Diplomarbeit, 2007
131 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Theoretischer Bezugsrahmen
2.1 Kurzüberblick über die historische Entwicklung
2.2 Definition der Preisfairness
2.3 Abgrenzung zu anderen Konstrukten der Preispolitik
2.3.1 Abgrenzung zum Preiszufriedenheitskonstrukt
2.3.2 Abgrenzung zum Preisvertrauen und zur Preisehrlichkeit
2.4 Ansätze zur Bildung von Preisfairnessurteilen
2.4.1 Die Equity-Theorie
2.4.2 Das Dual Entitlement Prinzip
2.4.3 Die Attributionstheorie
2.4.4 Die Theorie der kognitiven Dissonanz
3. Theoretische und empirische Studien zur Preisfairness
3.1 Identifikation der Studien
3.2 Überblick über die theoretischen Studien
3.3 Charakteristika der empirischen Studien
3.3.1 Untersuchungsland
3.3.2 Theoretische Grundlagen
3.3.3 Stichprobenumfang
3.3.4 Untersuchte Branche
3.3.5 Datenerfassungsmethode
3.3.6 Methodisches Vorgehen
3.4 Operationalisierung der Preisfairness
4. Inhaltliche Klassifizierung der theoretischen und empirischen Literatur
4.1 Forschungsstrang 1: Antezedenzien der Preisfairnesswahrnehmung
4.1.1 Preislevel
4.1.2 Preisinformationen
4.1.3 Verfahren der Preisfestlegung
4.1.4 Preisdifferenzierung und Preisvariation
4.1.5 Allokationsverfahren
4.1.6 Vermutetes Motiv
4.2 Forschungsstrang 2: Konsequenzen der wahrgenommenen Preisfairness
4.2.1 Kaufintentionen
4.2.2 Kundenzufriedenheit
4.2.3 Verhaltensreaktionen
4.2.4 Preisbewusstsein und Preisevaluation
4.3 Zusammenfassung der Ergebnisse und Vergleich mit den theoretischen Ansätzen zur Preisfairness
4.4 Beurteilung der Ergebnisse und weiterer Forschungsbedarf
5. Schlussbetrachtung
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, einen umfassenden Literaturüberblick zum Forschungsstand der Preisfairness zu erstellen. Dabei werden theoretische Konzepte und empirische Ergebnisse systematisiert und analysiert, um Zusammenhänge zwischen Antezedenzien und Konsequenzen der Preisfairnesswahrnehmung aufzudecken.
2.4.1 Die Equity-Theorie
Die Equity-Theorie, in der deutschsprachigen Literatur auch Gerechtigkeitstheorie genannt, die von Homans Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts entwickelt wurde, behandelt im Kern die Gerechtigkeit in sozialen Austauschbeziehungen. Ein zentraler Begriff der in diesem Zusammenhang des Öfteren genannt wird stellt die "Distributive Justice" dar, die Homans wie folgt definiert: "(...) a man’s reward in exchange with others should be proportional to his investments."
Der Kunde vergleicht demnach seinen Input (Kaufpreis, Kauf- und Auswahlaufwand) und seinen Output (Wert der erhaltenen Leistung, Nutzen und soziale Wirkung) miteinander und setzt das Ergebnis in Relation zum Input-Output-Verhältnis seines direkten (Verkäufer) bzw. indirekten Interaktionspartners (anderer Kunde). Gerechtigkeit aus austauschtheoretischer Sicht kann in diesem Sinne als das Ergebnis eines sozialen Vergleichs verstanden werden und wird dann empfunden, wenn das Einsatz-Ergebnis-Verhältnis zwischen den Austauschpartnern übereinstimmt. Weicht dieses Verhältnis jedoch ab, wird der Austauschprozess von Seiten der Interaktionspartner als ungerecht empfunden. Ausgehend von diesen Ausführungen ergänzt Adams das Konzept von Homans um ein Modell, das die Verhaltensreaktionen von Interaktionspartnern auf ungerechte (inequitable) Verteilungen aufzeigt. Ihre Überlegungen beschränken sich dabei jedoch auf den Bereich der industriellen Entlohnung. Erst die Arbeiten von Walster, Walster und Berscheid und deren Weiterentwicklung des Modells über die Entlohnungssituation hinaus, lassen eine Anwendung auf verschiedene Bereiche sozialer Interaktion zu. Im Kern gehen die Autoren davon aus, dass ein unausgewogenes Austauschverhältnis im gleichen Maße ein unbehagliches Gefühl (Ärger, Stress) auslöst und Individuen dazu motiviert Gerechtigkeit wiederherzustellen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Themenfeld der Preisfairness innerhalb der verhaltenswissenschaftlichen Preisforschung ein und definiert das Ziel der vorliegenden Arbeit als einen umfassenden State-of-the-Art-Review.
