Examensarbeit, 2005
126 Seiten, Note: 1,7
1. Bewegung
1.1. Verständnis menschlicher Bewegung
1.2. Entwicklung des Verständnisses menschlicher Bewegung
1.3. Bewegungsentwicklung im Kindesalter
1.3.1 Neugeborenen- und Säuglingsalter (1.-12. Lebensmonat)
1.3.2. Kleinkind- und Vorschulalter (1.-7. Lebensjahr)
1.3.3. Schulkindalter (7.-12. Lebensjahr)
1.4. Zusammenfassung
2. Wahrnehmung
2.1. Verständnis von Wahrnehmung
2.2. Grundsätzliches zur Wahrnehmung im Kindesalter
2.3 Neurophysiologische Grundlagen
2.3.1. Weiterleitung von Informationen im Gehirn
2.3.2. Das Zentrale Nervensystem (Aufbau und Funktion)
2.3.3. Die Bedeutung der Wahrnehmung bei der Gehirnentwicklung
2.3.4. Das Sinnessystem (Aufbau und Funktion)
2.3.4.1. Das visuelle System (Sehsinn)
2.3.4.2. Das auditive System (Hörsinn)
2.3.4.3. Das taktile System (Tastsinn)
2.3.4.4. Das kinästhetische System (Körperstellungssinn)
2.3.4.5. Das vestibuläre System (Gleichgewichtsinn)
2.3.4.6 Das olfaktorische System (Geruchssinn)
2.3.4.7 Das gustatorische System (Geschmacksinn)
2.3.5. Der Prozeß der Wahrnehmung
2.3.6. Subjektive Sinneswahrnehmung
2.4. Zusammenfassung
3. Die Verknüpfung von Bewegung und Wahrnehmung
3.1. Der Gestaltkreis von Viktor von Weizsäcker
3.2. Die Bedeutung von Bewegung und Wahrnehmung für die kindliche Entwicklung
3.2.1. Ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung
3.2.2. Funktionen der Bewegung nach ZIMMER
3.2.3. Biologische Bedeutung von Bewegung und Wahrnehmung
3.2.4. Bedeutung für die kognitive Entwicklung
3.2.4.1. Die kognitive Entwicklung nach Piaget
3.2.4.2. Bruners Theorie der kognitiven Entwicklung
3.2.5. Bedeutung für die Entwicklung des Selbstkonzepts
3.2.6. Bedeutung für die soziale Entwicklung
3.3. Zusammenfassung
4. Kindheit, Bewegung und Wahrnehmung
4.1. Kindheit heute
4.1.1. Familienstrukturen
4.1.2. Erziehungshaltungen und –verhalten im Elternhaus
4.1.3. Medienkindheit
4.1.4. Konsumverhalten
4.1.5. Inselkindheit
4.1.6. Freizeitverhalten
4.2. Bewegungs- und Wahrnehmungswelt heute
4.2.1. Auswirkungen auf die kindliche Gesundheit
4.2.1.1. Gesundheitsverständnis
4.2.1.2. Aspekte des Gesundheitszustand der Kinder
4.3. Zusammenfassung
5. Ausblick auf das Thema „Bewegter Unterricht“
5.1. Das Konzept der „Bewegten Schule“
5.1.1. Entstehung und Grundidee
5.1.2. Inhalte und Ziele
5.1.3. Bewegter Unterricht im Konzept der Bewegten Schule
5.2. Anforderungen an Unterricht
5.3. Wünsche von Kindern an Unterricht
5.4. Argumente für mehr Bewegung in der Schule
5.5. Motivation und Einstellung der Lehrkraft
5.6. Zusammenfassung
6. Lernen und Schule in Bewegung
6.1. Bewegung, Wahrnehmung und Lernen im historischen Zusammenhang
6.2. Lernen mit allen Sinnen
6.2.1. Lerntheorien
6.3. Offener Unterricht
6.3.1. Das Konzept des offenen Unterrichts
6.3.2. Formen des offenen Unterrichts
6.3.2.1. Projektunterricht
6.3.2.2. Freie Arbeit
6.3.2.3. Wochenplan
6.3.2.4. Werkstattunterricht
Die Arbeit untersucht die veränderte Lebenssituation von Kindern und deren negative Auswirkungen auf die Bewegungs- und Wahrnehmungsentwicklung. Ziel ist es, die Notwendigkeit des „Bewegten Unterrichts“ im Rahmen der „Bewegten Schule“ theoretisch zu begründen, um geeignete Methoden für einen kindgerechten Unterricht zu finden, der Lernprozesse durch Bewegung und alle Sinne optimiert.
3.1. Der Gestaltkreis von Viktor von Weizsäcker
Im folgenden sollen zentrale Thesen aus dem bereits erwähnten Buch „Der Gestaltkreis“ vorgestellt werden, die den Zusammenhang von Bewegung und Wahrnehmung konkret darstellen. Für eine detaillierte Darstellung der “Einzelbausteine“ Bewegung und Wahrnehmung soll auf die Abschnitte 1 und 2 verweisen.
Umwelt und Organismus bilden eine Einheit:
Die Verbindung zwischen Mensch und Umwelt findet über die Prozesse von Bewegung und Wahrnehmung statt. Diese treten in unmittelbarer Verflochtenheit auf und werden als senso-motorischer Komplex bezeichnet.
