Diplomarbeit, 2007
161 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Die Reformen in der öffentlichen Verwaltung
1.2 Aufbau der Diplomarbeit
2 Betriebswirtschaftliche Verwaltungsführung
2.1 Begriffliche Grundlagen des Controlling
2.1.1 Betriebswirtschaftliche Führungsinstrumente
2.1.2 Planung, Steuerung, Kontrolle
2.2 Planung in der Verwaltung
3 Untersuchung des kommunalen Haushaltsplans als Führungsinstrument
3.1 Anwendung betriebswirtschaftlicher Planungskriterien auf den Haushaltsplan
3.2 Darstellung des Haushaltsplans im Neuen kommunalen Rechnungswesen
3.2.1 Die Komponenten im NKR
3.2.2 Funktionen des Haushaltsplanes
3.2.3 Rechtliche Änderungen
3.3 Betrachtung des neuen Haushaltsplans als Steuerungsinstrument
3.3.1 Begründung und Ausführungen zur neuen Struktur
3.3.2 Produktorientierte Steuerung mit Budgets
3.3.3 Zur Haushalts- und Produktgliederung
3.3.4 Kontraktmanagement im Haushalt
3.3.5 Die Produktinformationen
4 Voraussetzungen für ein neues Steuerungsmodell in der Gemeinde Illingen
4.1 Entwicklung einer neuen Organisation des Haushaltsplans als Steuerungsbasis
4.1.1 Organisatorischer Aufbau der Verwaltung
4.1.2 Bisheriger Stand der Neustrukturierung
4.1.3 Empfehlung im Rahmen des NKR
4.2 Kritische Analyse der Kosten- und Leistungsrechnung als Steuerungsansatz in der Verwaltung
4.2.1 Stufen der Kostenrechnung
4.2.2 Differenzen zwischen Wirtschaft und Verwaltung
4.2.3 Kosten- und Leistungsrechnung der Gemeinde Illingen – Analyse und Beurteilung
4.3 Kritische Analyse der Budgetierung als Steuerungsansatz der Verwaltung
4.3.1 Budgets der Gemeinde Illingen
4.3.2 Ein neues Budgetkonzept
5 Betrachtung von Kennzahlen im neuen Haushaltsplan
5.1 Kennzahlen als Steuerungsinstrument
5.1.1 Ziele als Grundlage der Kennzahlenarbeit
5.1.2 Begriff der Kennzahlen und Klassifikation
5.1.3 Kennzahlenvergleiche
5.1.4 Aspekte des Kennzahlennutzens
5.2 Kennzahlensysteme
5.2.1 Begriff und Funktion
5.2.2 Anforderungen
5.2.3 Aufbau
6 Kritische Analyse der Kennzahlenarbeit für die Gemeindeverwaltung Illingen
6.1 Untersuchung der Voraussetzung „Ziele definiert und vereinbart“
6.1.1 Ziele des Projekts „Illingen 2030“
6.1.2 Ziele des Haushaltsplans nach § 11 KommHVO
6.2 Untersuchung zur Erstellung eines Kennzahlensystems in der Gemeindeverwaltung Illingen
6.2.1 Kennzahlen zum Projektes „Illingen 2030“
6.2.2 Kennzahlen des Haushaltsplans nach § 11 KommHVO
6.3 Beurteilung der Untersuchungen und Entwicklung eines Handlungsvorschlags
7 Fazit
Die Arbeit untersucht die Einführung eines kennzahlenbasierten Controllinginstruments in der Kommunalverwaltung Illingen vor dem Hintergrund der Umstellung auf das Neue Kommunale Haushalts- und Rechnungswesen (NKR). Das primäre Ziel ist es, die Sinnhaftigkeit und Umsetzbarkeit von Zielen und Kennzahlen gemäß § 11 KommHVO zu prüfen, um eine dezentrale, produktorientierte Steuerung zu ermöglichen, die sowohl Transparenz gegenüber dem Bürger als auch Effizienz in der Verwaltung steigert.
