Bachelorarbeit, 2005
53 Seiten, Note: 1,3
1.Einleitung
2.Intermedialität:Definitionsproblematiken
3. Tirso de Molina: „Don Juan- El Burlador de Sevilla y Convidado de Piedra“
3.1. „Der kontradiktorische Aufbau des Dramas
3.2.Der Ursprung des Stoffes
3.3. Historischer Kontext der Entstehung des Primärdramas
3.4. Das Schuld- und- Sühne- Motiv
3.5. Das Ehrmotiv
3.6. Stoffgeschichte
4. „Mythos Don Juan“- Was macht den Stoff so resistent?
4.1. Die Konturlosigkeit Don Juans
4.2. Der Mythos „Don Juan“
5. Intermediale Aspekte des Dramas
5.1. Die Steinstatue
5.2. Die Theatralik des Schlusses
5.3. Der Brief als Medium
5.4. Intertextualität
6. Intermedialität im Theater und Film
6.1. Vorbemerkung zur Filmanalyse
7.Jeremy Leven: „Don Juan de Marco“ (1995)
7.1. Ein neuer Don Juan? Levens Doppelkonstruktion der Figur
7.1.1. Die Don Juan-Darstellung im Kinotrailer und auf dem Cover
7.2. Der Film als Don Juan-Parodie: Eine Destruktion des Mythos?
7.2.1.Don Juans Stimme im Off
7.2.2.Die Besetzung der Hauptrollen
7.3.Intermedialität durch theatralische Strukturen im Film
7.4. Intermediale Verweise auf vorherige Don Juan-Adaptionen
7.4.1.Die Plakatwand als intermedialer Verweis
8.Das Spiel mit dem Stoff auf Metaebene
8.1. Der „Film im Film“
8.2.Die Scheinexistenz Don Juans
9. Das Spiel mit der Wahrheit
9.1.„Theatrum mundi“- Das Leben als Theaterinszenierung
10.Don Juan als Heiler oder: Die Intention des Films
11. Abschließende Betrachtung
12. Bibliographie
Die vorliegende Arbeit untersucht die intermedialen Aspekte und die Transformation des Don-Juan-Mythos vom Ursprungsdrama Tirso de Molinas hin zur filmischen Adaption "Don Juan de Marco" (1995) von Jeremy Leven, um zu analysieren, wie der Stoff seine Resistenz über Jahrhunderte hinweg bewahrt.
3.1.Der kontradiktorische Aufbau des Dramas
Die vier Liebesabenteuer Don Juans, von denen sich das erste und das dritte jeweils auf Damen der gehobenen Adelsgesellschaft beziehen (Isabela und Ana), während seine zweite und vierte Verführung sich an ein Fischer- bzw. Bauernmädchen (Tisbea und Aminta) richten, finden an vier verschiedenen geographischen Punkten statt (Neapel, Tarragona, Sevilla, das Dorf Dos Hermanos). Diese konträren sozialen Herkünfte der verführten Frauen und die Orte der Abenteuer verknüpft Tirso nochmals in antithetischer Form durch die Verarbeitung unterschiedlicher dramatischer Genres in seinem Drama: So enthält die Episode des ersten Liebesabenteuers Don Juans Elemente eines höfischen Ehrendramas, die Verführung des Fischermädchens Tisbea steht im Zeichen einer Pastoralidylle, das gescheiterte Liebesabenteuer mit Doña Ana und das damit verbundene Duell mit Don Gonzalo stehen im Zeichen der typischen „capa y espada“- Komödie, deren konstituierende Elemente wie der Rollentausch und das Maskierungsmotiv auch in Levens Verfilmung wieder aufgenommen werden, und die letzte Verführung Don Juans, erinnert stark an eine bäuerliche Farce.12 Diese Verflechtung verschiedener dramatischer Gattungen ist zwar noch nicht durch transmediale Vermischungen, also durch den Miteinbezug anderer Medien gekennzeichnet, dennoch kann die heterogene Gattung der spanischen „comedia“ als Indiz für die zahlreichen folgenden Adaptionen des Stoffes in verschiedenen Medien betrachtet werden.
1.Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Figur "Don Juan" ein und erläutert das Ziel der Arbeit, sowohl das Primärdrama als auch die moderne Filmadaption von Jeremy Leven hinsichtlich ihrer intermedialen Aspekte zu analysieren.
2.Intermedialität:Definitionsproblematiken: Das Kapitel widmet sich der terminologischen Unschärfe des Begriffs "Intermedialität" und stellt verschiedene theoretische Ansätze vor, die als Grundlage für die nachfolgende Analyse dienen.
