Diplomarbeit, 2007
112 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Begriffliche Grundlagen
2.1 Begriff und Wesen von Finanzinvestoren
2.1.1 Private Equity und Venture Capital
2.1.2 Private Equity-Finanzierungsphasen
2.2 Strategische Investoren vs. Finanzinvestoren
3. Verlauf einer Beteiligung durch Private Equity Fonds und die Entwicklung des nationalen und internationalen Marktes für Private Equity-Beteiligungen
3.1 Akteure im Private Equity-Beteiligungsprozess und deren Ziele
3.1.1 Private Equity-Investoren als Kapitalgeber
3.1.2 Funds of Funds
3.1.3 Private Equity-Gesellschaften als Intermediäre
3.1.4 Portfoliounternehmen als Kapitalnehmer
3.2 Quellen und Strukturen der Private Equity-Finanzierung
3.2.1 Private Equity-Fondskonzept
3.2.2 Finanzierungsinstrumente im Zuge eines Leveraged Buyout
3.3 Modellhafter Wertschöpfungsprozess der Private Equity-Finanzierung
3.4 Entwicklung des nationalen und internationalen Private Equity-Marktes
4. Private Equity aus Sicht der Finanzierungstheorie
4.1 Perspektive und Diskussion der neoklassischen Finanzierungstheorie
4.2 Perspektive und Diskussion der Institutionen- und Informationsökonomie
4.2.1 Agency-Theorie
4.2.2 Asymmetrische Informationsverteilung
4.3 Die Private Equity-Finanzierung aus Sicht der Agency-Theorie
4.4 Möglichkeiten zur Reduktion von Informationsasymmetrien im Rahmen von Private Equity-Finanzierungen
4.4.1 Reduktion von Informationsasymmetrien vor Vertragsabschluss
4.4.2 Reduktion von Informationsasymmetrien nach Vertragsabschluss
5. Analyse der volkswirtschaftlichen Auswirkungen von Private Equity
5.1 Wertgenerierung bei Buyouts – Der Beitrag von Private Equity
5.1.1 Extrinsische und intrinsische Quellen der Wertgenerierung
5.1.2 Ursachen der Wertgenerierung bei Buyouts
5.1.2.1 Werttransfer – Arbitrage
5.1.2.2 Wertschöpfung - direkte vs. indirekte Hebel
5.2 Private Equity als Anlagekategorie
5.2.1 Renditemessung und –beurteilung
5.2.2 Problematik der Performancemessung
5.2.3 Renditeerwartungen bei Private Equity
5.2.4 Risiken bei der Anlage in Private Equity
5.2.5 „Money Chasing Deals“ und das Persistenzphänomen
5.3 Private Equity als Finanzierungsalternative
5.3.1 Mittelstandsfinanzierung im Umbruch
5.3.1.1 Der Mittelstandsbegriff
5.3.1.2 Charakteristika der Finanzierungsstrukturen
5.3.1.3 Strukturwandel am Finanzmarkt
5.3.2 Bedeutung von Private Equity für den deutschen Mittelstand
5.3.3 Gründe für das Scheitern von Private Equity-Finanzierungen
5.4 Empirisch nachweisbare Einflüsse von Private Equity auf die Portfoliounternehmen
5.4.1 Auswirkungen auf das Unternehmenswachstum
5.4.2 Auswirkungen auf die Beschäftigungsentwicklung
5.4.3 Innovationsleistung von Private Equity
5.4.4 Schwachstellen der Untersuchungen
5.5 Gefahren ausgehend von Private Equity
5.5.1 Kapitalüberhänge und Engpässe auf dem Markt für Private Equity
5.5.2 Risikoverlagerung im Rahmen von Leveraged Buyouts
5.5.3 Auswirkungen auf die Finanzstabilität
6. Private Equity Funds – „Heuschrecken“ oder nützliche Investoren?
7. Schlussbemerkung
Diese Arbeit zielt darauf ab, das Wirken von Private Equity transparent zu machen und zu untersuchen, ob Private Equity-Gesellschaften als "Heuschrecken" oder als nützliche Investoren für die Volkswirtschaft zu betrachten sind. Dabei wird analysiert, welche Akteure beteiligt sind, wie Finanzierungen funktionieren und welchen volkswirtschaftlichen Nutzen oder welche Gefahren diese mit sich bringen.
3.1.1 Private Equity-Investoren als Kapitalgeber
Der Markt für Private Equity-Gesellschaften wird maßgeblich von den Interessen der Investoren bestimmt, da die Kapitalgeber ihre Kapitalüberlassung häufig mit Auflagen verbinden. Bei den Kapitalgebern handelt es sich dabei vorwiegend um private oder institutionelle Investoren sowie um den Staat. Institutionelle Investoren (u.a. Kreditinstitute, Pensionskassen, Versicherungen, Industrieunternehmen und Stiftungen) investieren meist aus rein finanziellen Überlegungen, bei denen die Renditehöhe und das Risikodiversifikationspotenzial im Vordergrund stehen. Aufgrund der durch die lange Bindung der Kapitalmittel verursachten Illiquidität bei Investitionen in Private Equity-Fonds erwarten die Investoren eine vergleichsweise höhere risikoadjustierte Rendite als bei Alternativanlagen.
