Masterarbeit, 2007
64 Seiten, Note: 1,0
1 Gegenstand der Arbeit und Vorgehensweise
2 Aktuelle Herausforderungen für forschende Pharmaunternehmen
2.1 Gesetzliche Rahmenbedingungen des deutschen Pharmamarktes
2.2 Die Blockbuster-Strategie am Rande der Krise
2.2.1 Problem Innovationslücke - unzureichende Effizienz von Forschung und Entwicklung
2.2.2 Verringerte exklusive Vermarktungszeit
2.2.3 Patentausläufe und Patentangriffe
2.3 Kosten-Nutzenbewertung bei der Arzneimittel-Zulassung
2.4 Marktanteilswettbewerb mit Generika-Herstellern
2.5 Zunehmende Patientenemanzipation
3 Strategische Handlungsoptionen
3.1 Unternehmensbezogene Strategien
3.1.1 Neu-Orientierung des Business-Modells
3.1.2 Fokussierung auf Kernkompetenzen und strategische Partnerschaften
3.1.3 Fusionen und Übernahmen
3.1.3.1 Klein und allein - aber fein
3.1.4 Kosteneinsparungen
3.2 Produktbezogene Strategien
3.2.1 Fokussierung auf wachstumsstarke Märkte
3.2.1.1 Beispiel Onkologika
3.2.2 Wandel vom Chemie-basierten Blockbuster-Modell zum Biologie-basierten Individualtherapie-Konzept
3.2.3 Strategische Maßnahmen vor Ablauf des Patentschutzes
3.2.3.1 Maßnahmen gegen Produktpiraterie
3.2.3.2 Verlängerung der Marktexklusivität
3.2.3.3 Lizenzvergabe
3.2.3.4 Erweiterung der Produktlinie - Einführung von Nachfolgeprodukten
3.2.3.5 Switch vom Rx- zum OTC-Produkt
3.2.4 Strategische Maßnahmen nach Ablauf des Patentschutzes
3.2.4.1 Volle Ausschöpfung der Produktlinie
3.2.4.2 Einführung eines eigenen Generikums
3.2.4.3 Preisanpassung
3.3 Kundenbezogene Strategien
3.3.1 Innovatives Beziehungsmarketing: Neue Kommunikationsstrategien und Informationstransfer
3.3.1.1 Beispiel: Health Monitoring
3.3.2 Gesundheitsökonomie und Outcomes Research
3.3.3 Restrukturierung und Neu-Ausrichtung des Außendienstes
3.3.4 Direct-To-Consumer-Marketing
3.3.4.1 Beispiel USA
3.3.4.2 Künftige Möglichkeiten in Europa
4 Resümee
Diese Masterarbeit analysiert die strategischen Handlungsoptionen für forschende Pharmaunternehmen, um ihre Marktposition angesichts von Innovationslücken, Patentabläufen und gesundheitspolitischen Regulierungen nachhaltig zu sichern.
3.1.3.1 Klein und allein - aber fein
Deutsche Arzneimittelhersteller wie Merz, Schwarz und Boehringer widerstehen bisher dem Branchentrend zur Größe. Der Erfolg der international „Kleinen“ hängt stark mit konkreten Managemententscheidungen, einer anderen Organisation von Forschung und Vertrieb sowie einer stabilen Eigentümerstruktur zusammen:89
Boehringer Ingelheim hat in den 90er Jahren sog. Kompetenzzentren geschaffen, in welchen Wissenschaftler an bestimmten Technologien arbeiten - unabhängig vom Therapiegebiet. Z. B. beschäftigt sich eine Gruppe mit der Frage, wie sich Wirkstoffe möglichst effektiv und effizient inhalieren lassen - daraus entstanden dann neue Behandlungsmöglichkeiten von Lungenkrankheiten.89 Dadurch werden die Möglichkeiten der Wirkstoffe auch für andere Anwendungsgebiete ausgereizt.
Schwarz Pharma verzichtet auf Grundlagenforschung und kauft viel versprechende Substanzen und Technologien von anderen Firmen ein. Diese werden dann vom Unternehmen bis zur Marktreife weiterentwickelt. Spezialisiert ist die Firma auf die Gebiete Neurologie und Urologie, denn nur so kann der jeweilige Markt in seiner ganzen Tiefe erfasst und das eingekaufte Produkt weiterentwickelt werden.89
Merz verwendet eine Nischenstrategie und sieht sich als Spezialist für Neurologie und Psychiatrie - Wachstumsmärkte, da diese Krankheiten verstärkt im Alter auftreten und meist noch nicht vollständig behandelbar sind. Der künftige Blockbuster Memantine geht auf ein patentfreies Molekül zurück, dem die Pharmariesen keine Beachtung schenkten. Merz prüfte weitere Anwendungsmöglichkeiten und ließ sich die für Alzheimer patentieren.
1 Gegenstand der Arbeit und Vorgehensweise: Einleitung in die Problematik forschender Pharmaunternehmen und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise der Arbeit.
2 Aktuelle Herausforderungen für forschende Pharmaunternehmen: Analyse der gesetzlichen Rahmenbedingungen, der Innovationskrise sowie der Auswirkungen von Patentabläufen und zunehmender Patientenemanzipation.
3 Strategische Handlungsoptionen: Darstellung unternehmens-, produkt- und kundenbezogener Strategien zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit.
4 Resümee: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und Fazit zur Notwendigkeit neuer, adaptiver Geschäftsmodelle in der Pharmaindustrie.
Pharmaunternehmen, Blockbuster-Strategie, Patentablauf, Generika, Innovationslücke, Forschung und Entwicklung, Strategisches Marketing, Patientenemanzipation, Gesundheitsökonomie, Produktlebenszyklus, Fusionen, Unternehmenskultur, Pharmamarkt, Arzneimittelzulassung, Biotech
Die Arbeit untersucht die strategischen Anpassungsmöglichkeiten forschender Pharmaunternehmen, um ihre Marktposition in einem zunehmend komplexen und regulierten globalen Marktumfeld zu behaupten.
Die zentralen Themen umfassen die Innovationskrise, den Umgang mit Patentabläufen, strategische Unternehmensausrichtungen (M&A, Partnerschaften) und moderne kundenorientierte Marketing-Konzepte.
Das Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen Markt-Herausforderungen und den strategischen Handlungsoptionen darzulegen sowie deren Nachhaltigkeit zu bewerten.
Die Arbeit nutzt eine Analyse von Marktdaten, Strategieansätzen und gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen, um aktuelle Handlungsfelder für Pharmaunternehmen abzuleiten.
Der Hauptteil gliedert sich in Unternehmensstrategien, produktbezogene Strategien (z.B. Indikationserweiterung, Patentmanagement) sowie kundenbezogene Ansätze wie Health Monitoring und Direct-To-Consumer-Marketing.
Pharmaunternehmen, Blockbuster-Strategie, Patentablauf, Generika, Innovationslücke, Forschung und Entwicklung sowie Strategisches Marketing.
Es steigert die Patiententreue (Compliance) durch gezielte Informationen und ermöglicht den Unternehmen gleichzeitig wertvolle Einblicke für die Optimierung ihrer Arzneimittel.
Sie dienen dazu, den Schutzzeitraum eines Medikaments über das ursprüngliche Wirkstoffpatent hinaus zu verlängern, indem beispielsweise neue Indikationen oder verbesserte Galeniken patentiert werden.
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