Bachelorarbeit, 2007
53 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Zur Bedeutung der Integration von Migranten
3. Mediennutzung und Integration
3.1 Muttersprachliche Massenmedien
3.2. Deutschsprachige Massenmedien
4. Medieninhalte und Integration
4.1 Allgemeine Merkmale der Berichterstattung über Migranten in Printmedien und im Fernsehen
4.2 Aktuelle Entwicklungen
4.3 Ursachen des Negativbildes der Migranten in deutschen Massenmedien
5. Partizipation von Migranten bei deutschen Sendeanstalten
5.1 Initiativen der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten
5.2 Initiativen außerhalb der Medienbetriebe - Das Projekt ‘Mehr Farbe in den Medien’
6. Bürgermedien
6.1 Akzeptanz der Bürgermedien bei der deutschen Bevölkerung
6.2 Offene Kanäle: Partizipation und Integration
6.3 Das Socrates-Grundvig Projekt Inter.Media: Methoden der partizipativen Integration
6.3.1 Inhalte der Module
6.3.2 Anti-rassistische und interkulturelle Lehrmethoden
6.3.4 Anwendbarkeit der Methoden auf die journalistische Praxis bei Mainstream Medien
7. Schlussfolgerungen
Diese Arbeit untersucht den Beitrag deutscher Massenmedien zur Integration von Migranten. Dabei wird analysiert, wie Medienangebote die gesellschaftliche Teilhabe fördern oder hemmen können, wobei ein besonderer Fokus auf der Rolle von Bürgermedien und Methoden der partizipativen Integration liegt.
4.1 Allgemeine Merkmale der Berichterstattung über Migranten in Printmedien und im Fernsehen
Zahlreiche qualitative und quantitative inhaltsanalytische Arbeiten beschäftigen sich mit der Berichterstattung über Migranten in den Massenmedien. Das Ausländerbild in den deutschen Printmedien wird systematisch seit den 70er Jahren untersucht. Untersuchungen zur Darstellung von Migranten im Fernsehen liegen jedoch erst seit Mitte der 90ziger Jahre vor. Die Darstellung von Migranten im Film und Hörfunk, sowie in fiktionalen Angeboten im Fernsehen ist nur unzureichend erforscht und wird hier bewusst ausgeklammert.
Eine der ersten empirisch fundierten Arbeiten zur Berichterstattung in den Printmedien wurde 1972 von Manuel J. Delgado veröffentlicht. Diese Studie wird hier erwähnt, weil sie auf einer sehr umfangreichen Stichprobe beruht und viele der Ergebnisse auch auf die aktuelle Berichterstattung übertragbar sind. Delgado untersuchte die Berichterstattung über Gastarbeiter in Nordrhein-Westfalen. In einem Zeitraum von 40 Monaten wurden 84 Tageszeitungen in einem quantitativen Verfahren überprüft. Delgado stellte eine starke Verallgemeinerung der Situation von Migranten durch die deutsche Presse fest. Fast ein Drittel der Berichterstattung steht im Zusammenhang mit dem Thema Kriminalität (31 Prozent). Die ausländischen Arbeitnehmer wurden überwiegend negativ dargestellt. Berichte, die verständnisvoll über die in Deutschland lebenden Gastarbeiter informieren– Delgado nennt sie ‚Good-Will-Berichte‘ – waren von geringem Umfang, ihre Zahl nahm zudem im Laufe des Untersuchungszeitraums ab (von 14,4 auf 7,2 Prozent).
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die demographische Realität Deutschlands als Einwanderungsland ein und legt die Relevanz der Massenmedien für den Integrationsprozess dar.
2. Zur Bedeutung der Integration von Migranten: Es wird das theoretische Konzept der Integration als gradueller, prozessualer und normativer Begriff erörtert, der zwischen Assimilation und interkultureller Integration abwägt.
3. Mediennutzung und Integration: Dieses Kapitel beleuchtet den Zusammenhang zwischen der Nutzung deutschsprachiger versus muttersprachlicher Massenmedien und deren Funktion für die gesellschaftliche Teilhabe.
4. Medieninhalte und Integration: Die Analyse zeigt auf, dass Migranten in den Mainstream-Medien häufig negativ oder einseitig (z.B. im Kontext von Kriminalität) dargestellt werden, was desintegrative Effekte haben kann.
5. Partizipation von Migranten bei deutschen Sendeanstalten: Es wird untersucht, wie wenig Migranten bisher in Medienorganisationen repräsentiert sind und welche Ansätze wie "Mehr Farbe in den Medien" existieren, um dies zu ändern.
6. Bürgermedien: Die Rolle von Offenen Kanälen und Lokalradios als "dritte Säule" wird hervorgehoben, insbesondere deren Potenzial zur aktiven Partizipation und zum interkulturellen Austausch.
7. Schlussfolgerungen: Die Arbeit fasst zusammen, dass Massenmedien eine Schlüsselrolle spielen, aber politische Rahmenbedingungen und eine stärkere Einbindung von Migranten notwendig sind, um echte interkulturelle Integration zu fördern.
Massenmedien, Migration, Integration, Bürgermedien, Mediennutzung, interkultureller Dialog, Partizipation, Medieninhalte, Rassismus, Medienwirksamkeit, Migrationshintergrund, Diversity-Ansatz, Berichterstattung, soziale Teilhabe, interkulturelle Lernmethoden.
Die Bachelorarbeit untersucht, welchen Beitrag deutsche Massenmedien zur Integration von Migranten leisten können und welche Rolle dabei Bürgermedien spielen.
Die Themen umfassen die Mediennutzung von Migranten, die mediale Darstellung von Minderheiten, die Partizipation von Migranten in Medienberufen sowie spezifische Projekte zur Förderung der interkulturellen Kommunikation.
Die Kernfrage ist, ob und wie deutsche Massenmedien zur Integration von Migranten beitragen können und wie sich eine verbesserte Einbindung und Repräsentation in den Medien erreichen lässt.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung bestehender empirischer Studien zur Mediennutzungs- und Medieninhaltsforschung.
Der Hauptteil analysiert die aktuelle Berichterstattung über Migranten, die Gründe für das oft negative Medienbild sowie Ansätze zur stärkeren Partizipation in Sendeanstalten und Bürgermedien.
Wichtige Schlagworte sind Medienintegration, Partizipation, Bürgermedien, Medieninhalt und interkulturelle Kompetenz.
Bürgermedien werden als wichtige "dritte Säule" im Rundfunksystem gesehen, die Migranten ermöglichen, aktiv am Meinungsbildungsprozess teilzunehmen und Identität zu pflegen.
Das Projekt wird als vielversprechendes Beispiel für partizipative Methoden bewertet, da es durch die Verknüpfung von interkulturellen und anti-rassistischen Ansätzen die journalistische Praxis professionalisieren kann.
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