Diplomarbeit, 2007
72 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Professionelle Soziale Arbeit
2.1 Begriffliche Annährung
2.1.1 Was ist Soziale Arbeit?
2.1.2 Was sind Professionen?
2.2 Die Professionalisierungsdiskussion in der Sozialen Arbeit
2.2.1 Aktuelle Professionalisierungsdiskussion
2.2.1 Historische Entwicklung der Professionalisierungsbemühungen
2.3 Soziale Arbeit zwischen Therapieleistung und Konsensbeschaffung
3. Sexueller Kindesmissbrauch
3.1 Definitionskriterien
3.1.1 Erklärungsmodelle
3.1.2 Die Strategien der Täter
3.1.3. Die Folgen sexuellen Missbrauchs
3.2 Jugendhilfe im Rechtsstaat
3.2.1 Elternrecht, Elternpflicht und das Staatliche Wächteramt
3.2.2 Die Rechte das Kindes
3.2.3 Die Kinder- und Jugendhilfe
3.2.4 Verstärkung des Schutzauftrags der Kinder- und Jugendhilfe
3.3 Konsequenzen und Herausforderungen für die Praxis
4. Professionelle Soziale Arbeit mit sexuell missbrauchten Kinder
4.1 Die Beratungsstelle „Neue Wege“ in Bochum
4.1.1 Historische Entwicklung
4.1.2 Aufgaben, Angebote, Schwerpunkte
4.1.3 Das Team der Beratungsstelle und die Leistungen der Kinderschutzambulanz
4.2 Soziale Arbeit mit sexuell missbrauchten Kindern zwischen Therapieleistung und Konsensbeschaffung
5. Fazit
Diese Arbeit untersucht, wie professionelle Soziale Arbeit die Balance zwischen therapeutischer Unterstützung und der notwendigen Konsensbeschaffung in Fällen von sexuellem Kindesmissbrauch gestalten kann. Dabei wird die Rolle der Fachkräfte im Kontext gesetzlicher Anforderungen, insbesondere des Schutzauftrags der Jugendhilfe, beleuchtet.
3.1.2 Die Strategien der Täter
Heute geht man davon aus, dass es sich beim sexuellen Missbrauch in den meisten Fällen um geplante Übergriffe handelt. Es passiert nicht zufällig, sondern ist meistens Resultat eines sorgfältig entwickelten Plans. Die Täterstrategien sind nach außen gerichtet, um das Einschreiten Dritter nicht befürchten zu müssen, sie sind gegen das Kind gerichtet um es abhängig und hilflos zu machen, sie sind gegen die engsten Vertrauenspersonen des Opfers gerichtet, damit diese weder ihrer eigenen Wahrnehmung noch Hinweisen das Kindes trauen. Durch sein zielgerichtetes Handeln verzerrt der Täter somit auch die Wahrnehmung professioneller Helfer.
So wird häufig gezielt Kontakt zu potentiellen Opfern gesucht, dessen Vorlieben, Ängste, Abneigungen, Gewohnheiten, Wünsche und Kontakte genau erkundet. Plätze werden aufgesucht, an denen sich Kinder oft aufhalten. Enders zu Folge belegen zahlreiche Beispiele, dass ehrenamtliches Engagement in pädagogischen und psychosozialen Arbeitsfeldern als eine der „klassischen Methoden der Opferbeschaffung“ dient. Die Opfer werden ebenso gezielt und strategisch ausgewählt, emotional vernachlässigte, zuvor missbrauchte, misshandelte oder auch sehr junge Kinder. Sie leisten weniger Widerstand und ihnen wird seltener geglaubt. Des Weiteren spricht Enders von „Testritualen“: nach der Kontaktaufnahme wird oft und schwer erkennbar die Widerstandfähigkeit geprüft. Betroffene sowie Außenstehende können „die Systematik dieser schleichenden Sexualisierung“ schwer nachvollziehen. Täter verzerren und vernebeln die Wahrnehmung der Umwelt sowie die des Opfers. Die Tat wird als Spiel getarnt, die kindliche Unwissenheit und Neugier wird ausnutzt. Die Isolation des Opfers von deren Bezugspersonen gehört ebenso zur systematisch geplanten Tat wie der Versuch, das Opfer hinsichtlich möglicher Aussagen gegenüber Dritten (z. B. Ärzten) zu kontrollieren. Oft wird der Missbrauch auch zum gemeinsamen Geheimnis erklärt und das Kind durch physische und psychische Gewalt zum Schweigen gebracht.
