Masterarbeit, 2007
105 Seiten, Note: 1,0
1. Einführung: Inhalt, Forschungsstand, Analyseansatz
1.1 Skizzierung des Inhalts von American Psycho
1.2 Aktueller Forschungsstand
1.3 Analyseansatz: Das ‚Brilliant-Disguise‘-Konzept
2. Theoretische Vorüberlegungen
2.1 Der postmoderne Kontext
2.1.1 Probleme der Postmoderne-Einordnung
2.1.2 Postmoderne Ansichten
2.1.3 Postmoderne Literatur, ihre Produktion und Rezeption
2.1.4 Zerstörte Identität: Dispersion des Subjekts
2.2 Übertragung auf den Textgegenstand: Postmodern-Parodistisches oder Prämissen für die American-Psycho-Subjektanalyse
3. Formgestaltung als Ausdruck des Selbst: Das Verhältnis von Struktur und Subjekt
3.1 Panoramablick auf die Struktur: Das Roman-Gesamtkonzept
3.1.1 Durch Intertextualität erzeugte Lesererwartungen, ihre Enttäuschung und die (widerlegte) These von der Strukturlosigkeit
3.1.2 ‚Minimierte Erzählung’: Das erste Kapitel als Kompaktform des Romans
3.1.3 Sonderheiten der Gesamtstruktur: Verlaufsfragen und Aufschubstrategien
3.2 Textuelle Annäherung: Erhellung formaler Obskuritäten
3.2.1 Das (un)berechenbare Spiel mit der Kopie von der Kopie... – Wiederholungsformen und ihr Subjektbezug
3.2.2 Episodischer Narrations-Charakter oder: Lücken im Plot?
3.2.3 Zeitfaktoren: Zwischen Monotonie und Unstetigkeit
3.2.4 Stilmittel Kontrast: Abstruse Oppositionen
3.3 Unter die Lupe genommen: Strukturelle Textdetails (Abschnitte, Sätze, Wörter)
3.3.1 Flechtwerke und Netzmuster: Strukturelle Verschachtelungen
3.3.2 Subtile Formmerkmale: Eigentümlichkeiten im subjektiven Erzählstil
3.4 Absolut ‚no exit’? Ein finaler Blick auf den Romanausgang
4. Der schöne Schein des bösen Seins. Inhaltsorientierte Analyse im Zuge des ‚Brilliant Disguise’
4.1 Das Kreuz der Bedeutungslosigkeit, die Nähe des Todes: Sozialkontextuelle Ursachen für den subjektiven Identitätsmangel
4.1.1 Prestige und Besitz in der Oberschicht: Wertverlust statt Wertgewinn?
4.1.2 ‚Appearance cannot be deceiving’: Unwiderrufliche Verknüpfung von Sein und Schein
4.1.3 Die Folge der äußerlichen Gleichheit: Unsichtbares Subjekt
4.1.4 Demutsvoll-gesichtloses Dasein im Dienste der Oberschicht: Subjektverlust der ‚lower classes’
4.1.5 Resultat des Sozialkontexts: Wachsende Gefühle der Selbstauflösung
4.2 Subjektive Verfestigungsstrategien
4.2.1 Von Spiegeln und Morden: Wo bin ich und wie bleib ich da?
4.2.2 Bedrohliche Andersheit: Kampf den ‚Randgruppen’
4.3 Universale Liquiditionsprozesse: Der ‚verflüssigte’ Patrick
4.3.1 Vergnügliche Arbeitswelt – arbeitsames Vergnügen: Die Vermischung von Beruf und Freizeit
4.3.2 Stilistischer Farbenreichtum
4.3.3 Wo hört Fakt auf, wo fängt Fiktion an? – Mediales und Hyperreales
4.3.3.1 Magazine, Musik und mehr: Diverse Medieneinflüsse
4.3.3.2 Medialer Hauptfaktor: Die Allgegenwart des Fernsehens
4.3.4 ‚Intertextualität, die Zweite’: Das ‚teil-recycelte’ Subjekt
4.3.5 ‚Ich, du, er – wer?’: Schizophrene Selbstauflösung
4.3.6 ‚Figurenmelange’ oder: Einer sind alle, alle sind eins...
