Diplomarbeit, 2005
102 Seiten, Note: 1,5
Einleitung
1 Zum Begriff und Wandel der Familie in Deutschland
1.1 Gesellschaftliche Bedingungen
1.2 Zum Begriff der Familie
1.3 Zur Funktion und Bedeutung der Familie
1.4 Zu Geschichte und Wandel der Familie
1.5 Familie heute
2 Zum Begriff und der Bedeutung von Beruf
2.1 Der Begriff
2.2 Die Bedeutung
3 Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf – Ein Frauenthema?
3.1 Weibliche Sozialisationsfaktoren
3.2 Männerwelt Beruf – Frauenwelt Familie
3.3 Problemlagen von Frauen
3.4 Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie
3.4.1 Was Vereinbarkeit bedeutet
3.4.2 Warum Vereinbarkeit wichtig ist
3.4.3 Was Vereinbarkeit behindert
3.4.4 Was Familien brauchen
4 Das Mehrgenerationenhaus
4.1 Mehrgenerationenhäuser in Niedersachsen
4.2 Konzept der Mehrgenerationenhäuser in Niedersachsen
4.2.1 Allgemeine Zielsetzung
4.2.2 Zielgruppe
4.2.3 Arbeitsweisen und Methoden
4.2.4 Rahmenbedingungen
4.3 Konzept des Mehrgenerationenhaus Pattensen
4.3.1 Entstehung und Geschichte
4.3.2 Finanzierung
4.3.3 Räumlichkeiten
4.3.4 Ziele
4.3.5 MitarbeiterInnen
4.3.6 Angebote und familienunterstützende Dienstleistungen
4.4 Aufgaben der Sozialarbeiterin im Mehrgenerationenhaus Pattensen
4.5 Aufgabenbeschreibung für die geschäftsführende und leitende Tätigkeit der Vorsitzenden des Vorstandes
4.6 Chancen und Grenzen des Mehrgenerationenhaus Pattensen
4.6.1 Chancen der Familienbildung und des Mehrgenerationenhauses
4.6.2 Grenzen der Familienbildung und des Mehrgenerationenhauses
5 Und was ist daran Soziale Arbeit? – Empowerment im Sozialen Raum
5.1 Der Soziale Raum
5.2 Empowerment
5.2.1 Definition
5.2.2 Menschenbild und Grundwerte
5.2.3 Ebenen der Empowermentpraxis
5.2.4 Zielstationen
5.2.5 Politisches Empowerment als Politische Partizipation und Umweltgestaltung
5.2.6 Selbsthilfe
5.2.7 Anforderungen an die SozialarbeiterInnen
5.2.8 Chancen und Grenzen von Empowermentprozessen
6 Der Beitrag Sozialer Arbeit im Mehrgenerationenhaus – Ein Resümee
Diese Arbeit untersucht die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung der Rolle der Sozialen Arbeit im Kontext von Mehrgenerationenhäusern. Die zentrale Forschungsfrage ist, welchen Beitrag das Mehrgenerationenhaus Pattensen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf leisten kann und wo dessen Grenzen liegen, wobei das Konzept des Empowerments als theoretischer Rahmen dient.
3.1 Weibliche Sozialisationsfaktoren
Kinder lernen bereits in den ersten Lebensjahren, dass sie Mädchen oder Jungen und das alle Menschen in ihrer Umgebung als weiblich oder männlich zu klassifizieren sind: männlich hart und weiblich weich. Frauen beziehen häufiger als Männer ihr Selbstwertgefühl aus ihrer körperlichen Attraktivität, die sie an den medial vermittelten Schönheitsidealen messen. Mädchen und Jungen, Frauen und Männer entsprechen immer weniger den historisch überkommenen Geschlechterstereotypen und prägen eine große Bandbreite von Fähigkeiten und Verhaltensmustern, sowie Persönlichkeitsmerkmalen aus. Andererseits werden Geschlechterstereotypen von weiblichen und männlichen Jugendlichen und Erwachsenen in ihren Selbst- und Fremdwahrnehmungen, in ihrem Alltag und in ihren Lebensentscheidungen immer wieder „in die Tat“ umgesetzt und „verkörpert“.
