Wissenschaftliche Studie, 2007
170 Seiten
Vorwort
Spiele des Mittelalters
Handwerker rotten sich zum Spielen zusammen
Schüler und Studenten spielen
Die Professionalisierung des Theaters
Deutsche Wandertheater
Protegierte und angefeindete Komödianten
Ekhof, Schönemann und die erste deutsche Theaterakademie
Theater zwischen Verbot und Förderung
Das erste stehende Hoftheater
Thespiswagen rollen durch das Land
Der Theaterbann wird aufgehoben
Das Theater wird abermals sesshaft
Schwerin zieht mit Neustrelitz gleich
Bürgerliche Theaterunternehmer
Licht und Schatten in Neustrelitz
Ambitionen und Vorlieben in Schwerin
Ein Stadttheater dank Bürgerinitiative
Aufbruch und erneute Reglementierung
Republikanisches Zwischenspiel und nationalsozialistische Gleichschaltung
Demokratiewagnisse in Schwerin und Neustrelitz
Die Arbeit zeichnet die Theatergeschichte Mecklenburgs von den Anfängen im 15. Jahrhundert bis zum Jahr 1952 nach und untersucht die Entwicklung von der Laienspieltradition über die Ära der Wanderbühnen bis hin zur Etablierung professioneller Hoftheater und Stadttheater unter wechselnden politischen Rahmenbedingungen.
Spiele des Mittelalters
Am Anfang seiner Geschichte war das Theaterspielen in Mecklenburg, wie im gesamten Deutschen Reich, Sache von Laien. Geistliche Spiele (Passions-, Fronleichnam- und Osterspiele), Fastnachtspiele und neulateinische Schuldramen (nach dem Vorbild von Plautus und Terenz) wurden im 15. und 16. Jahrhundert von Bürgern, Studenten, Handwerksgesellen und Lateinschülern, oft unter der Anleitung von Geistlichen, aufgeführt.
Die Feste soll man feiern, wie sie fallen. Im Mittelalter beherzigte man das sehr. Es gab viele Festtage wie Weihnachten, Ostern, Pfingsten, Fronleichnam, Kirchweihfeste, Marienfeiertage, Feiertage von Heiligen und, und, und. Insgesamt kamen rund drei Monate im Jahr an Fest- und Feierzeit zusammen. In den Städten führte man regelmäßig während der Feste dramatisierte Geschichten aus der Bibel auf. Jeder ehrbare Bürger, lange Zeit durften nur Männer mitwirken, konnte spielen. Er musste Kostüm und Requisiten selbst anfertigen bzw. auf seine Kosten anfertigen lassen. Die Stadt trug allerdings die Hauptlast in finanzieller Hinsicht und sorgte für einen reibungslosen Ablauf. Als Spielleiter fungierten Geistliche, Stadtschreiber oder andere Gebildete. Alle Stadtbewohner und zahlreiche Gäste von außerhalb bildeten das Publikum.
Spiele des Mittelalters: Das Kapitel erläutert die Ursprünge des Theaterspiels in Mecklenburg als laienhafte, geistliche Aufführungen, die eng mit kirchlichen Festtagen und biblischen Inhalten verknüpft waren.
Handwerker rotten sich zum Spielen zusammen: Hier wird die Tradition der Fastnachtspiele behandelt, bei denen Handwerksgesellen in Wirtshäusern und auf öffentlichen Plätzen bäuerliche Bräuche und Sitten parodierten.
Schüler und Studenten spielen: Dieser Abschnitt beschreibt das lateinische Schultheater und studentische Aufführungen, deren Hauptzweck die Bildung im Lateinischen war.
Die Professionalisierung des Theaters: Der Fokus liegt auf dem Einfluss englischer Komödianten, die durch ihre Gastspiele im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert die Entwicklung hin zur Berufstheaterkultur einleiteten.
Deutsche Wandertheater: Das Kapitel widmet sich der sozialen Zusammensetzung und Arbeitsweise der wandernden Komödiantengesellschaften im 17. Jahrhundert.
Protegierte und angefeindete Komödianten: Dieser Teil beschreibt das schwierige Spannungsfeld zwischen der Protektion durch adlige Gönner und dem Widerstand durch religiöse Eiferer.
Ekhof, Schönemann und die erste deutsche Theaterakademie: Die Gründung der Theaterakademie wird als ein wegweisendes Ereignis für die Professionalisierung und Ästhetisierung des deutschen Schauspiels hervorgehoben.
Theater zwischen Verbot und Förderung: Das Kapitel analysiert die Phase des Theaterverbots unter Herzog Friedrich und die zaghaften Versuche, diese Theaterfeindlichkeit zu überwinden.
Theatergeschichte, Mecklenburg, Mittelalter, Wandertheater, Conrad Ekhof, Johann Friedrich Schönemann, Hofkapelle, Hoftheater, Stadttheater, Schauspielkunst, Spielplan, Aufklärung, Theaterverbot, Musiktheater, Kulturpolitik.
Die Publikation bietet einen Abriss der Theatergeschichte in Mecklenburg von den mittelalterlichen Anfängen bis zum Jahr 1952 und untersucht dabei die institutionelle Entwicklung und soziokulturelle Einbettung.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung von Spielformen, der Herausbildung professioneller Strukturen, dem Einfluss höfischer und bürgerlicher Gönnerschaft sowie der Wirkung politischer Reglementierungen.
Ziel ist es, die reichhaltige, aber oft fragmentarisch überlieferte Theatertradition des Landes darzustellen und deren Wandel über Jahrhunderte hinweg zu dokumentieren.
Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Auswertung historischer Dokumente, Archivbestände (wie Theaterzettel und Verordnungen) sowie eine ausführliche Literaturanalyse.
Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Abschnitte, die vom mittelalterlichen Geistlichen Spiel über die englischen Komödianten bis hin zu den Hoftheatern und Stadttheatern des 19. und 20. Jahrhunderts reichen.
Neben geografischen Begriffen wie Mecklenburg stehen Begriffe wie Theatergeschichte, Professionalisierung, Hoftheater, Spielplan und Theaterverbot im Zentrum.
Ekhof gilt als zentrale Figur der Professionalisierung, insbesondere durch die Gründung der ersten deutschen Theaterakademie, die Maßstäbe für eine realistische Schauspielkunst setzte.
Die Arbeit zeigt auf, wie sowohl feudale Theaterverbote als auch spätere ideologische Reglementierungen durch politische Diktaturen den Spielbetrieb und die Freiheit der künstlerischen Arbeit maßgeblich beeinflussten.
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