Diplomarbeit, 2007
101 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Analyse der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Polen
2.1 Das politische und wirtschaftliche Umfeld in der Volksrepublik Polen nach Kriegsende bis zur Wende
2.2 Sozioökonomische Entwicklung in Polen seit der Wende bis heute
2.2.1 politische Entwicklung
2.2.2 wirtschaftliche Entwicklung
3 Sozio-demographische und geographische Rahmenbedingungen
3.1 Geographie
3.2 Bevölkerungsstruktur
4 Analyse des Einzelhandels Anfang der neunziger Jahre
4.1 Zunehmende Konzentration
4.2 Restrukturierung und Zersplitterung
4.2.1 Privatisierung
4.2.2 Gründungsboom
4.3 Einstellung und Besonderheiten im polnischen Einzelhandel
4.4 Konsumverhalten
5 Internationalisierung und Konsolidierung
5.1 Allgemeine Motive für Internationalisierungstendenzen
5.1.1 Push-Strategie
5.1.2 Pull-Strategie
5.2 Spezielle Motive für eine Expansion nach Polen
5.3 Expansionsstrategien im polnischen Einzelhandel
5.4 Internationalisierungsschub
5.4.1 Hypermärkte in Polen
5.4.2 Vertriebsform Supermarkt
5.4.3 Vertriebsform Convenience-Store
5.5 Der einheimische Einzelhandel
6 Lebensmittel-Discounter
6.1 Abgrenzung von den übrigen Vertriebsformen des Lebensmitteleinzelhandels
6.2 Entwicklung der Discounter
6.3 Die deutschen LM- Discounter in Polen
6.3.1 Tengelmann-Gruppe
6.3.2 Schwarz-Gruppe
6.3.3 Edeka-Gruppe
6.4 Wettbewerber
6.5 Prognose und Potentiale
7 Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Transformation des polnischen Lebensmitteleinzelhandels seit 1989 und analysiert dabei den Prozess der Markterschließung durch internationale Akteure, insbesondere durch deutsche Lebensmittel-Discounter, in einem post-sozialistischen Kontext.
4.2.2.1 Markthandel
Im Zuge des Wandels entstanden neue, private Einzelhandelsgeschäfte in bereits existierenden, jedoch staatlich nicht mehr genutzten Handelsbauten oder sogar in abgewandelten Wohnräumen. Im gleichen Zug setzte ein massives Wachstum des halbstationären und später stationären Markthandels, sowie des ambulanten Straßenverkaufs ein. An vielen Orten in Polen entstanden vor allem in Ermangelung von geeigneten Immobilien und dem notwendigen Kapital eine Reihe von Straßenmärkten als neues Phänomen. Der vielleicht größte Europas befand sich skurrilerweise auf dem Warschauer Paradeplatz und erreichte zu Rekordzeiten ein Ausmaß von mehr als 2500 Verkaufsständen, die z. T. befestigt waren. Diese Ausprägung des Einzelhandels darf nicht unerwähnt bleiben, da sie insbesondere im Hinblick auf die Konsum und Einkaufsgewohnheiten der Bevölkerung bei Lebensmitteln eine hohe Bedeutung bis in die Gegenwart bewahrt hat und sich regional unterschiedlich weiterentwickelt hat. Noch im Jahr 2000 existierten in ganz Polen ca. 2400 stationäre Märkte mit nicht weniger als 100.000 Marktständen, so dass statistisch gesehen auf den Markthandel mehr als 30 Prozent der gesamten Verkaufsfläche des Landes entfielen.
1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Bedeutung des Systemwechsels nach 1989 für die wirtschaftliche Transformation Polens und definiert das Ziel der Arbeit, die Entwicklung des Lebensmitteleinzelhandels im Land darzustellen.
2 Analyse der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Polen: Dieses Kapitel betrachtet das Umfeld in der Volksrepublik, die ökonomischen Krisen vor der Wende sowie den radikalen Reformprozess nach 1989 zur Etablierung marktwirtschaftlicher Prinzipien.
