Wissenschaftlicher Aufsatz, 2001
6 Seiten, Note: "-"
Der vorliegende Beitrag befasst sich mit der Rolle der Ethik in der Soziologie. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie die Soziologie mit der metaphysischen Überhöhung des Ethikbegriffs umgehen kann und gleichzeitig ein modernes, diskursfähiges Ethikverständnis entwickeln kann. Es werden Ansätze einer integrativen Ethik vorgestellt, die in einem Spannungsverhältnis von Begrenzung und Befreiung stehen und die Fähigkeit fördern, ethische Fragen in komplexen Situationen zu reflektieren und zu bewerten.
Das erste Kapitel behandelt die historische Entwicklung des Ethikbegriffs und zeigt auf, wie er sich von der metaphysischen Überhöhung zu einem modernen, diskursfähigen Verständnis entwickelt hat. Die verschiedenen Definitionen von Ethik werden vorgestellt und in den Kontext der soziologischen Diskussion über Werturteile in der Wissenschaft eingeordnet.
Das zweite Kapitel analysiert die aktuelle Situation der Ethik in der Soziologie. Es wird betont, dass Ethik keine statische Größe ist, sondern sich im Wandel befindet. Die Entstehung und Entwicklung von Normen werden als Prozesse der Begründung in Gruppenprozessen und Diskursen betrachtet.
Das dritte Kapitel beleuchtet die Rolle von Jürgen Habermas für die Entwicklung eines ethischen Diskurses in der Soziologie. Es werden seine Erkenntnisse zu Gruppenprozessen und demokratischen Normenbildungsprozessen dargestellt und die Kritik von Siegfried Lamnek an einer gruppeninduzierten Diskursethik diskutiert.
Das vierte Kapitel stellt verschiedene Ansätze einer integrativen Ethik vor und erläutert ihre Bedeutung für die Soziologie. Es wird betont, dass eine integrative Ethik in einem Spannungsverhältnis von Begrenzung und Befreiung steht und die Fähigkeit fördern soll, ethische Fragen in komplexen Situationen zu reflektieren und zu bewerten.
Die wichtigsten Schlüsselwörter dieses Beitrags sind Ethik, Soziologie, Diskurs, integrative Ethik, Ethikfähigkeit, Werturteile, Gruppenprozesse, Normenbildung, Handlungsfelder, Beratung, wissenschaftliche Ethik.
Nein, die Soziologie versteht sich primär als analytische und empirische Disziplin, nicht als Wissenschaft, die vorschreibt, wie die Gesellschaft sein soll.
Damit ist eine Ethik gemeint, die auf absoluten, unwandelbaren Werten basiert. In der Soziologie wird dies kritisch gesehen, da Ethik hier als dem sozialen Wandel unterworfen gilt.
Habermas zeigt, dass die Begründung von Normen in Gruppenprozessen und im herrschaftsfreien Diskurs stattfindet (Diskursethik).
Eine integrative Ethik versucht, ethische Reflexion in komplexe Situationen einzubinden und die Fähigkeit zu fördern, Normen kritisch zu bewerten.
Lamnek weist darauf hin, dass Diskurse oft unter Machtzwängen stattfinden, wodurch die resultierenden ethischen Positionen eher Ausdruck mächtiger Kräfte als echter Konsens sind.
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