Diplomarbeit, 2007
88 Seiten, Note: 1,5
0. Einleitung
1. Deutschland – Missionsland?
1.1. Begriffe
1.1.1. Mission
1.1.2. Evangelisation
1.1.3. Inkulturation
1.2. Warum Mission?
1.2.1. Missionsbefehl Jesu
1.2.2. Missio Dei
1.3. Kirchliche Missionstätigkeit in Geschichte und Gegenwart
1.3.1. Historischer Überblick bis zur Neuzeit
1.3.2. Gegenwart
1.3.2.1. Das Zweite Vatikanische Konzil
1.3.2.2. Das Apostolische Schreiben ‚Evangelii nuntiandi’
1.3.2.3. Die Enzyklika ‚Redemptoris missio’
1.4. ‚Missionarisch Kirche sein’ in Deutschland
1.4.1. Kurze Bestandsaufnahme
1.4.2. Mission als Tabu
1.4.3. Das Schreiben der deutschen Bischöfe ‚Zeit zur Aussaat’ (2000)
1.4.3.1. Zeugnis des Lebens
1.4.3.2. Zeugnis des Wortes
1.4.3.3. Zustimmung des Herzens
1.4.3.4. Eintritt in die Glaubensgemeinschaft
1.4.3.5. Beteiligung am Apostolat
1.4.3.6. ‚Brief eines Bischofs aus den neuen Bundesländern’
1.4.4. Missionarische Aufbrüche nach ‚Zeit zur Aussaat’
1.5. Erstes Fazit
2. Religionsunterricht – missionarisch?
2.1. Vorbemerkungen zum Religionsunterricht
2.2. Religionsunterricht in der Gegenwart
2.2.1. Rechtliche Stellung und staatliche Bedeutung
2.2.2. Ziele und Inhalte des Religionsunterrichts in Lehrplänen – ein Beispiel
2.2.3. Das Problem der Leistungsbewertung
2.3. Nachkonziliare lehramtliche Aussagen
2.3.1. Der Synodenbeschluss ‚Der Religionsunterricht in der Schule’ (1974)
2.3.1.1. Übersicht über die Aussagen des Beschlusses
2.3.1.1.1. Zur Situation
2.3.1.1.2. Begründungen
2.3.1.1.3. Ziele und Inhalte
2.3.1.1.4. Kirchliches Interesse
2.3.1.1.5. Konfessionalität
2.3.1.1.6. Folgerungen und Forderungen
2.3.1.2. Missionarisch besonders bedeutsame Aussagen
2.3.2. Missionarisch bedeutsame Aussagen nach der Gemeinsamen Synode
2.4. Die Schüler
2.4.1. Die religiöse Situation der Schüler
2.4.2. Akzeptanz des Religionsunterrichts
2.4.3. Die Jugendlichen als missionarische Herausforderung
2.5. Der Religionslehrer
2.5.1. (Missionarische) Anforderungen an den Religionslehrer
2.5.2. Realität und Schwierigkeiten
2.6. Zweites Fazit
3. Dialog als missionarische Perspektive im Religionsunterricht
3.1. Mission und Dialog
3.1.1. Begriff
3.1.2. Dialog im kirchlichen Selbstverständnis
3.1.3. Dialog in der Mission
3.1.3.1. Missionstheologie
3.1.3.2. Motive für Dialog
3.1.3.3. Problematik von Wahrheitsanspruch und Dialog
3.2. Dialog im Religionsunterricht
3.2.1. Lehrer-Schüler-Dialog
3.2.2. Dialogfähigkeit
3.2.3. Beispiel: Das Thema ‚Ökumene’ im Religionsunterricht
3.2.3.1. Begriff
3.2.3.2. Katholischer Religionsunterricht und Ökumene
3.2.3.3. Blick ins Religionsbuch
3.2.4. Beispiel: Das Thema ‚Islam’ im Religionsunterricht
3.2.4.1. Christlich-Islamischer Dialog
3.2.4.2. Islam als Unterrichtsgegenstand
3.2.4.3. Blick ins Religionsbuch
3.3. Drittes Fazit
4. Schlusswort
Die Diplomarbeit untersucht die missionarische Dimension des katholischen Religionsunterrichts an öffentlichen Schulen in Deutschland. Dabei wird analysiert, wie trotz säkularer Rahmenbedingungen und der Wahrnehmung von Mission als Tabuthema eine religiöse Bildungsarbeit möglich ist, die Schüler zu einem authentischen Glaubenszugang einlädt und zum Dialog befähigt.
