Magisterarbeit, 2005
99 Seiten, Note: 1,1
I. Einleitung
II. Der Begriff der Kommunikation in den verschiedenen Wissenschaften
III. Luhmanns Kommunikationstheorie
III. 1. Das soziologisch-systemtheoretische Fundament von Luhmanns Kommunikationstheorie
a. Luhmanns wissenschaftliche Anknüpfungen
b. Elementare Grundsätze der Theorie der sozialen Systeme
III. 2. Das Problem der doppelten Kontingenz
III. 3. Das Element der Kommunikation
a. Drei Selektionen
b. Das Merkmal der zeitlichen Rekursivität
c. Die vierte Selektion
III. 4. Der Prozess der Kommunikation
a. Die Eigenschaft der Selbstreferentialität
b. Die Notwendigkeit der punktuellen Selbstsimplifikation
c. Die Schwierigkeit der Autopoiesis und die Bedeutsamkeit der Strukturen
III. 5. Das Verhältnis von Kommunikation und Bewusstsein
a. Die Besonderheit der operativen Geschlossenheit und die Systemgrenzen
b. Strukturelle Kopplung als Verbindungsmerkmal
IV. Luhmanns Kritik und Widersprechungen gegenüber der Tradition
IV. 1. Luhmanns Kritik am Übertragungsmodell
IV. 2. Luhmanns Kritik an der Verwechslung von Kommunikation und Handlung
IV. 3. Luhmanns Eliminierung des Begriffs vom Menschen
V. Fazit
V. 1. Zusammenfassung
V. 2. Kritische Schlussbetrachtungen
Die vorliegende Arbeit untersucht Niklas Luhmanns soziologische Systemtheorie, um zu klären, wie er den Begriff der Kommunikation neu definiert und inwiefern er sich dabei kritisch von der kommunikationstheoretischen Tradition absetzt.
III. 3. a. Drei Selektionen
Das Kommunikationselement stellt eine Vereinigung aus drei Komponenten dar - der Information, der Mitteilung und dem Verstehen. Bei diesen drei Komponenten handelt es sich genauer gesagt um drei verschiedene Selektionsleistungen und somit Sinnaktualisierungen bezogen auf unbegrenzte Mengen von Wahlmöglichkeiten. Diese Komponenten sind verteilt auf zwei Aussagen oder Mitteilungshandlungen von Alter und Ego, wobei die Aussage des Alter die Mitteilung und die Information und die Aussage des Ego das Verstehen impliziert. Diese zwei Aussagen machen aber nicht das Wesen der Kommunikation aus, die bezüglich der zwei Aussagen vielmehr eine abstrahierte Einheit auf der übergeordneten, emergenten Ebene bildet. Die Mitteilungshandlungen befinden sich dagegen auf der nicht-emergenten, nicht-sozialen Ebene. Als Ausgangspunkt ist festzuhalten, daß Kommunikation nicht als Handlung und der Kommunikationsprozeß nicht als Kette von Handlungen begriffen werden kann. [...] In die Kommunikation geht immer auch die Selektivität des Mitgeteilten, der Information, und die Selektivität des Verstehens ein, und gerade die Differenzen, die diese Einheit ermöglichen, machen das Wesen der Kommunikation aus.
I. Einleitung: Darstellung der Problemstellung Luhmanns in der Soziologie sowie die Zielsetzung der Arbeit, Luhmanns Kommunikationsbegriff kritisch zu beleuchten.
II. Der Begriff der Kommunikation in den verschiedenen Wissenschaften: Überblick über traditionelle Kommunikationstheorien, die Luhmann zur Abgrenzung seiner eigenen Theorie heranzieht.
III. Luhmanns Kommunikationstheorie: Detaillierte Herleitung der soziologisch-systemtheoretischen Basis, der Kommunikationselemente und der Funktionsweise sozialer Systeme.
IV. Luhmanns Kritik und Widersprechungen gegenüber der Tradition: Analyse von Luhmanns Kritik am Übertragungsmodell, seiner Abgrenzung von Handlungstheorien und der Eliminierung des Menschenbegriffs.
V. Fazit: Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse und kritische Schlussbetrachtung zur Relevanz der systemtheoretischen Perspektive.
Niklas Luhmann, Systemtheorie, Kommunikation, Soziales System, Doppelte Kontingenz, Autopoiesis, Selbstreferenz, Information, Mitteilung, Verstehen, Strukturelle Kopplung, Dekomposition, Sinn, emergente Ebene, Handlungstheorie
Die Arbeit analysiert Niklas Luhmanns Begriff der Kommunikation im Kontext seiner soziologischen Systemtheorie und untersucht deren Abgrenzung zur traditionellen Kommunikationstheorie.
Im Zentrum stehen die systemtheoretische Definition sozialer Systeme, das Problem der doppelten Kontingenz, der autopoietische Charakter von Kommunikation sowie die Kritik an klassischen Handlungstheorien.
Ziel ist es, Luhmanns Neuformulierung des Kommunikationsbegriffs auf Basis der Systemtheorie präzise darzustellen und aufzuzeigen, wie er sich von traditionellen Konzepten abhebt.
Die Arbeit nutzt eine systemtheoretische Analyse, um Begriffe wie Autopoiesis, Selbstreferenz und Kommunikation systematisch zu rekonstruieren und in den Kontext von Luhmanns Gesamtwerk einzuordnen.
Der Hauptteil widmet sich dem soziologisch-systemtheoretischen Fundament, dem Prozess der Kommunikation, dem Verhältnis von Kommunikation und Bewusstsein sowie Luhmanns kritischer Auseinandersetzung mit traditionellen Ansätzen.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Autopoiesis, doppelte Kontingenz, Selbstreferenz, Kommunikation als soziales System und die Dekomposition des Menschenbegriffs.
Es dient als Ausgangspunkt der Entstehung sozialer Systeme; erst durch Kommunikation kann die mit der doppelten Kontingenz verbundene soziale Unsicherheit strukturell reduziert werden.
Im Gegensatz zu Modellen, die Kommunikation als Informationsübertragung zwischen einem Sender und einem Empfänger definieren, begreift Luhmann Kommunikation als einen autopoietischen Prozess, der ohne menschliche Subjekte auskommt.
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