Diplomarbeit, 2007
100 Seiten, Note: 1,7
A.Rechtfertigung und Ziel der Arbeit
B.Veräußerungsgewinne im „System“ des deutschen Einkommensteuerrechts
I. Systemdenken und Systembegriff in der Rechtswissenschaft
II. Die Systembindung des Gesetzgebers
III. Leistungsfähigkeitsprinzip, Einkommen und Veräußerungsgewinne
IV. Der Dualismus der Einkünfteermittlung
1. Quellen- und Reinvermögenszugangstheorie
2. Kritik am Dualismus der Einkünfteermittlung
3. Ungleiche Behandlung von Betriebs- und Privatvermögen
4. Ungleiche Behandlung von Vermögenszuwächsen im Privatvermögen
5. Zusammenfassung des Dualismus der Einkünfteermittlung
V. Die Rechtssprechung zum Dualismus der Einkünfteermittlung
1. Fruchtziehungsformel
2. Das Bundesverfassungsgericht zum Dualismus der Einkünfteermittlung
3. Die heutige strengere Rechtssprechung des Bundesverfassungsgerichts
C.Die Besteuerung der Veräußerung von Unternehmensbeteiligungen
I. Die Veräußerung von Kapitalgesellschaftsanteilen
1. Anteile im Privatvermögen
2. Anteile im Betriebsvermögen
a. Anteile im Betriebsvermögen einer Personengesellschaft
α. Mitunternehmer ist natürliche Person
β. Mitunternehmer ist juristische Person
γ. Übertragung stiller Reserven durch Reinvestitionsrücklage
b. Anteile im Betriebsvermögen einer juristischen Person
II. Die Veräußerung einer Personengesellschaft
1. Anteile im „Privatvermögen“
2. Anteile im Betriebsvermögen
a. Anteile im Betriebsvermögen einer juristischen Person
b. Anteile im Betriebsvermögen einer Personengesellschaft
III. Zusammenfassender Überblick
D.Die Veräußerungsgewinnbesteuerung aus betriebswirtschaftlicher Sicht
I. Die Kalküle der Vertragsparteien beim Kapitalgesellschaftskauf
II. Grenzpreiskalkül und Besteuerung
1. Das Korrespondenzprinzip bei Beteiligungen an Kapitalgesellschaften
2. Die Entsteuerung und der Zeiteffekt – temporäre Doppelbesteuerung
3. Der Zeiteffekt bei der Veräußerung von Anteilen an Personengesellschaften
4. Ergebnisse
III. Die wirtschaftliche Identität von Dividenden und Veräußerungsgewinnen
1. Exkurs: Veräußerungsgewinnbegünstigungen
2. Rechtliche Ungleichbehandlung von Dividenden und Veräußerungsgewinnen
a. Kritik und Problemaufriss
3. Gesamtbetrachtung im Einperiodenmodell
a. Untersuchungsdesign
b. Referenzbelastung
c. Der Veräußerer
α. Keine gewerbesteuerliche Schachtelbeteiligung
β. Gewerbesteuerliche Schachtelbeteiligung
d. Der Erwerber
α. Keine gewerbesteuerliche Schachtelbeteiligung
β. Gewerbesteuerliche Schachtelbeteiligung
e. Das Modell
α. Keine gewerbesteuerliche Schachtelbeteiligung
β. Gewerbesteuerliche Schachtelbeteiligung
γ. Ergebnisse und Beurteilung
IV. Die „ideale“ Veräußerungsgewinnbesteuerung
E.Veräußerungsgewinnbesteuerung in Großbritannien
I. Allgemeine Regelungen der Veräußerungsgewinnbesteuerung
II. Veräußerung von Kapitalgesellschaftsanteilen durch natürliche Personen
III. Veräußerung von Kapitalgesellschaftsanteilen durch juristische Personen
F.Großbritannien – ein Vorbild für Deutschland?
Die Arbeit untersucht die steuerliche Behandlung von Veräußerungsgewinnen in Deutschland und Großbritannien. Ziel ist es, die systematische Rechtfertigung der unterschiedlichen Besteuerung zu hinterfragen und eine betriebswirtschaftliche Analyse der Transaktionseffekte durchzuführen, um die Entscheidungsneutralität des Steuersystems zu bewerten.