1.4.2. Mission als Tabu
Mission war und ist in Deutschland oft noch immer ein Tabu, sowohl was die Begrifflichkeit angeht, als auch in Bezug auf konkrete pastorale Konzepte für die deutsche Kirche. Der Begriff Mission stößt bei vielen Zeitgenossen auf Kritik, Vorurteile und Vorwürfe. Zweifellos ist er vorbelastet, einerseits geschichtlich durch die Verstrickungen mit Kolonialismus und Imperialismus, andererseits durch missionarische Verhaltens- und Denkmuster, die durch gegenwärtige Missionstheologien eigentlich aufgehoben sein sollten. Der Hammer Theologe und Soziologe Matthias Sellmann macht dabei eine Ambivalenz aus: wird der Begriff aktiv gebraucht, in dem Sinn, dass jemand eine Mission hat, eine Idee oder ein höheres Ziel auch gegen Hindernisse verfolgt, schwingt dem eine positive, wertschätzende Konnotation mit. Unbehaglich wird der Missionsbegriff erst im passiven Gebrauch, im Sinne von missioniert zu werden, Objekt einer Mission zu sein.
„So sehr man den Helden auf der Straße seiner Mission bewundern mag – ihm zu begegnen, hieße, von ihm überfahren zu werden. Missioniert zu werden erscheint wenig vereinbar mit den Errungenschaften des modernen Individualismus und einer selbstbestimmten Lebensführung.“
Verstärkt wird diese negative Deutung besonders im religiösen Kontext. Religiöse Mission ruft dann die verschiedensten negativ geprägten Bilder hervor: Bekehrung, Intoleranz, Zwangs- und Massentaufe, Zerstörung von Kulturen, Gewalt, Unterdrückung und wirtschaftliche Vorteilnahme.
Aus dieser „kulturellen incorrectness des Missionsbegriffs“ folgt nach Sellmann die pastorale Tabuisierung. Mission wird allenfalls als bedeutsam für Afrika oder Asien angesehen, nicht aber für Deutschland. Mit dem Begriff Evangelisierung scheint auf der terminologischen Ebene ein Kompromiss für die – hauptsächlich außerhalb der theologischen Diskussion - umstrittene bzw. missverständliche Vokabel Mission gefunden zu sein. Womit Theologen und Nicht-Theologen sich jedoch weiterhin auseinanderzusetzen haben ist die Abneigung, Evangelisierung in die Tat umzusetzen.
1. Deutschland – Missionsland?: Dieses Kapitel beleuchtet das Verständnis von Mission, ihre historische Entwicklung sowie die Herausforderungen einer "missionarischen Kirche" im säkularen Umfeld Deutschlands.
2. Religionsunterricht – missionarisch?: Hier werden die rechtlichen Voraussetzungen und die lehramtliche Positionierung des Religionsunterrichts geprüft sowie die Rollen der Schüler und Lehrer als Protagonisten untersucht.
3. Dialog als missionarische Perspektive im Religionsunterricht: Dieser Teil entwickelt den Dialog als zentrale missionarische Perspektive und illustriert dies anhand konkreter Themen wie Ökumene und Islam.
4. Schlusswort: Das Schlusswort fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und betont die Dringlichkeit, das Thema Mission im schulischen Kontext als Dienst am Menschen neu zu entdecken.
Mission, Religionsunterricht, Evangelisierung, Inkulturation, Missio Dei, Ökumene, Islam, Deutschland, Dialogfähigkeit, Glaubenszeugnis, Schulpastoral, Zeit zur Aussaat, Katechese, Konfessionalität, Religionslehrer.
Die Arbeit untersucht die katholische Religionspädagogik in Deutschland unter dem Aspekt, ob und wie der Religionsunterricht eine "missionarische Dimension" besitzen kann, ohne dabei in einen unzulässigen Bekehrungseifer zu verfallen.
Die zentralen Felder sind das theologische Missionsverständnis, die rechtliche Verankerung des Religionsunterrichts im Grundgesetz, die Rolle der Religionslehrkräfte sowie der Dialog mit anderen Konfessionen und Weltreligionen.
Ziel ist es, den Religionsunterricht nicht nur als neutrales Wissensfach zu begreifen, sondern als Ort kirchlicher Präsenz, der Schülern Orientierung bietet und sie zu einem selbstverantworteten Glaubensurteil befähigt.
Der Autor nutzt eine systematisch-theologische Herangehensweise, ergänzt durch die Auswertung lehramtlicher Dokumente und die Einbeziehung religionspädagogischer empirischer Studien.
Der Hauptteil analysiert die historischen und aktuellen lehramtlichen Aussagen zum Religionsunterricht, hinterfragt die "missionarische Herausforderung" durch die heutige Schülergeneration und erarbeitet den Dialog als missionarisches Werkzeug.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Mission als Tabu", "Biotope des Glaubens", "Dialogfähigkeit" und "Kultur der Einladung" geprägt.
Der Autor sieht den Islam als wichtigen Bestandteil eines interreligiösen Dialogs, der im Unterricht durch fundierte Sachinformationen und eine respektvolle, aber eigenständige christliche Positionierung bearbeitet werden soll.
Der Religionslehrer agiert an der "Schnittstelle von Kirche und Schule" als Zeuge, der seinen Glauben authentisch einbringt, ohne die Schüler zu indoktrinieren, und dabei als Dialogpartner fungiert.
Der Autor fordert eine Haltung der Offenheit und Gelassenheit. Mission wird als Einladung verstanden, wobei der Religionsunterricht einen "Angebotscharakter" wahren muss, um authentisch zu bleiben.
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