörterbüchern kontrastiv und bewertend untersucht wird.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Sprachkultur sowie eine umfangreiche praktische Analyse verschiedener Realienkategorien wie Speisen, Kleidung, soziale Institutionen und Historismen.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Realien, Äquivalenz, Nulläquivalenz, Paraphrase, Analogieverwendung und Transkription.
Der Autor zeigt auf, dass einfache Äquivalente oft wichtige kulturelle Konnotationen verlieren, was dazu führen kann, dass der Nutzer zwar die lexikalische Bedeutung versteht, das zugrunde liegende kulturelle Konzept jedoch falsch oder gar nicht erfasst.
Der Autor schlägt unter anderem die Ergänzung von Stichwortartikeln durch kurze enzyklopädische Infokästen, zusätzliche Paraphrasen anstelle von reiner Transkription sowie die Verwendung von Bildern vor, um dem Nutzer ein lebendigeres Bild der beschriebenen Realien zu vermitteln.
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