Masterarbeit, 2007
69 Seiten, Note: 1,2
1 Einleitung
2 Pädagogische Grundlagen und Voraussetzungen des Unterrichts an Schulen
2.1 Der Bildungsbegriff
2.2 Der Bildungsauftrag der Schulen
2.3 Der besondere Bildungsauftrag der berufsbildenden Schulen
2.4 Die Rahmenrichtlinien für die berufsbildenden Schulen
2.4.1 Das Lernfeldkonzept
2.4.2 Rahmenrichtlinien für das Unterrichtsfach Deutsch
3 Die gegenwärtige Rolle des DU an berufsbildenden Schulen
3.1 Die besondere aktuelle Herausforderung des DU
3.2 Prinzipien und Didaktik des Deutschunterrichts
3.3 Schlussfolgerungen
4 Schlüsselqualifikationen in der beruflichen Bildung – Konzepte und Grundlagen für den Deutschunterricht
4.1 Die Etablierung des Schlüsselqualifikationskonzeptes in der beruflichen Bildung
4.2 Kommunikative Kompetenz als die Schlüsselqualifikation im DU
4.3 Kommunikationsanlässe aus der Alltags- und Berufswelt
4.4 Exkurs: Theoretische Grundlagen der Kommunikation
5 Konsequenzen für den DU
5.1 Modul 1: Grundlagen der Kommunikation / Rhetorik
5.1.1 Zielsetzung
5.1.2 Didaktische Analyse
5.1.3 Unterrichtssequenz: Grundlagen der Rhetorik/Kommunikation
5.2 Modul 2: Präsentation
5.2.1 Zielsetzung
5.2.2 Didaktische Analyse
5.2.3 Methodische Konsequenzen
5.2.4 Unterrichtssequenz Präsentation
5.3 Modul 3: Moderation
5.3.1 Zielsetzung
5.3.2 Didaktische und methodische Analyse
5.3.3 Unterrichtssequenz Moderation
6 Fazit
Die Masterarbeit untersucht die Rolle des Deutschunterrichts an berufsbildenden Schulen im Kontext der Vermittlung von Schlüsselqualifikationen. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern curricular verankerte kommunikative Kompetenzen praktisch umgesetzt und zur Förderung der beruflichen Handlungsfähigkeit sowie der Persönlichkeitsentwicklung der Schüler genutzt werden können.
2.1 Der Bildungsbegriff
Der Einzug des Bildungsbegriffs in die Pädagogik begann im 18. Jahrhundert durch das entstehende neue Menschenbild eines aufgeklärten, in wissenschaftlichen Kategorien denkenden Menschen. Ausgehend von den Ideen Rousseaus und Pestalozzis formulierte W.v. Humboldt (1767-1835) als Vertreter des klassischen Bildungsbegriffs das Ziel einer allgemeinen Menschenbildung, in der die Beziehung zwischen Individualität und Kollektivität, von Bildung und Beruf und von Mensch und Gesellschaft beschrieben wird. Als erster erhebt er Bildung zum Programm. Seine bildungstheoretischen Ansätze betonen die Auseinandersetzung des Menschen mit seiner Umwelt durch Bildung, das Erleben von Spannungen und Widersprüchen sowie die Selbstbestimmung der menschlichen Person. Humboldt begründet ein mehrgliedriges Bildungssystem, in dem jeder nach seinen Fähigkeiten und nach den Anforderungen, die die Gesellschaft an ihn stellt, gefördert wird.
Mit der Schaffung der ersten Gymnasiallehrpläne im frühen 19. Jahrhundert in Preußen wird Bildung ein messbares Gut. Bildung allein genügt nicht mehr, sondern soll Nutzen und Gewinn ermöglichen. Damit entwickelt sich Bildung zum Statussymbol in der Gesellschaft (vgl. Wehnes 1991:258-260).