D. Die Veräußerungsgewinnbesteuerung aus betriebswirtschaftlicher Sicht
Die Veräußerung bzw. der Erwerb von Unternehmen stellt einen Tausch liquider Mittel gegen einen zukünftigen Zahlungsstrom dar. Durch Vergleichung dieses Zahlungsstroms mit der theoretisch besten alternativen Geldverwendungsmöglichkeit ermittelt der Veräußerer den Preis, den er mindestens erzielen möchte und der Erwerber den Preis, den er höchstens zu zahlen bereit ist (Grenzpreise). Die Grenzpreise ergeben sich also auf der Grundlage des Ertragswertprinzips und drücken letztlich Gewinnhoffnungen und keinen, i.S.d. Realisationsprinzips, quasi-sicher realisierbaren Gewinn aus. Bei Kapitalgesellschaften entsprechen sie dem Barwert der Zahlungen, die als Ausschüttungen des Beteiligungskapitals, bisheriger thesaurierter sowie künftiger Gewinne (einschließlich bilanzieller stiller Reserven) erwartet werden. Dementsprechend ergibt sich der Wert des Unternehmens vor Steuern formal als:
(1.1) Vo (vor Steuern) = GK + RL + SR
B.Veräußerungsgewinne im „System“ des deutschen Einkommensteuerrechts: Untersuchung der dogmatischen Grundlagen des Dualismus der Einkünfteermittlung unter Berücksichtigung von Leistungsfähigkeitsprinzip und verfassungsrechtlicher Rechtsprechung.
C.Die Besteuerung der Veräußerung von Unternehmensbeteiligungen: Detaillierte Darstellung der rechtlichen Vorschriften zur Besteuerung von Kapitalgesellschafts- und Personengesellschaftsanteilen in Abhängigkeit von deren steuerlicher Zuordnung.
D.Die Veräußerungsgewinnbesteuerung aus betriebswirtschaftlicher Sicht: Analytische Herleitung von Grenzpreiskalkülen und Untersuchung der steuerlichen Verzerrungen bei Unternehmenstransaktionen unter Verwendung von Einperiodenmodellen.
E.Veräußerungsgewinnbesteuerung in Großbritannien: Analyse des britischen "Capital Gains Tax"-Systems als mögliches Referenzmodell zur Harmonisierung der Besteuerung von Veräußerungsgewinnen.
F.Großbritannien – ein Vorbild für Deutschland?: Kritische Diskussion der Übertragbarkeit britischer Regelungen auf das deutsche System und Ausblick auf künftige Reformansätze der Abgeltungssteuer.
Veräußerungsgewinnbesteuerung, Einkommensteuer, Ertragswertprinzip, Grenzpreis, Dualismus der Einkünfteermittlung, Leistungsfähigkeitsprinzip, Kapitalgesellschaft, Personengesellschaft, Beteiligungsveräußerung, Steuerneutralität, Doppelbesteuerung, Capital Gains Tax, Unternehmensbewertung, Dividendenbesteuerung, Abgeltungssteuer.
Die Arbeit analysiert die Besteuerung von Veräußerungsgewinnen bei Unternehmensbeteiligungen in Deutschland und vergleicht diese mit dem britischen System, um Schwachstellen in der steuerlichen Systematik aufzudecken.
Im Zentrum stehen die theoretische Rechtfertigung der Veräußerungsgewinnbesteuerung, die steuerliche Behandlung von Anteilsveräußerungen (Kapital- und Personengesellschaften) sowie betriebswirtschaftliche Grenzpreisanalyysen.
Das Ziel ist die betriebswirtschaftliche Analyse, inwieweit die Besteuerung von Veräußerungsgewinnen investitionsneutral und mit dem Leistungsfähigkeitsprinzip vereinbar ist, sowie die Ableitung einer "idealen" Besteuerung.
Der Autor nutzt eine betriebswirtschaftliche Analyse, insbesondere durch die Entwicklung von Grenzpreismodellen (Einperiodenmodell), um die Auswirkungen von Steuern auf Preisbildung und Transaktionsentscheidungen zu quantifizieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des deutschen Steuerrechts-Dualismus, die detaillierte Darstellung der Besteuerungsregeln für Beteiligungen und die betriebswirtschaftliche Modellierung von Transaktionsbelastungen und Grenzpreisen.
Schlüsselbegriffe sind Steuerneutralität, Veräußerungsgewinnbesteuerung, Dualismus der Einkünfteermittlung, Grenzpreisbildung und Leistungsfähigkeitsprinzip.
Der Autor kritisiert, dass das Gericht den Dualismus der Einkünfteermittlung durch apriorische Subsystem-Bildung legitimiert, ohne die daraus resultierenden Verstöße gegen das Leistungsfähigkeitsprinzip oder das Gebot der Folgerichtigkeit hinreichend zu durchdringen.
Sie führt im Kontext von Personengesellschaften oft zu "Lock-in-Effekten", da die Gewerbesteuerbelastung bei einer Veräußerung zu einer steuerlichen Benachteiligung im Vergleich zum Halten der Beteiligung führen kann, was Arbitrage und Transaktionen verhindert.
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