Masterarbeit, 2006
115 Seiten, Note: 1,0
1. Theoretische Einführung
1.1 Theoretischer Hintergrund
1.1.1 Principal-Agent-Theorie
1.1.2. Moral Hazard
1.1.3 Maßnahmen zur Disziplinierung des Agenten
1.1.4 Verantwortlichkeit bei Entscheidungsprozessen
1.1.5 Arten von Verantwortlichkeit
1.1.6 Ergebnis- und Prozessverantwortlichkeit
1.1.7 Informationssuche in Entscheidungsfindungsprozessen
1.1.7.1 Konfirmatorische Informationssuche
1.1.7.2 Verantwortlichkeit und Informationssuche
1.1.7.3 Erinnerungsleistung und Informationssuche
1.1.7.4 Motivationen und Informationssuche
1.2 Ableitung der Hypothesen
1.2.1 Hypothese zur differentiellen Wirkung von Ergebnis- und Prozessverantwortlichkeit der Berater auf ihre Informationssuche
1.2.2 Hypothese zur differentiellen Wirkung von Ergebnis- und Prozessverantwortlichkeit der Berater auf ihre Erinnerungsleistung
1.2.3 Hypothese zur differentiellen Wirkung von Ergebnis- und Prozessverantwortlichkeit der Berater auf ihre Erinnerungsleistung von dissonanten Informationen
1.2.4 Hypothese zur differentiellen Wirkung von Ergebnis- und Prozessverantwortlichkeit der Berater auf ihre Erinnerungsleistung von konsonanten Informationen
1.2.5 Hypothese zum Einfluss von Stressempfinden der Berater auf ihre Informationssuche
1.2.6 Hypothese zum Einfluss von Verteidigungsmotivation der Berater auf ihre Informationssuche
1.2.7 Hypothese zum Einfluss von Eindrucksmotivation der Berater auf ihre Informationssuche
1.2.8 Hypothese zum Einfluss von Genauigkeitsmotivation der Berater auf ihre Informationssuche
2. Methode
2.1 Versuchsteilnehmer
2.2 Versuchsdesign
2.2.1 Allgemeine Gestaltung des Experiments
2.2.2 Unabhängige Variable
2.2.3 Abhängige Variable
2.2.4 Weitere Variablen
2.2.5 Operationalisierungen
2.3 Versuchsmaterial
2.4 Versuchsablauf
2.4.1 Vorläufige Entscheidung
2.4.2 Informationssuche und endgültige Entscheidung
2.4.3 Nachbefragung
3. Ergebnisse
3.1 Allgemeine Anmerkungen zu den Ergebnissen
3.2 Manipulationskontrollen
3.2 Effekt des Alters auf die abhängigen Variablen
3.3 Effekt des Geschlechts auf die abhängigen Variablen
3.4 Überprüfung der Hypothese zur differentiellen Wirkung von Ergebnis- und Prozessverantwortlichkeit der Berater auf ihre Informationssuche
3.4.1 Berechnungen
3.4.2 Zusammenfassung
3.5 Überprüfung der Hypothese zur differentiellen Wirkung von Ergebnis- und Prozessverantwortlichkeit der Berater auf ihre Erinnerungsleistung
3.5.1 Berechnungen
3.5.2 Zusammenfassung
3.6 Überprüfung der Hypothese zur differentiellen Wirkung von Ergebnis- und Prozessverantwortlichkeit der Berater auf ihre Erinnerungsleistung von dissonanten Informationen
3.6.1 Berechnungen
3.6.2 Zusammenfassung
3.7 Überprüfung der Hypothese zur differentiellen Wirkung von Ergebnis- und Prozessverantwortlichkeit der Berater auf ihre Erinnerungsleistung von konsonanten Informationen
3.7.1 Berechnungen
3.7.2 Zusammenfassung
3.8 Überprüfung der Hypothese zum Einfluss von Stressempfinden der Berater auf ihre Informationssuche
3.8.1 Berechnungen
3.8.2 Zusammenfassung
3.9 Überprüfung der Hypothese zum Einfluss von Verteidigungsmotivation der Berater auf ihre Informationssuche
3.9.1 Berechnungen
3.9.2 Zusammenfassung
3.10 Überprüfung der Hypothese zum Einfluss von Eindrucksmotivation der Berater auf ihre Informationssuche
3.10.1 Berechnungen
3.10.2 Zusammenfassung
3.11 Überprüfung der Hypothese zum Einfluss von Genauigkeitsmotivation der Berater auf ihre Informationssuche
3.11.1 Berechnungen
3.11.2 Zusammenfassung
4. Diskussion
4.1 Theoretische Implikationen
4.1.1 Differentielle Wirkung von Ergebnis- und Prozessverantwortlichkeit der Berater auf ihre Informationssuche
4.1.2 Differentielle Wirkung von Ergebnis- und Prozessverantwortlichkeit der Berater auf ihre Erinnerungsleistung
4.1.3 Einfluss von Stressempfinden der Berater auf ihre Informationssuche
4.1.4 Einfluss von Verteidigungs-, Eindrucks- und Genauigkeitsmotivation der Berater auf ihre Informationssuche
4.2 Praktische Implikationen
4.2.1 Prozessverantwortlichkeit
4.2.2. Ergebnisverantwortlichkeit
4.2.3 Weiterführende Fragen und Ausblick
4.3 Probleme / Besonderheiten bei der Erhebung
4.4 Fazit
Diese Masterarbeit untersucht den Einfluss von Beraterverantwortlichkeiten (Ergebnis- versus Prozessverantwortlichkeit) auf die Ausgewogenheit der Informationssuche in Entscheidungssituationen, basierend auf der Principal-Agent-Theorie.