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die professionelle Soziale Arbeit im Spannungsfeld zwischen therapeutischer Hilfe und Konsensbeschaffung bei sexuellem Kindesmissbrauch.
2. Professionelle Soziale Arbeit: Dieses Kapitel erläutert Begriffe, theoretische Hintergründe sowie die historische Entwicklung und die spezifischen Anforderungen an die Professionalität in der Sozialen Arbeit.
3. Sexueller Kindesmissbrauch: Hier werden Definitionen, Täterstrategien, Folgen für Betroffene sowie der rechtliche Rahmen der Jugendhilfe und deren Schutzauftrag detailliert dargestellt.
4. Professionelle Soziale Arbeit mit sexuell missbrauchten Kinder: Das Kapitel stellt die Beratungsstelle „Neue Wege“ als Praxisbeispiel vor und analysiert die Anwendung der erarbeiteten Kompetenzmodelle in der konkreten Arbeit mit missbrauchten Kindern.
5. Fazit: Die Zusammenfassung unterstreicht die Notwendigkeit einer multiprofessionellen Herangehensweise und enger Kooperationen innerhalb der Jugendhilfe zur Sicherung des Kinderschutzes.
Soziale Arbeit, Kindeswohlgefährdung, Sexueller Kindesmissbrauch, Jugendhilfe, Schutzauftrag, Professionelles Handeln, Therapie, Konsensbeschaffung, Kinderschutz, Beratungsstelle, Fallverstehen, Elternverantwortung, Interdisziplinarität, Prävention
Die Diplomarbeit befasst sich mit der professionellen Sozialen Arbeit in Fällen von sexuellem Kindesmissbrauch, insbesondere mit der Frage, wie Fachkräfte zwischen therapeutischen Hilfestellungen und der notwendigen gesetzlichen Konsensbeschaffung agieren können.
Die Arbeit verknüpft professionstheoretische Ansätze der Sozialen Arbeit mit dem komplexen Problemfeld des sexuellen Kindesmissbrauchs und den rechtlichen Rahmenbedingungen des Kinderschutzes (SGB VIII).
Das Ziel ist es, die besondere Handlungskompetenz von Sozialarbeitern in Krisensituationen herauszuarbeiten und aufzuzeigen, wie Institutionen den gesetzlichen Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung professionell umsetzen können.
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen zu Professionstheorien sowie die Auswertung von Konzeptionen und Erfahrungen der Fachberatungsstelle „Neue Wege“ in Bochum.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung professionellen Handelns, eine inhaltliche Auseinandersetzung mit sexuellem Kindesmissbrauch und dessen rechtlicher Einordnung in die Jugendhilfe sowie die Vorstellung einer spezialisierten Beratungsstelle.
Zu den zentralen Begriffen gehören Soziale Arbeit, Kindeswohlgefährdung, Schutzauftrag, professionelle Handlungskompetenz, Kinderschutz und Interdisziplinarität.
Die Arbeit reflektiert die Paradoxie zwischen Hilfe für das Kind und der staatlichen Kontrollfunktion, wobei dies heute nicht mehr als Gegensatz, sondern als intermediäre Vermittlungsfunktion verstanden wird.
Die Beratungsstelle dient als praxisnahes Beispiel für die Umsetzung eines multiprofessionellen Beratungsansatzes und verdeutlicht, wie durch Kooperationen mit Gerichten und Kliniken professioneller Kinderschutz in der Praxis aussieht.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