Das Wesen des Lebendigen wurde mit der analytischen Erforschung einzelner Teile dementsprechend nie in seiner Ganzheit gesehen.
Von Weizsäcker gilt als einer der ersten, der die Abkehr vom dualistischen Weltbild (dessen Begründer Descartes war) propagierte. Hier war die strikte Trennung von Körper und Geist, von Ich und Umwelt und von räumlich-körperlicher und geistiger Substanz vorherrschend. Er führte das Subjekt in die Wissenschaft ein, um den vorherrschenden Dualismus zu durchbrechen.
“Es geht also um die Frage, wie und in welcher Weise Subjekt und Objekt, Mensch und Welt aufeinandertreffen. Indem nur die Bedingungen der physikalischen Welt analysiert werden (Objekt), kann die menschliche Existenz nicht ausreichend erklärt werden. Erst die Hinzunahme des Subjekts kann weitere Klärung bringen.“
1. Bewegung: Dieses Kapitel definiert menschliche Bewegung nicht nur als Ortsveränderung, sondern als existentielles Phänomen und grundlegende Lebensäußerung, wobei die motorische Entwicklung im Kindesalter in idealtypische Phasen unterteilt wird.
2. Wahrnehmung: Hier wird Wahrnehmung als aktiver, ganzheitlicher Prozess der Informationsaufnahme und -verarbeitung beschrieben, der zwingend mit Bewegung verknüpft ist und eine fundamentale Rolle bei der Gehirnentwicklung spielt.
3. Die Verknüpfung von Bewegung und Wahrnehmung: Basierend auf Viktor von Weizsäckers „Gestaltkreis“ wird die Einheit von Mensch und Umwelt durch den sensomotorischen Komplex hergeleitet und dessen große Bedeutung für die ganzheitliche kindliche Entwicklung hervorgehoben.
4. Kindheit, Bewegung und Wahrnehmung: Die Analyse der heutigen Kindheit zeigt eine zunehmende „Verinselung“ und Bewegungsarmut auf, die negative Folgen für die Gesundheit und die psychosoziale Entwicklung der Kinder hat.
5. Ausblick auf das Thema „Bewegter Unterricht“: Das Konzept der „Bewegten Schule“ wird als pädagogische Antwort auf die veränderten Lebensbedingungen vorgestellt, mit dem Ziel, Bewegung als integralen Bestandteil schulischen Lehrens und Lernens zu verankern.
6. Lernen und Schule in Bewegung: Dieser Abschnitt verknüpft historische pädagogische Ansätze zum „Lernen mit allen Sinnen“ mit aktuellen, offenen Unterrichtsformen wie Projektunterricht, Freiarbeit, Wochenplan und Werkstattunterricht.
Bewegungserziehung, Wahrnehmung, ganzheitliche Entwicklung, Bewegte Schule, bewegter Unterricht, Kindheit heute, sensomotorischer Komplex, offener Unterricht, Projektunterricht, Freiarbeit, Wochenplan, Werkstattunterricht, Lernbiologie, Handlungskompetenz, Selbstkonzept
Die Arbeit befasst sich mit der veränderten Kindheit und der Notwendigkeit, Bewegung und Wahrnehmung als zentrale Bestandteile in den Schulalltag zu integrieren, um eine ganzheitliche Entwicklung der Kinder zu fördern.
Die zentralen Felder sind die Bewegungs- und Wahrnehmungsentwicklung im Kindesalter, die Auswirkungen gesellschaftlicher Veränderungen (z.B. Medienkindheit, Verinselung) sowie didaktische Konzepte zur Öffnung des Unterrichts.
Das primäre Ziel ist es, die Notwendigkeit des „Bewegten Unterrichts“ theoretisch zu fundieren und aufzuzeigen, wie durch bewegungsorientierte Methoden ein kindgerechtes und effektives Lernen in der Schule ermöglicht werden kann.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, bei der aktuelle Erkenntnisse aus der Hirnforschung, Entwicklungspsychologie und Pädagogik (wie Piaget, Bruner, Weizsäcker) zusammengeführt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Bewegung, Wahrnehmung, sensomotorische Verknüpfung), eine Analyse der heutigen Kindheitsbedingungen und daraus resultierender Anforderungen an die Schule sowie eine detaillierte Darstellung offener Unterrichtsformen.
Wichtige Begriffe sind insbesondere: Bewegte Schule, ganzheitliche Entwicklung, offener Unterricht, Handlungsorientierung, Sinneswahrnehmung und Selbstkompetenz.
Die „Bewegte Schule“ wird als ein pädagogisches Prinzip verstanden, bei dem Bewegung zum selbstverständlichen und integralen Bestandteil des schulischen Lehrens und Lernens wird, um der Bedeutung von Bewegung im Selbstkonzept junger Menschen gerecht zu werden.
Offene Unterrichtsformen (wie Projektunterricht oder Freiarbeit) werden als unerlässlich betrachtet, da sie den Kindern Eigenverantwortung und Selbstorganisation ermöglichen und Lernen mit allen Sinnen auf Grundlage ihrer individuellen Bedürfnisse fördern.
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