3. Tirso de Molina: „Don Juan- El Burlador de Sevilla y Convidado de Piedra“: Hier wird der historische Kontext und das inhaltliche Grundgerüst des Ursprungsdramas, einschließlich zentraler Motive wie Schuld, Sühne und Ehre, detailliert betrachtet.
4. „Mythos Don Juan“- Was macht den Stoff so resistent?: Die Untersuchung konzentriert sich auf die Generalität und Konturlosigkeit der Figur sowie den Prozess der Mythisierung, die den Stoff in diversen Medien so langlebig machen.
5. Intermediale Aspekte des Dramas: Dieses Kapitel analysiert spezifische Elemente wie die Steinstatue und Briefe als frühe Anzeichen für mediale Überschneidungen und intertextuelle Bezüge im klassischen Drama.
6. Intermedialität im Theater und Film: Der theoretische Vergleich zwischen Theater und Film beleuchtet die strukturellen Ähnlichkeiten und Unterschiede bei der Adaption dramatischer Stoffe in das Medium Film.
7.Jeremy Leven: „Don Juan de Marco“ (1995): Im Hauptteil der Arbeit wird die Verfilmung analysiert, insbesondere die Doppelkonstruktion der Figur sowie die bewusste Integration theatralischer Strukturen und Adaptionsreferenzen.
8.Das Spiel mit dem Stoff auf Metaebene: Das Kapitel exploriert die Meta-Ebene des Films, an der die "Film-im-Film"-Struktur und die Scheinexistenz der Hauptfigur aufgezeigt werden.
9. Das Spiel mit der Wahrheit: Diese Analyse widmet sich der Konfusion von Realität und Fiktion sowie der subjektiven Wahrheitsfindung, die den Zuschauer und den Protagonisten gleichermaßen fordert.
10.Don Juan als Heiler oder: Die Intention des Films: Die Intention hinter der Verfilmung wird als eine Form der "Romantisierung" und Heilung gedeutet, die existenzielle Fragen des modernen Lebens adressiert.
11. Abschließende Betrachtung: Das Fazit resümiert die Unsterblichkeit des Don-Juan-Mythos und die Möglichkeiten des Films, durch intermediale Spielformen die Horizontweite des Stoffes zu erweitern.
Don Juan, Intermedialität, Jeremy Leven, Don Juan de Marco, Tirso de Molina, Mythos, Filmanalyse, Theater, Literaturverfilmung, Transmedialität, Maskierung, Ehrmotiv, Schuld und Sühne, Romanistik, Medientheorie.
Die Arbeit analysiert das Phänomen des Don-Juan-Stoffes im Wandel der Medien, wobei der Schwerpunkt auf dem intermedialen Vergleich zwischen dem barocken Ursprungsdrama von Tirso de Molina und dem modernen Spielfilm "Don Juan de Marco" liegt.
Die Untersuchung behandelt Themen wie Intermedialität, Mythenbildung, die Verflechtung von Realität und Fiktion, gesellschaftliche Rollenbilder, die Bedeutung des Ehrenkodex sowie den Einfluss von Medien auf die Identitätskonstruktion.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das intermediale Potenzial des Stoffes genutzt wird, um eine zeitgenössische Don-Juan-Figur zu erschaffen, die trotz parodistischer Elemente die ursprüngliche Bedeutung des Mythos bewahrt.
Es handelt sich um eine medienwissenschaftliche und komparatistische Untersuchung, die auf literatur- und filmwissenschaftlichen Theorien zur Intermedialität (z.B. von Rajewsky, Müller, Roloff) basiert.
Der Hauptteil konzentriert sich auf Levens Film "Don Juan de Marco", die dort praktizierte Doppelkonstruktion der Figur, die Inszenierung von Identität durch theatralische Mittel sowie die Frage nach dem Wahrheitsgehalt in der filmischen Erzählung.
Wichtige Begriffe sind Don Juan, Intermedialität, Transmedialität, Mythisierung, Filmanalyse, Theatralik und Medienreflexion.
Dr. Mickler dient als Identifikationsfigur für den Zuschauer, der von der rationalen Welt der klinischen Diagnose hin zu einer "romantisierten" Sichtweise geführt wird, was die heilende Intention des Films verdeutlicht.
Die Maske fungiert im Film nicht nur als Anlehnung an das barocke Theater, sondern als Metapher für die gesellschaftliche Identitätsverleugnung und die Komplexität des Verbergens der wahren Persönlichkeit.
Die Parodie findet durch den Einsatz von Spanien-Klischees, eine ironisierende Stimme aus dem Off und den Kontrast zwischen dem idealisierten "Don Juan"-Bild und der modernen, schizophrenen Realität der Hauptfigur statt.
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