Diplomarbeit, 2007
83 Seiten, Note: 1,3
1 Die Unternehmensnachfolge als Herausforderung für Familienunternehmen
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Gliederung der Arbeit
2 Grundlagen der Unternehmensnachfolge unter Beteiligung von Private Equity
2.1 Familienunternehmen
2.1.1 Definition von Familienunternehmen
2.1.2 Abgrenzung Familienunternehmen und der deutsche Mittelstand
2.1.3 Besonderheiten von Familienunternehmen
2.1.4 Wirtschaftliche Bedeutung von Familienunternehmen in Deutschland
2.2 Unternehmensnachfolge
2.2.1 Definition der Unternehmensnachfolge
2.2.2 Quantifizierung und volkswirtschaftliche Bedeutung
2.2.3 Formen der Unternehmensnachfolge
2.3 Private Equity
2.3.1 Definition von Private Equity
2.3.2 Private Equity Markt in Deutschland
2.3.3 Finanzierungsanlässe von Private Equity
2.3.4 Investitionskriterien der Private Equity Investoren
2.4 Management-Buy-out
2.4.1 Grundlagen einer Buy-out Finanzierung
2.4.2 Abgrenzung des MBOs zur Unternehmensgründung
2.4.3 Begriffsentwicklung des Nachfolge-MBOs
3 Gestaltung eines Nachfolge-MBOs mit Private Equity
3.1 Motive und Beteiligte eines Nachfolge-MBOs
3.1.1 Motive aus Sicht des Familienunternehmers
3.1.2 Motive des Private Equity Investors
3.1.3 Motive aus Sicht des Managements
3.2 Phasen und wesentliche Elemente eines Nachfolge-MBOs
3.2.1 Anbahnungsphase
3.2.2 Transaktionsphase
3.2.2.1 Due Diligence und ihre Bedeutung
3.2.2.2 Unternehmensbewertung und Kaufpreisfindung
3.2.2.3 Transaktionsstruktur des Nachfolge-MBOs
3.2.2.3.1 Rechtliche Strukturierung
3.2.2.3.2 Finanzielle Strukturierung
3.2.2.4 Kaufvertrag und Closing
3.2.3 Durchführungsphase
3.2.3.1 Strategische Wertsteigerungsmaßnahmen
3.2.3.2 Finanzielle Wertsteigerungsmaßnahmen
3.2.3.3 Operative Wertsteigerungsmaßnahmen
3.2.4 Desinvestitionsphase
3.3 Risiken eines Nachfolge-MBOs
3.3.1 Finanzwirtschaftliche Risiken
3.3.2 Emotionale und psychologische Problemstellungen
3.4 Erfolgsfaktoren für einen gelungenen Nachfolge-MBO
3.4.1 Erfolgsfaktoren aus Sicht des Familienunternehmers
3.4.2 Erfolgsfaktoren aus Sicht des Private Equity Investors
3.4.3 Erfolgsfaktoren aus Sicht des Managements
3.5 Empirische Studien zum Erfolg von PE-finanzierten MBOs
4 Fazit
4.1 Zusammenfassende Beurteilung eines MBOs als Nachfolgelösung
4.2 Ausblick
Diese Diplomarbeit untersucht, inwiefern ein durch Private Equity finanzierter Management-Buy-out (MBO) als Nachfolgelösung in deutschen Familienunternehmen geeignet ist. Im Fokus steht dabei die Analyse der Motive aller Beteiligten, die Darstellung der Prozessphasen und die Identifizierung kritischer Erfolgsfaktoren, um festzustellen, für welche Unternehmen dieses Modell eine realisierbare Option darstellt.
1.1 Problemstellung
Es ist Alltag in deutschen Familienunternehmen: bei jedem siebten mittelständischen Familienunternehmen steht in den nächsten fünf Jahren ein Generationswechsel an. Die Ursache hierfür liegt vor allem darin, dass die Gründergeneration des deutschen Wirtschaftswunders altersbedingt ausscheiden wird. Da von den jährlich erwarteten knapp 71.000 Nachfolgen nur noch etwa die Hälfte der Betriebe familienintern übergeben werden, müssen alternative Nachfolgelösungen eruiert werden. Andernfalls droht die Stilllegung, die jährlich immerhin fast 6.000 Betriebe mit insgesamt ca. 33.500 Mitarbeitern betrifft. Die übrigen 34.000 Unternehmen werden in externe Hände übergeben. Der Verkauf an das eigene Management, externe Führungskräfte oder Wettbewerber sowie der Börsengang bieten mögliche Alternativen. In ca. 5 % aller an Nicht-Familienmitglieder übertragenen Unternehmen erfolgt die Nachfolgeregelung unter Beteiligung einer Private Equity Gesellschaft.