3 Sozio-demographische und geographische Rahmenbedingungen: Hier werden grundlegende Faktoren wie die Geographie Polens, die Bevölkerungsstruktur und demografische Trends analysiert, die für die Konsumentenansprache im Einzelhandel relevant sind.
4 Analyse des Einzelhandels Anfang der neunziger Jahre: Das Kapitel befasst sich mit der Transformation des Handelssektors, der Privatisierung staatlicher Strukturen, dem massiven Gründungsboom privater Kleinstbetriebe sowie den Besonderheiten des Konsumverhaltens in der Umbruchphase.
5 Internationalisierung und Konsolidierung: Hier steht der Markteintritt internationaler Handelsketten, deren Expansionsstrategien sowie die Entwicklung neuer Betriebsformen wie Hypermärkte und Supermärkte unter Berücksichtigung der Konsolidierungsprozesse im Vordergrund.
6 Lebensmittel-Discounter: Dieses Kapitel widmet sich der speziellen Rolle von Discountern, der Marktabgrenzung, den Expansionsstrategien führender deutscher Ketten wie Tengelmann, Schwarz und Edeka sowie deren Bedeutung im polnischen Markt.
7 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse über die Transformation zusammen und gibt eine Prognose über die künftige Marktstruktur sowie den Wettbewerb zwischen internationalen und einheimischen Einzelhändlern.
Polen, Lebensmitteleinzelhandel, Systemwechsel, Marktwirtschaft, Transformation, Privatisierung, Lebensmittel-Discounter, Expansion, Hypermarkt, Supermarkt, Konsumverhalten, Handelsstrukturen, Markterschließung, Konzentration, Wettbewerb.
Die Diplomarbeit analysiert die grundlegenden Strukturveränderungen des polnischen Lebensmitteleinzelhandels, die durch den Übergang von einer sozialistischen Planwirtschaft zur freien Marktwirtschaft seit dem Jahr 1989 ausgelöst wurden.
Zentrale Themen sind der Transformationsprozess des Einzelhandels, der Einfluss ausländischer Handelskonzerne, die Entwicklung spezifischer Betriebsformen wie Discounter und Hypermärkte sowie die Anpassung an die polnischen Konsumgewohnheiten.
Das Ziel ist es, die Entwicklung des Lebensmitteleinzelhandels in Polen nach dem Systemwechsel nachzuzeichnen und aufzuzeigen, wie sich westliche Handelskonzerne in einem Markt mit spezifischen historischen und strukturellen Bedingungen etabliert haben.
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse, die durch die Auswertung von Fachliteratur, Wirtschaftsanalysen, statistischen Daten (wie BIP-Entwicklung oder Arbeitslosenquoten) und Fallbeispielen zu einzelnen Handelsketten gestützt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Rahmenbedingungen, die Untersuchung der frühen Transformationsphase, die detaillierte Darstellung der Internationalisierung durch Großflächenbetreiber und eine gesonderte Betrachtung der Lebensmittel-Discounter.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Transformation, Privatisierung, Markterschließung, Internationalisierung, Lebensmittel-Discounter, Konsolidierung und Konsumgewohnheiten.
Da die Bevölkerung aufgrund der Mangelwirtschaft gewohnt war, tägliche Einkäufe in kleinen Läden um die Ecke zu tätigen, mussten internationale Ketten ihre Standort- und Vertriebskonzepte, die ursprünglich auf autogerechte Großflächen ausgelegt waren, modifizieren.
Deutsche Discounter wie Tengelmann (Plus), Schwarz (Lidl) und Edeka (Netto) spielten eine Schlüsselrolle bei der Modernisierung des polnischen Einzelhandels, indem sie das in Deutschland bewährte Prinzip der Kostenführerschaft in den jungen polnischen Markt übertrugen.
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