3.3.2 Produktorientierte Steuerung mit Budgets
Bereits mit der Reform zur Neuen kommunalen Steuerung, also in den neunziger Jahren, wurde das Thema Produktorganisation behandelt. Die Diskussion stellte die Funktion der Produktorganisation als Steuerungsinstrument deutlich in den Vordergrund. Als Ergebnis hält der KGSt-Bericht Nr.5/1993 dazu fest: Das Produktmanagement muss von vorneherein mit dem Ressourcenmanagement, also dem Haushalt, verbunden werden.
Ein weiterer wichtiger KGSt-Bericht zum Neuen Steuerungsmodell behandelt das Thema der Budgetierung. Hier stehen die Budgets für einzelne Organisationseinheiten im Mittelpunkt des Steuerungssystems. Kapitel 3.1 zeigt, dass auch die Gemeinde Illingen in diesem Rahmen einzelne Budgeteinheiten eingerichtet hat.
Bals hat sich mit der Problemstellung befasst, ob die Idee der Budgetierung nun von der Kleinteiligkeit der Produktorientierung aufgeweicht wird. Stellen die beiden Steuerungsprinzipien „Steuern mit Produkten“ und „Steuern mit Budgets“ nun einen unüberbrückbaren Widerspruch dar? Zielkonflikte sind vorhanden: beide Blickrichtungen führen zu unterschiedlichen Vorgehensweisen der Umsetzung in der Praxis. Bereits in Kapitel 2.1.2 wurde gezeigt, das die Entwicklung von Plänen vom organisatorischen Aufbau her drei Schemata folgen kann (Top-down, Bottom-up, Gegenstromverfahren). Das Konzept „Steuern mit Produkten“ empfiehlt eine Bottom-up-Vorgehensweise, ausgehend von den Produkten. Das Budgetierungskonzept führt zu einer stärkeren Top-down-Orientierung. Auch die Anknüpfungspunkte des Steuerungssystems sind je nach Konzept verschieden: Die Planungsgrundlage Produkt steht den örtlichen Organisationseinheiten (Geschäftseinheiten) gegenüber, welche beim Budgetierungsansatz idealerweise die Anknüpfungsgrundlage bieten.
Die Methodik beider Ansätze unterscheidet sich im Wesentlichen dadurch, dass das Produktkonzept eine flächendeckendere Vorgehensweise mit Kenntnis aller Produkte und Leistung nahe legt. Dies verlangt das Budgetierungskonzept nicht. Auch die Aussagen über Ziele, Wirkungen, Adressaten usw. lassen sich beim „Steuern mit Produkten“ nur auf der Ebene einzelner Produkte bzw. Leistungen machen, die Anwendung ist differenziert, aber aufwendig und birgt die Gefahr des Übersichtsverlustes. Mit dem Budgetierungskonzept verbundene Ziele sprechen gegen eine solche Kleinteiligkeit, was dem Ziel einer dezentralen Fach- und Ressourcenverantwortung eher entspricht. Allerdings wird hier ein Informationsverlust riskiert, welcher in einer Kommunalverwaltung gerade wegen Zielen wie Fürsorgepflicht, die zu rein betriebswirtschaftlichen Kennzahlen in Konkurrenz stehen können, zu falschen Beurteilungen oder gar Entscheidungen führen kann.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Reformdruck auf die öffentliche Verwaltung und die Notwendigkeit der Einführung kennzahlenbasierter Controllinginstrumente im Kontext neuer Haushaltsstrukturen.
2 Betriebswirtschaftliche Verwaltungsführung: Das Kapitel erläutert die betriebswirtschaftlichen Grundlagen des Controlling sowie die Bedeutung von Planung, Steuerung und Kontrolle für eine effizientere Verwaltungsführung.