Anfang des 20. Jahrhunderts konnte die wachsende Bedeutung von Natur-, Berufs- und Wirtschaftswissenschaften nicht länger von der Pädagogik ignoriert werden. Für G.M. Kerschensteiner (1854-1932), der Begründer der Berufsschulen in Deutschland, galt die „Berufsbildung als Pforte zur Menschenbildung“ (vgl. Wehnes 1991:258-315). Im Jahre 1967 entwickelte S.B. Robinsohn (1916-1972) einen Bildungsbegriff, der sich mehr auf das Vermitteln von Qualifikationen und das Beherrschen von praktischen Verhaltenstechniken konzentrierte. Danach ist „[...] Bildung Ausstattung zum Verhalten in der Welt“ (Robinsohn 1967:26). Geht man von dieser Definition aus, dann dienen diese Qualifikationen als Ausstattungsmittel oder -hilfe zum Verhalten in der Alltags- und Berufswelt. Für die Ausbildung an den berufsbildenden Schulen und hier insbesondere für den Deutschunterricht (DU) ergibt sich somit die Aufgabe, das WIE und WARUM dieser Qualifikationen zu klären und dabei schwerpunktmäßig die Berufs- und Alltagsreife zu fördern.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz des Deutschunterrichts für die Persönlichkeitsbildung und die Weiterentwicklung von Kompetenzen als Schlüsselqualifikationen an berufsbildenden Schulen.
2 Pädagogische Grundlagen und Voraussetzungen des Unterrichts an Schulen: Dieses Kapitel erläutert den Bildungsbegriff sowie den speziellen Bildungsauftrag berufsbildender Schulen im dualen System und stellt das Lernfeldkonzept vor.
3 Die gegenwärtige Rolle des DU an berufsbildenden Schulen: Hier werden die besonderen Herausforderungen des Deutschunterrichts diskutiert, insbesondere im Hinblick auf sprachliche Reflexion, Orientierungswissen und den Umgang mit neuen Medien.
4 Schlüsselqualifikationen in der beruflichen Bildung – Konzepte und Grundlagen für den Deutschunterricht: Dieses Kapitel definiert Schlüsselqualifikationen, betont die kommunikative Kompetenz als zentralen Bestandteil und analysiert Kommunikationsanlässe in Berufs- und Alltagswelt.
5 Konsequenzen für den DU: Der Autor präsentiert konkrete Module für den Deutschunterricht, die als praxisnahe Unterrichtssequenzen für Rhetorik, Präsentation und Moderation konzipiert sind.
6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass der Deutschunterricht ein unverzichtbarer Teil der Berufsausbildung ist, um überfachliche Handlungskompetenzen gezielt zu fördern.
Deutschunterricht, berufsbildende Schulen, Schlüsselqualifikationen, kommunikative Kompetenz, berufliche Bildung, Lernfeldkonzept, Handlungsorientierung, Rhetorik, Präsentation, Moderation, Sprachdidaktik, Persönlichkeitsbildung, Medienerziehung, Berufsausbildung, Handlungskompetenz.
Die Arbeit untersucht, welche Rolle der Deutschunterricht an berufsbildenden Schulen spielt und wie dieser zur Vermittlung von Schlüsselqualifikationen beitragen kann.
Im Zentrum stehen die pädagogischen Grundlagen der beruflichen Bildung, das Lernfeldkonzept, die Förderung kommunikativer Kompetenzen und die praxisnahe Gestaltung von Unterrichtsmodulen.
Ziel ist es zu klären, inwieweit Schlüsselqualifikationen in den curricularen Vorgaben enthalten sind und wie Deutschlehrkräfte diese sinnvoll in den Unterricht integrieren können.
Der Autor stützt sich auf eine Analyse einschlägiger pädagogischer Literatur und Rahmenrichtlinien sowie auf eine repräsentative telefonische Umfrage bei 30 Schulen zur aktuellen Unterrichtspraxis.
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Herleitung von Schlüsselqualifikationen, der Bedeutung kommunikativer Kompetenz und der Entwicklung konkreter Unterrichtsmodule für Rhetorik, Präsentation und Moderation.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Schlüsselqualifikationen", "kommunikative Kompetenz", "Lernfeldkonzept" und "handlungsorientierter Unterricht" geprägt.
Sie gilt als die zentrale Schlüsselqualifikation, da sie als integrative Schnittstelle zwischen allgemeinbildenden Inhalten und beruflichen Anforderungen dient.
Ohne Deutschunterricht würde die berufsbildende Schule auf eine reine Wissensvermittlung reduziert; das Fach leistet hingegen einen essentiellen Beitrag zur Reflexion der Berufsrolle und gesellschaftlichen Teilhabe.
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