Diplomarbeit, 2007
64 Seiten, Note: 2,0
Einleitung
1. Eingliederung von Fremden in eine Gesellschaft
2. Die Situation der Juden in Deutschland um 1900
3. Sammy Gronemanns Roman Tohuwabohu als Kritik einer gescheiterten Assimilation
4. Die Juden in Deutschland um 1900 in Tohuwabohu
4.1. Familie Levysohn/Lehnsen als ein Paradebeispiel für eine getaufte jüdische Familie
4.1.1. Adolf Lehnsen
4.1.2. Frau Lehnsen
4.1.3. Die Tochter Else
4.1.4. Der Sohn Heinz
4.1.5. Juden über getaufte Juden
4.1.6. Anerkennung der Taufe von den Deutschen
4.1.7. Andere getaufte Juden in Berlin
4.1.8. Bedeutung der Namen und der Namenswechsel
4.2. Andere deutsche Juden
4.2.1. Verfall der jüdischen Sitten – das Brautpaar
4.2.2. Germersheimer als jüdischer Unternehmer und seine Geschäfte mit Kluck
4.2.3. Frau Hannah Mandelbrot und ihre Probleme mit dem Pass
4.3. Ostjüdisches Berlin
4.3.1. Klatzke als erfolgreicher Ostjude
4.3.2. Jossel Schlenker als Ostjude
4.3.3. Chane als jüdische Frau
Schlusswort
Die Arbeit untersucht das Bild der Juden in Deutschland um 1900, wie es in Sammy Gronemanns satirischem Roman Tohuwabohu dargestellt wird, um die Unmöglichkeit einer erfolgreichen Assimilation in dieser Zeit zu beleuchten.
3.1.1. Adolf Lehnsen
Wir lernen Lehnsen während seiner Zeitungslektüre am Frühstückstisch mit seiner Familie kennen. Der Landgerichtsdirektor liest seit seiner Taufe nicht mehr das Berliner Tageblatt von Theodor Wolff, sondern die Deutsche Tageszeitung von Oertel. Diesen Wechsel begründet er damit, dass er das seiner Stellung schuldig sei (Gronemann, S. 61). Beide im Roman erwähnte Zeitungen sind nicht nur fiktive Titel, sondern auch ein der realen Welt entnommene Element, das auf eine ironische Weise die Folgen der Taufe in Lehnsens Familie zeigen soll. Das Berliner Tageblatt, dessen Chefredakteur seit 1906 der Jude Theodor Wolff ist, ist eine bürgerlich-liberale Zeitung (Stöber, S. 212). Die Deutsche Tageszeitung ist dagegen konservativ und gutwirtschaftlich orientiert. Ihre Leser kommen vor allem aus den Reihen des Bundes der Landwirte, einer antisemitischen Organisation (S. 214-215). Lehnsens Taufe war sein erster Schritt zur Assimilation, nun müssen viele weitere, kleinere Schritte folgen, die einerseits zur Angleichung an die deutsche Gesellschaft führen sollen und andererseits die für Lehnsen unrühmliche Herkunft verleugnen. Die Angleichung durch die Wahl einer anderen Zeitung ist erzwungen und ihr Zweck ist keine Akkulturation. Die Lektüre einer bestimmten Zeitung stellt ein Element einer bestimmten Kultur, insbesondere der Kultur einer bestimmten gesellschaftlichen Schicht. Doch Lehnsen will vor allem durch die in seinem Empfinden jüdische Lektüre nicht als konvertierter Jude auffallen.
Einleitung: Einführung in die Begriffe Akkulturation und Assimilation sowie Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich der Assimilation der Juden im Kontext von Gronemanns Roman.
1. Eingliederung von Fremden in eine Gesellschaft: Theoretische Erörterung der Etappen von Akkulturation, Assimilation und Integration sowie Inklusion und Exklusion.
2. Die Situation der Juden in Deutschland um 1900: Überblick über den gesellschaftlichen, rechtlichen und wirtschaftlichen Status der Juden sowie die Auswirkungen von Antisemitismus.
3. Sammy Gronemanns Roman Tohuwabohu als Kritik einer gescheiterten Assimilation: Einordnung des Romans als zionistische Kritik an den Assimilationsbemühungen der damaligen Zeit.
4. Die Juden in Deutschland um 1900 in Tohuwabohu: Hauptteil der Arbeit mit der detaillierten Charakterisierung verschiedener Protagonisten, unterteilt in getaufte Juden, deutsche Juden und Ostjuden.
Schlusswort: Zusammenfassung der Analyseergebnisse und Bestätigung der These, dass eine vollständige Integration durch Assimilation laut Gronemann nicht möglich ist.
Assimilation, Integration, Akkulturation, Judentum, Deutschland um 1900, Antisemitismus, Sammy Gronemann, Tohuwabohu, Zionismus, Identität, Konvertierung, Exklusion, Inklusion, Ostjuden, Gesellschaft.
Die Arbeit analysiert das Bild der Juden in Deutschland um 1900 anhand von Sammy Gronemanns Roman Tohuwabohu und untersucht kritisch den Prozess der Assimilation.
Zu den zentralen Themen gehören Assimilation, Akkulturation, Integration, Antisemitismus, nationale Identität und die soziale Stellung jüdischer Menschen im deutschen Kaiserreich.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Gronemann die Assimilationsbemühungen der Juden als gescheitert und unmöglich darstellt.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse des Romans sowie einer theoretischen Fundierung durch soziologische Fachliteratur zu Migrations- und Integrationsprozessen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der verschiedenen jüdischen Bevölkerungsgruppen im Roman: getaufte Juden (Lehnsen, Hank), deutsche Juden (Germersheimer) und Ostjuden (Klatzke, Schlenker).
Die Begriffe Assimilation, Identitätsverlust, gesellschaftliche Exklusion, Antisemitismus und zionistische Kritik sind für die Arbeit zentral.
Die Taufe dient als erzwungenes Mittel zum sozialen und beruflichen Aufstieg, führt jedoch laut Roman nicht zur gesellschaftlichen Inklusion, sondern lediglich zum Verlust der eigenen Identität.
Während die assimilierten Juden versuchen, ihre jüdische Vergangenheit zu verleugnen, bewahren die Ostjuden ihre kulturelle Identität, sehen sich jedoch sowohl mit Antisemitismus als auch mit der Herablassung westlich orientierter Juden konfrontiert.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