Erwerben Private Equity Gesellschaften zusammen mit dem bestehenden Management das Familienunternehmen, vollzieht sich der Eigentümerwechsel in Form eines Management-Buy-outs (MBO). Dem Wunsch des Familienunternehmers nach Fortführung seines Lebenswerkes wird somit entsprochen, denn das Management bleibt bestehen, lediglich der Eigentümer wechselt. Neben der Lösung der Nachfolgeproblematik und dessen Finanzierung, kann durch die Unterstützung der Private Equity Gesellschaft das Wachstum und die Entwicklung des Unternehmens vorangetrieben werden.
Obwohl schon Anfang der 90iger Jahre die Nachfolgeregelung als Hauptmotor für die Zunahme an Transaktionen für Private Equity Investoren prognostiziert wurde, war der Anteil der Nachfolge-MBOs mit Private Equity Beteiligung in Deutschland bislang relativ gering. Allerdings wächst die Zahl stetig. Gründe für die dynamische Entwicklung sind in der hohen Liquidität der Private Equity Fonds, der Unterbewertung deutscher Unternehmen sowie in den Eigenkapitalforderungen durch Basel II zu sehen. Durch die Eigenkapitalbeteiligung wird die Finanzkraft der Unternehmen gestärkt, das Kreditrating verbessert und damit letztendlich die Fremdfinanzierungskapazität ausgebaut. Sinkende Ressentiments der eher traditionsreichen Familienunternehmen gegenüber profitorientierten Private Equity Investoren fördern die Zunahme zusätzlich.
1 Die Unternehmensnachfolge als Herausforderung für Familienunternehmen: Dieses Kapitel erläutert die zunehmende Bedeutung externer Nachfolgelösungen in Deutschland aufgrund des demografischen Wandels und stellt den MBO als Alternative dar.
2 Grundlagen der Unternehmensnachfolge unter Beteiligung von Private Equity: Hier werden die theoretischen Fundamente, wie Definitionen von Familienunternehmen, Private Equity und MBOs, sowie der deutsche Markt für diese Transaktionen detailliert behandelt.
3 Gestaltung eines Nachfolge-MBOs mit Private Equity: Dieses Hauptkapitel analysiert den gesamten MBO-Prozess von der Anbahnung über Transaktion und Durchführung bis zur Desinvestition, inklusive Erfolgsfaktoren und Risiken.
4 Fazit: Das Kapitel fasst die Beurteilung des MBOs als Nachfolgelösung zusammen und bietet einen Ausblick auf die zukünftige Marktentwicklung.
Unternehmensnachfolge, Familienunternehmen, Management-Buy-out, MBO, Private Equity, Finanzinvestor, Eigenkapital, Finanzierung, Unternehmensbewertung, Due Diligence, Wertsteigerung, Nachfolgelösung, Mittelstand, Transaktion, Exit.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Thematik der Unternehmensnachfolge in Familienunternehmen und untersucht den Einsatz von Private Equity und Management-Buy-outs als Finanzierungs- und Nachfolgemodell.
Im Zentrum stehen die Motive der Beteiligten (Unternehmer, Management, Investor), die Gestaltung des MBO-Prozesses, die Finanzierungsstruktur sowie die Erfolgsfaktoren und Risiken für alle Parteien.
Das Ziel ist zu untersuchen, inwieweit ein durch Private Equity finanzierter MBO eine geeignete und realisierbare Nachfolgelösung darstellt, insbesondere für mittelständische Familienunternehmen.
Es handelt sich um eine strukturierte Literaturanalyse, die theoretische Grundlagen, empirische Studien sowie Best-Practice-Ansätze aus der Fachliteratur zusammenführt und bewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen (Kapitel 2) und die konkrete Gestaltung und Analyse von Nachfolge-MBOs (Kapitel 3), inklusive Prozessphasen, Bewertungsverfahren und Risikomanagement.
Die wichtigsten Schlagworte sind Unternehmensnachfolge, Familienunternehmen, Management-Buy-out (MBO), Private Equity und Finanzierung.
Die Familie spielt eine Schlüsselrolle als Initiatorin und Verkäuferin, wobei ihre Interessen (Kaufpreis, Altersvorsorge, Erhalt der Tradition) maßgeblich den Transaktionsverlauf beeinflussen.
Eine zweistufige Struktur (mit einer Erwerbergesellschaft, der NewCo) wird meist aus steuerlichen und haftungsrechtlichen Gründen bevorzugt, um die Finanzierung und das Management-Risiko zu optimieren.
Investoren werden als professionelle Partner betrachtet, die neben Kapital auch Know-how für Strategie, Controlling und Management-Anreize einbringen, um eine Wertsteigerung bis zum Exit zu erzielen.
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