Im Gegensatz zu Jungen erhalten Mädchen in ihrer Beziehung zur Mutter in der Kindheit eher Möglichkeiten der Identifikation, erfahren aber dafür mehr restriktive und abwertende Geschlechtszuschreibungen und werden im Verhalten anders als Jungen kontrolliert und beschränkt. Sie werden eher auf sich und ihre Befindlichkeit verwiesen und angehalten, auf andere Rücksicht zu nehmen, als das bei den Jungen der Fall ist. Schwierigkeiten müssen sie aushalten, dürfen klagen und Gefühle zeigen, müssen die Konflikte mit anderen aber nicht selten mit sich selbst ausmachen. Diese Widersprüchlichkeit wird noch einmal kompliziert durch die neuen Mädchenbilder, die auch für Mädchen und junge Frauen Durchsetzungswillen und Problemlosigkeit signalisieren – sie gesellschaftlich in ihren eigenwilligen Wünschen, Problemen und Lösungswegen aber kaum wahrnehmen. Mädchen sind von früher Kindheit an mehr an die Familie gebunden und es wird von ihnen erwartet, dass sie diese ambivalente Bindung gestalten.
1 Zum Begriff und Wandel der Familie in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert die gesellschaftlichen Veränderungen und den Wandel der Familie von historischen Formen zur modernen, vielschichtigen Lebensform.
2 Zum Begriff und der Bedeutung von Beruf: Hier wird der Berufs- und Erwerbsbegriff definiert und dessen Einfluss auf die Lebensführung und Identität des Einzelnen beleuchtet.
3 Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf – Ein Frauenthema?: Dieser Abschnitt analysiert die geschlechtsspezifischen Sozialisationsfaktoren und die daraus resultierenden Problemlagen von Frauen im Spannungsfeld von Familie und Beruf.
4 Das Mehrgenerationenhaus: Dieses Kapitel stellt das Konzept der Mehrgenerationenhäuser allgemein und das konkrete Beispiel des Mehrgenerationenhauses Pattensen inklusive seiner Ziele und Angebote vor.
5 Und was ist daran Soziale Arbeit? – Empowerment im Sozialen Raum: Hier wird das theoretische Prinzip des Empowerments als methodischer Ansatz Sozialer Arbeit eingeführt und auf die Praxis der Mehrgenerationenhäuser angewandt.
6 Der Beitrag Sozialer Arbeit im Mehrgenerationenhaus – Ein Resümee: Dieses abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert den Beitrag der Sozialen Arbeit zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Familie, Beruf, Vereinbarkeit, Soziale Arbeit, Mehrgenerationenhaus, Empowerment, Sozialraum, Geschlechterrollen, Sozialisation, Kinderbetreuung, Selbsthilfe, Erwerbsbiographie, Arbeitswelt, Familienpolitik, Gleichberechtigung.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und untersucht, wie Soziale Arbeit, insbesondere in der Form von Mehrgenerationenhäusern, dazu beitragen kann, junge Familien zu entlasten.
Zentrale Themen sind der Wandel der Familie, die Bedeutung von Berufstätigkeit, die geschlechtsspezifische Verteilung von Familienarbeit sowie das theoretische Konzept des Empowerment in der Sozialen Arbeit.
Ziel ist es, die Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf aufzuzeigen und den Beitrag zu analysieren, den das Mehrgenerationenhaus Pattensen als Einrichtung Sozialer Arbeit durch Empowerment zur Bewältigung dieser Probleme leistet.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie einer qualitativen Untersuchung des Mehrgenerationenhauses Pattensen durch Vor-Ort-Besuche, Interviews und Auswertung von Einrichtungsberichten.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen zu Familie, Beruf und Empowerment das spezifische Konzept und die praktische Arbeit des Mehrgenerationenhauses Pattensen detailliert vorgestellt und hinsichtlich ihrer Möglichkeiten und Grenzen diskutiert.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Vereinbarkeit, Empowerment, Familie, Beruf, Soziale Arbeit, Geschlechterrollen und Mehrgenerationenhaus charakterisieren.
Empowerment dient als theoretischer Rahmen, um zu beschreiben, wie das Mehrgenerationenhaus Pattensen die Selbsthilfepotenziale der Besucher stärkt, anstatt sie lediglich als passive Empfänger von Dienstleistungen zu sehen.
Die Besonderheit liegt in der Kombination von ehrenamtlicher Selbsthilfe und professioneller Sozialer Arbeit unter einem Dach, um generationsübergreifende Unterstützung und konkrete Entlastung für Familien zu schaffen.
Die Autorin sieht Herausforderungen insbesondere in der konservativen Rollenverteilung, fehlenden flexiblen Betreuungsangeboten und der Notwendigkeit, dass Männer ihre Rolle in der Familienarbeit stärker neu definieren müssen.
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