1.1.2. Moral Hazard
Zu den Risikofaktoren der Prinzipal-Agenten-Interaktion gehört der sogenannte „moral hazard“ (Arrow, 1991; Ebers & Gotsch, 2002; Jonas, Kauffeld & Frey, in Druck). Darunter versteht man ein moralisches Wagnis, bei dem der Berater eigennütziges strategisches Verhalten zum Nachteil des Klienten an den Tag legt, beispielsweise Handlungen zur optimalen Auftragserfüllung unterlässt. Auslöser dieses Risikos ist das Informationsdefizit des Prinzipals, der lediglich das Ergebnis, nicht jedoch das detaillierte Engagement seines Agenten sehen und bewerten kann. Da sich Berater häufig opportunistisch verhalten und jeder eigens betriebene Aufwand Kosten verursacht, folgen auf diesen Umstand Probleme, wie die in der Literatur als „hidden action“ (verborgene Handlung) und „hidden information“ (verborgene Information) beschriebenen (Arrow, 1991; Ebers & Gotsch, 2002). Von „hidden information“ ist beispielsweise die Rede, wenn der Berater Informationen aus strategischen Gründen zurückhält. Mit „hidden action“ werden Umstände beschrieben, in denen der Agent seine Ressourcen reduziert oder egoistische Handlungen unternimmt, ohne dass der Klient dies direkt beobachten kann. Diese Informationen und Handlungen bleiben dem Klienten buchstäblich „verborgen“. Laut Principal-Agent-Theorie handelt der Agent so lange entgegen dem Nutzen seines Prinzipals, wie sich der Auftrag nicht mit seinen eigennützigen Interessen deckt (Ebers & Gotsch, 2002).
Übertragen auf vorliegendes Untersuchungsszenario lässt sich die unausgewogene Informationssuche in Entscheidungsprozessen als konkretes Problem des moral hazard benennen. Das übermäßige Berücksichtigen von Informationen, die die eigene Präferenz unterstützen, entspricht nicht den Wünschen des Prinzipals (Jonas & Frey, 2003). Jedoch verhilft es dem Berater möglicherweise Einfluss auf seinen Auftraggeber auszuüben und sich besonders selbstbewusst und empfehlungssicher zu geben (Jonas, Schulz-Hardt & Frey, 2005).
1. Theoretische Einführung: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Rahmen, insbesondere die Principal-Agent-Theorie und verschiedene Arten der Verantwortlichkeit, und leitet daraus die Hypothesen für die Untersuchung ab.
2. Methode: Hier wird der Aufbau des Experiments beschrieben, inklusive der Versuchsteilnehmer, der Versuchsbedingungen, des Materials und des konkreten Ablaufs.
3. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die statistischen Analysen und Ergebnisse der durchgeführten Hypothesenüberprüfungen hinsichtlich Informationssuche, Erinnerungsleistung und deren Zusammenhänge.
4. Diskussion: Das Kapitel diskutiert die theoretischen und praktischen Implikationen der Ergebnisse, reflektiert Probleme bei der Erhebung und bietet ein Fazit.
Beraterverantwortlichkeit, Ergebnisverantwortlichkeit, Prozessverantwortlichkeit, Informationssuche, Principal-Agent-Theorie, Moral Hazard, Konfirmationsbias, Entscheidungsfindung, Erinnerungsleistung, Stress, Verteidigungsmotivation, Eindrucksmotivation, Genauigkeitsmotivation.
Die Arbeit untersucht, wie unterschiedliche Formen der Verantwortlichkeit (Ergebnis- vs. Prozessverantwortlichkeit) das Verhalten von Beratern in Entscheidungssituationen, insbesondere deren Informationssuche, beeinflussen.
Die zentralen Themen sind die Principal-Agent-Theorie, das Phänomen des "Moral Hazard", verschiedene Typen von Verantwortlichkeit, Informationssuche (insbesondere der Konfirmationsbias) und die Erinnerungsleistung bei Beratungsentscheidungen.
Das primäre Ziel ist es herauszufinden, ob eine Verlagerung der Verantwortung vom Ergebnis (warum wurde so entschieden?) hin zum Prozess (wie wurde entschieden?) die Informationssuche von Beratern ausgewogener gestaltet und somit Verzerrungen (Konfirmationsbias) reduziert.
Es handelt sich um eine experimentelle Studie, in der Probanden in die Rolle von Beratern versetzt wurden, die eine Ortswahl für ein Führungskräfteseminar treffen mussten, wobei unterschiedliche Verantwortlichkeitsbedingungen manipuliert wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Hintergrund, die methodische Herleitung der Hypothesen, die Beschreibung des Versuchsaufbaus sowie die detaillierte Darstellung und statistische Auswertung der erzielten Ergebnisse.
Die wichtigsten Schlagworte umfassen Beraterverantwortlichkeit, Informationssuche, Principal-Agent-Theorie, Moral Hazard, Konfirmationsbias, Entscheidungsfindung und Erinnerungsleistung.
Bei der Ergebnisverantwortlichkeit müssen sich die Berater für das getroffene Endergebnis rechtfertigen, während bei der Prozessverantwortlichkeit das methodische Vorgehen bei der Informationssuche explizit rechtfertigt werden muss.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ergebnisverantwortliche Berater eine selektivere (konfirmatorische) Informationssuche betreiben, während prozessverantwortliche Berater ausgewogener (diskonfirmatorisch) nach Informationen suchen.
Die Studie zeigt, dass Berater, die ihre Informationssuche weniger verzerrt gestalten (niedriger Konfirmationsbias), tendenziell eine höhere Erinnerungsleistung für die präsentierten Informationen aufweisen.
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