3 Untersuchung des kommunalen Haushaltsplans als Führungsinstrument: Hier wird der Haushaltsplan als zentrales Instrument für Planung und Steuerung analysiert, insbesondere im Hinblick auf das Neue Kommunale Haushalts- und Rechnungswesen.
4 Voraussetzungen für ein neues Steuerungsmodell in der Gemeinde Illingen: Dieses Kapitel analysiert die spezifischen Voraussetzungen der Gemeinde Illingen für ein neues Steuerungsmodell, unter kritischer Beleuchtung von Kostenrechnung und Budgetierung.
5 Betrachtung von Kennzahlen im neuen Haushaltsplan: Es wird die Rolle von Kennzahlen als Steuerungsinstrument diskutiert und der Aufbau von Kennzahlensystemen als Voraussetzung für die Zielerreichung erläutert.
6 Kritische Analyse der Kennzahlenarbeit für die Gemeindeverwaltung Illingen: Das Kapitel wendet die theoretischen Erkenntnisse auf die konkrete Situation in Illingen an und entwickelt Handlungsvorschläge zur Einführung einer Kennzahlenkultur.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer produktorientierten Haushaltsstruktur als Basis für eine erfolgreiche moderne Verwaltungssteuerung.
Controlling, Haushaltsplan, Kommunalverwaltung, Neues Kommunales Haushalts- und Rechnungswesen (NKR), Kennzahlen, Budgetierung, Kosten- und Leistungsrechnung, Steuerungsinstrument, Produktorientierung, Verwaltungsreform, Zielvereinbarung, Kontraktmanagement, Gemeinde Illingen, Ressourcenverbrauch, Effizienz
Die Arbeit befasst sich mit der Modernisierung der kommunalen Verwaltungsführung, insbesondere am Beispiel der Gemeinde Illingen, durch die Einführung betriebswirtschaftlicher Steuerungselemente im Zuge der Umstellung auf das Neue Kommunale Haushalts- und Rechnungswesen (NKR).
Die Arbeit verbindet die theoretischen Grundlagen des Controllings, der Kosten- und Leistungsrechnung sowie der Budgetierung mit den praktischen Anforderungen an eine moderne Haushaltsplanung und die Anwendung von Kennzahlensystemen.
Das Ziel ist die Prüfung der Sinnhaftigkeit und Realisierbarkeit einer produktorientierten Haushaltssteuerung unter Nutzung von Zielen und Kennzahlen gemäß § 11 KommHVO für die Gemeindeverwaltung Illingen.
Der Autor führt eine tiefgehende Literatur- und Analysearbeit durch, verknüpft diese mit den gesetzlichen Vorgaben des NKR und überträgt die Erkenntnisse auf die spezifischen Strukturen und Anforderungen der Gemeinde Illingen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Grundlegung betriebswirtschaftlicher Führung, die Untersuchung des Haushaltsplans als Steuerungsinstrument sowie die kritische Analyse der bestehenden Budgetierung und Kostenrechnung in Illingen, ergänzt um ein konkretes Konzept zur Kennzahlenarbeit.
Zentrale Begriffe sind Controlling, Haushaltsplan, NKR, Kennzahlen, Budgetierung, Kosten- und Leistungsrechnung sowie Verwaltungsreform.
Kontraktmanagement beschreibt die Steuerung der Verwaltung durch verbindliche Zielvereinbarungen über einen festen Zeitraum, die sowohl Leistungsziele als auch die dafür notwendigen Budgets festlegen.
Im Gegensatz zu starren Budgets ermöglicht eine flexible Budgetierung die Anpassung an sich ändernde Rahmenbedingungen, indem fixierte und variable Kostenblöcke getrennt betrachtet werden, um eine leistungsgerechte Steuerung zu ermöglichen.
Kennzahlen dienen hier dazu, die strategischen Ziele des Projekts "Illingen 2030" messbar zu machen, um den Fortschritt der Gemeindeentwicklung gegenüber den Bürgern transparent und nachvollziehbar zu dokumentieren.
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