Magisterarbeit, 2006
120 Seiten, Note: 1,7
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
1. Einleitung
2. Besonderheiten der Medienform ‚Weblog’
2.1. Historische Entwicklung von Weblogs
2.2. Technische Innovationen - Publizistische Konsequenzen
2.3. Erscheinungsformen eines neuen Genres
2.4. Forschungsfeld Weblogs: Bisherige Ansätze und Ergebnisse
2.5. Netzwerkstrukturen in der Blogosphäre
2.5.1. ‚The rich get richer’ – Die ‘Power Law- Verteilung’ in der Blogosphäre
2.5.2. Die Gestalt der Öffentlichkeit in der Blogosphäre
2.6. Basisdemokratische Utopien über die Öffentlichkeit in der Blogosphäre
2.7. Versuch einer kommunikationswissenschaftlichen Einordnung
3. Modelle medialer Thematisierung
3.1. Themen
3.2. Zyklenmodelle
3.2.1. Das Lebenszykluskonzept aus interdisziplinärer Sicht
3.2.2. Kommunikationswissenschaftliche Modelle
3.2.3. Themendiffusion in der Blogosphäre
3.3. Nachrichtenfaktoren als Einflussfaktoren auf die Thematisierung
3.3.1. Die Nachrichtenwertforschung
3.3.2. Auswahl relevanter Nachrichtenfaktoren für die empirische Untersuchung
4. Die Rolle von Weblogs in der Wahlkampfkommunikation
4.1. Der US-Präsidentschaftswahlkampf 2004
4.2. Weitere internationale Beispiele für die Rolle von Weblogs in der Wahlkampfkommunikation
4.3. Die Rolle von Weblogs im Bundestagswahlkampf 2005
4.3.1. Die ‚Wahlkampfblogosphäre’ 05
4.3.2. Politiker als Blogger
4.3.3. Akzeptanz und Nutzung von Wahlkampfweblogs
5. Verdichtung der theoretischen Erkenntnisse
6. Forschungsfragen
7. Methodisches Vorgehen
7.1. Zur Wahl der verwendeten Methode – Inhaltsanalyse
7.2. Festlegung der Untersuchungseinheit
7.2.1. Festlegung des Untersuchungszeitraums
7.2.2. Definition der Grundgesamtheit
7.2.3. Ziehung der Stichprobe
7.2.4. Beitragsample
7.2.5. Codiereinheiten
7.3. Entwicklung des Kategoriensystems
7.4. Codierung
8. Analyse und Darstellung der Ergebnisse
8.1. Strukturmerkmale der untersuchten Weblogs
8.2. Dominante Themen und Akteure
8.3. Strukturelle Einflüsse auf Themen und Akteure
8.4. Medienspezifische Merkmale
8.5. Der Einfluss von Nachrichtenfaktoren
8.6. Das partizipatorische Potenzial von Weblogs
8.7. Dynamischer Verlauf der Thematisierung
9. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Weblogs als Forschungsfeld der Kommunikationswissenschaft, speziell am Beispiel der Thematisierungsprozesse während des deutschen Bundestagswahlkampfes 2005. Das Ziel ist es, die dynamischen Verläufe der Themenbildung in der sogenannten Blogosphäre zu beschreiben und zu analysieren, wobei der Fokus auf dem Zusammenspiel von netzwerkartiger Kommunikation, journalistischen Praktiken und politischer Kommunikation liegt.
2.5.1. ‚The rich get richer’ – Die ‘Power Law- Verteilung’ in der Blogosphäre
Die meisten netzwerkbasierten Studien über die Blogosphäre basieren auf den Theorien sozialer Netzwerke. Bereits 1998 entstanden erste Untersuchungen der Netzwerkstrukturen im WWW. Dabei wurde zum ersten mal belegt, dass Netzwerke im WWW keineswegs der wissenschaftlich anerkannten Zufallsverteilung („random network“) entsprechen. Viel mehr fanden Forscher bei der Analyse von Verlinkunkstrukturen heraus, dass Netzwerke im WWW einem anderen Gesetz folgen: Man spricht von einem „Scale-free Network“ (Barabasi 2003: 54; Schuster 2004: 4) oder zu deutsch „einem skalenvarianten Netzwerk“ (Schmidt 2006: 55). Das Gesetz lässt sich auch auf die Strukturen in der Blogosphäre anwenden: In einem ’random network’ hat jeder Knoten eines Netzwerkes, in unserem Fall jedes Weblog die gleiche Chance, von einem anderen Knoten verlinkt zu werden, was zu einer Normalverteilung in der Verteilung von Links im Netzwerk führt.