2. Theoretischer Bezugsrahmen: Dieses Kapitel etabliert die theoretische Basis durch die Erläuterung der historischen Entwicklung sowie die Abgrenzung zu verwandten Konstrukten und die Vorstellung der zentralen Erklärungsansätze für Preisfairnessurteile.
3. Theoretische und empirische Studien zur Preisfairness: Hier erfolgt eine systematische Metaanalyse der identifizierten Literatur hinsichtlich ihrer Charakteristika wie Untersuchungsland, Stichprobengröße und methodischem Vorgehen.
4. Inhaltliche Klassifizierung der theoretischen und empirischen Literatur: Das Kapitel strukturiert die vorliegende Forschung in zwei Forschungsstränge: die Antezedenzien, die zur Preisfairnesswahrnehmung führen, und die daraus resultierenden Konsequenzen für Konsumenten.
5. Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel resümiert die gewonnenen Erkenntnisse aus der Metaanalyse und leitet daraus Handlungsempfehlungen für das Marketing sowie Impulse für zukünftige Forschungsarbeiten ab.
Preisfairness, Behavioral Pricing, Equity-Theorie, Attributionstheorie, Preiserhöhung, Preisdifferenzierung, Kundenzufriedenheit, Kaufintention, Metaanalyse, Preisfestlegung, Allokationsverfahren, Preisbewusstsein, Motivfairness, Konsumentenverhalten, Dual Entitlement Prinzip.
Die Arbeit liefert einen umfassenden State-of-the-Art-Review der theoretischen und empirischen Forschung zur Preisfairness und systematisiert das Wissen über deren Entstehung und Auswirkungen.
Die zentralen Felder sind die Identifikation von Antezedenzien (Einflussfaktoren) auf die Preisfairnesswahrnehmung sowie die Analyse der Konsequenzen, die sich aus dieser Wahrnehmung ergeben.
Das Ziel ist es, durch eine Metaanalyse von über 60 wissenschaftlichen Arbeiten eine strukturierte Übersicht über den aktuellen Kenntnisstand und die Ergebnistendenzen der Preisfairnessforschung zu geben.
Es wurde eine Metaanalyse durchgeführt, bei der relevante theoretische und empirische Studien systematisiert, analysiert und zu Ergebnistendenzen verdichtet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine methodische Analyse der Studien sowie eine inhaltliche Klassifizierung der Literatur in Antezedenzien und Konsequenzen der Preisfairness.
Wichtige Begriffe sind Preisfairness, Equity-Theorie, Dual Entitlement Prinzip, Preisdifferenzierung, Kundenzufriedenheit und Kaufintention.
Das Dual Entitlement Prinzip besagt, dass Konsumenten einen Anspruch auf den Referenzpreis haben und Verkäufer auf ihren Referenzgewinn; Preiserhöhungen werden meist als fair akzeptiert, wenn sie durch Kostenerhöhungen des Anbieters begründet sind.
Da Preisfairness eine Determinante des Unternehmenserfolgs ist und sich direkt auf Kundenbindung, Kundenzufriedenheit sowie Kaufabsichten auswirkt.
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