Kreditinstitute versuchen über die Vergabe von Beteiligungskapital an bestehende Kunden Risikokosten im Kreditgeschäft zu senken, indem die Banken erweiterte Informations-, Kontroll- und Mitspracherechte gewinnen. Zudem nutzen Kreditinstitute in erheblichem Maße „cross selling-Effekte“, da das Finanzierungsinstrument Beteiligungskapital in einem komplementären Verhältnis zu anderen Bankdienstleistungen des Bereichs Coroporate Finance steht und sich daraus interessante Folgegeschäfte für die Kreditinstitute ergeben können. Investitionen in PE-Fonds sind für institutionelle Investoren attraktiv, da sich durch unsystematische Risiken höhere Renditechance ergeben können.
Industrieunternehmen verfolgen hingegen zusätzlich strategische Zielsetzungen, indem sie sich mittels Investitionen („Corporate Venture Capital“) Zugang zu neuen Produkten oder Forschungs- und Entwicklungskapazitäten auf angestammten oder neuen Märkten erschließen („Window on Technology“). Die PE-Finanzierung kann aber auch als Restrukturierungsinstrument Verwendung finden, um Unternehmensteile auszugliedern oder zu verselbständigen („Spin-off“). Private Investoren treten zumeist in Gestalt vermögender Privatanleger auf und verfolgen das Ziel der Renditemaximierung.
1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet das starke Marktwachstum von Private Equity und die kontroverse öffentliche Debatte um das Wirken dieser Investoren.
2. Begriffliche Grundlagen: Dieses Kapitel definiert wesentliche Begriffe, grenzt Private Equity von Venture Capital ab und erläutert die Rollen von Finanz- und strategischen Investoren.
3. Verlauf einer Beteiligung durch Private Equity Fonds und die Entwicklung des nationalen und internationalen Marktes für Private Equity-Beteiligungen: Dieses Kapitel analysiert die Akteure im Beteiligungsprozess, das Fondskonzept, die Finanzierungsinstrumente und die Marktentwicklung.
4. Private Equity aus Sicht der Finanzierungstheorie: Hier wird Private Equity auf Basis der neoklassischen Finanzierungstheorie und der Institutionenökonomie, insbesondere der Agency-Theorie, untersucht.
5. Analyse der volkswirtschaftlichen Auswirkungen von Private Equity: Dieses Kapitel untersucht die Wertgenerierung, Private Equity als Anlageklasse, die Bedeutung für den Mittelstand sowie empirische Einflüsse und Gefahren für die Finanzstabilität.
6. Private Equity Funds – „Heuschrecken“ oder nützliche Investoren?: Dieses Kapitel zieht ein Fazit über die Rolle der Finanzinvestoren und bewertet die "Heuschrecken"-Kritik.
7. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung resümiert die regulatorische Debatte und betont die Notwendigkeit stabiler Rahmenbedingungen für den Standort Deutschland.
Private Equity, Venture Capital, Finanzinvestoren, Leveraged Buyout, Agency-Theorie, Finanzierungstheorie, Mittelstandsfinanzierung, Renditemessung, Wertgenerierung, Kapitalmarkt, Unternehmensnachfolge, Finanzstabilität, Informationsasymmetrie, Portfoliounternehmen, Buyout
Die Diplomarbeit untersucht die Rolle und das Wirken von Private Equity-Gesellschaften und analysiert kritisch, ob diese Investoren als "Heuschrecken" oder als nützliche Akteure für die Wirtschaft zu bewerten sind.
Die Arbeit behandelt die Struktur von Private Equity-Fonds, ihre Rolle als Finanzintermediäre, die Finanzierungstheorie, die Auswirkungen auf Unternehmenswachstum und Beschäftigung sowie die Gefahren, die von hohen Verschuldungsgraden bei Buyouts ausgehen.
Das Ziel ist es, Licht in das Wirken von Private Equity zu bringen, deren Nutzen zu begründen und mögliche Gefahren im Zuge von Finanzierungen anhand volks- und betriebswirtschaftlicher Größen kritisch zu evaluieren.
Es wird eine theoretische Fundierung mittels Agency-Theorie sowie eine Analyse der Marktmechanismen und empirischer Studien zur Wertgenerierung und Beschäftigungseffekten durchgeführt.
Der Hauptteil deckt die Akteure und Ziele, die Finanzierungsstrukturen (wie LBOs), die theoretische Einordnung, die volkswirtschaftlichen Auswirkungen sowie Anlagestrukturen und -risiken ab.
Zentrale Begriffe sind Private Equity, Venture Capital, Leveraged Buyout, Agency-Theorie, Wertgenerierung, Mittelstandsfinanzierung und Finanzstabilität.
Da die neoklassische Theorie von einem vollkommenen Markt ausgeht, kann sie das Phänomen Private Equity, das durch hohe Intransparenz und Informationsasymmetrien geprägt ist, nicht ausreichend erklären.
Der Autor argumentiert, dass dieses Bild den komplexen Strategien von Private Equity nicht gerecht wird, da eine Wertsteigerung nur durch eine Kombination von Wachstum und Nachhaltigkeit möglich ist, was langfristig auch dem Portfoliounternehmen zugutekommt.
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