In einem skalenvarianten Netzwerk allerdings verhält sich die Verteilung anders: Eine kleine Anzahl von Weblogs vereint eine große Anzahl von eingehenden Links auf sich, während die große Mehrheit der Weblogs auf Grund sehr schwacher Verlinkung nur minimale Aufmerksamkeit erreicht (Drezner/Farrell 2004: 9; Franz 2005:7; Schmidt 2006: 55-56; Schuster 2004: 4). Diese Verteilung wird ‚Power-Law-Verteilung’ genannt. Wie kommt es zu dieser Verteilung und welche Auswirkungen hat diese Dynamik auf den Informationsfluss in der Blogosphäre?
1. Einleitung: Definiert den Untersuchungsgegenstand Weblog im Kontext des Bundestagswahlkampfes 2005 und skizziert die wissenschaftliche Relevanz der Arbeit.
2. Besonderheiten der Medienform ‚Weblog’: Beschreibt die technischen und inhaltlichen Merkmale von Blogs sowie deren historische Entwicklung und Netzwerkstruktur.
3. Modelle medialer Thematisierung: Analysiert theoretische Modelle zu Themenzyklen und Nachrichtenfaktoren und deren Anwendbarkeit auf die Blogosphäre.
4. Die Rolle von Weblogs in der Wahlkampfkommunikation: Untersucht den Einsatz von Weblogs in vergangenen Wahlkämpfen und deren spezifische Nutzung im Bundestagswahlkampf 2005.
5. Verdichtung der theoretischen Erkenntnisse: Fasst die theoretischen Modelle und die spezifische Dynamik der Wahlkampfkommunikation zusammen.
6. Forschungsfragen: Leitet aus dem theoretischen Rahmen fünf zentrale Forschungsfragen für die empirische Analyse ab.
7. Methodisches Vorgehen: Erläutert das Design der Inhaltsanalyse, die Stichprobenerhebung und die Kategorienentwicklung.
8. Analyse und Darstellung der Ergebnisse: Präsentiert und interpretiert die empirischen Daten hinsichtlich Struktur, Themen, Akteuren und Dynamik der Thematisierung.
9. Fazit und Ausblick: Diskutiert die Ergebnisse im Kontext demokratie- und kommunikationstheoretischer Debatten und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung.
Weblogs, Blogosphäre, Bundestagswahlkampf, Thematisierung, Nachrichtenwert, Power-Law-Verteilung, Wahlkampfkommunikation, Themenzyklen, Partizipation, Online-Medien, Agenda-Setting, Politische Kommunikation, Netzwerkanalyse, Internet, Online-Wahlkampf.
Die Arbeit untersucht die kommunikationswissenschaftliche Einordnung von Weblogs als Medium für politische Kommunikation am Beispiel des Bundestagswahlkampfes 2005.
Im Zentrum stehen die Netzwerkstruktur der Blogosphäre, die Dynamik von Themenverläufen, die Rolle von Nachrichtenfaktoren sowie die politische Partizipation durch Kommentarfunktionen.
Das primäre Ziel ist es, die Prozesse der Thematisierung in der Blogosphäre zu beschreiben und zu analysieren, um zu verstehen, wie politische Themen im Internet entstehen und verbreitet werden.
Die Autorin führt eine quantitative Inhaltsanalyse von 572 Beiträgen aus 25 ausgewählten Weblogs durch.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung von Themenzyklusmodellen und Nachrichtenfaktoren sowie einen empirischen Teil, der die Strukturmerkmale, Themen, Akteure und Dynamik der untersuchten Blogs analysiert.
Die wichtigsten Begriffe sind Weblogs, Blogosphäre, Thematisierung, Wahlkampfkommunikation, Agenda-Setting und Netzwerkanalyse.
Die Analyse zeigt eine deutliche Dominanz SPD-naher Weblogs und eine hohe Personalisierung, wobei Parteien Weblogs gezielt als Instrument für ihre Wahlkampagnen nutzen.
Die Kommentarfunktion wird intensiv genutzt, dient aber primär der Artikulation negativer Kritik und der Gegenrede, weniger dem konsensualen Austausch.
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