4.4 Fiktivität und Scheinhaftigkeit: Alles nur Theater?
4.4.1 Schwarze Seele in weißer Weste: Die Tarnung des mörderischen Subjekts
4.4.1.1 Bateman, der „chocolate-dipped urinal cake“
4.4.1.2 Mime, Model, Movie-Star? Das Schauspielertalent Patrick Batemans.
4.4.1.3 (Ver)kleidung seiner Selbst: Die künstliche Hülle des Ichs
4.4.2 Sehen und gesehen werden: Die Bedeutsamkeit der Augen
4.4.3 Narrative ‚Disguise’-Strategien: Batemans Geheimnisse vor dem Leser
4.4.4 Maskerade in Gefahr: Das Paradoxe am Tarnverhalten des Subjekts
4.4.5 Heuchlertum allerorts: Vertuschungen in und durch Batemans Umwelt
5. Zusammenfassendes Fazit und Ausblick
5.1 Zusammenfassung des ‚Brilliant-Disguise’-Konzepts
5.2 Pro Postmoderne, contra Postmoderne – Postpostmoderne?
Die Arbeit untersucht das literarische Subjekt in Bret Easton Ellis’ Roman American Psycho unter der spezifischen Forschungsfrage, wie das als Leitmotiv eingeführte ‚Brilliant Disguise’-Konzept die Identität des Protagonisten Patrick Bateman im Kontext postmoderner Diskurse definiert und ob der Roman eine Form der Selbstbehauptung jenseits des klassischen Subjekttods bietet.
3.1.2 ‚Minimierte Erzählung’: Das erste Kapitel als Kompaktform des Romans
Eine weitere auffällige Strukturbesonderheit, die in Verbindung mit einem ganzheitlichen Blick auf den Roman steht: Die Gesamt-Story wird, sowohl inhaltlich wie auch formal, im ersten Erzählabschnitt gewissermaßen antizipiert.
Hinsichtlich des Inhalts ist beispielsweise die in Batemans Gedanken herumspukende Nachricht von dem Verschwinden zweier Personen während einer Party bedeutsam: „Foul play is suspected [...] perhaps a machete was the killer’s weapon [...]. No bodies have been found. There are no suspects.” (5) In Verbindung mit der beinahe unmittelbar darauf folgenden metaphorischen Beobachtung des Ich-Erzählers, „a police car cruises silently the wrong way down a one-way street” (5), indiziert die Verbrechensmeldung, wie hilflos die – sich auf dem falschen Wege befindliche – Polizei, wie ohnmächtig die Exekutive ist: Ein Verbrecher (wie später auch Patrick Bateman) kann seine Taten folglich ohne Probleme verbergen. Im Grunde tauchen im ersten Kapitel bereits alle romanrelevanten diskursiven Themen auf: Rassismus, Sexualität, Konsum/Prestige (Kleidung, Essen), Mord, Körperkult (Spiegel, Kosmetik), Identitätsmangel (Verwechslungen), Medienmanipulation, Kommunikationsversagen sowie z.B. die Motive Les Misérables, Patty Winters Show, Fisher Account, American Express. Sogar eine das ‚Disguise’-Thema einläutende Metapher lässt sich finden: Auf Evelyns Tisch liegt eine Zeitschrift mit dem symptomatischen Titel „Deception“ (12). Und das Prinzip der perfekten ‚Deception’ wendet der Ich-Erzähler sogleich an: in einer minutenlangen moralisierenden (Heuchler-)Rede über soziale Missstände, die einer Fürsprache der Unterschicht gleichkommt (vgl. 15f.), jedoch durch sie umrahmende Banalitätsthemen – „’Why is there an ice cube in my soy sauce?’“ (15); „’I have . . . sorbet’“ (16) – an Ernst- und Glaubhaftigkeit einbüßt; die Oberschicht interessiert sich mehr für schicke Speisen als Gesellschaftsprobleme.
Sogar formal deutet sich der gesamte strukturelle Verlauf, der abstruse, offene Kreislauf von aneinander gereihten Episoden ohne befriedigende Lösung schon hier auf versteckte Weise an, wenn nämlich Tim Price in seiner Klage über die sozialen Missstände seiner Zeit zusammenfasst: „’[...] and look, you’re back where you started, confused, fucked [...].’“ (6) – Ebenso wird sich letztlich auch der Leser fühlen: als habe er sich seit Beginn des Romanlesens nicht vom Fleck bewegt, erfüllt von einem Gefühl extremer Konfusion.
1. Einführung: Inhalt, Forschungsstand, Analyseansatz: Die Einleitung skizziert den Inhalt des Romans, beleuchtet die skandalöse Rezeptionsgeschichte und führt das für die Analyse zentrale Motiv des ‚Brilliant Disguise‘ ein.
2. Theoretische Vorüberlegungen: Dieses Kapitel erläutert den postmodernen Kontext, insbesondere die Themen Subjektauflösung, Postmoderne Literatur sowie die Dekonstruktion von Identität.
3. Formgestaltung als Ausdruck des Selbst: Das Verhältnis von Struktur und Subjekt: Der Hauptteil analysiert, wie die fragmentarische Struktur, die Intertextualität und formale Besonderheiten (wie Wiederholungen und Episodenhaftigkeit) die Psyche und Identität des Protagonisten Patrick Bateman widerspiegeln.
4. Der schöne Schein des bösen Seins. Inhaltsorientierte Analyse im Zuge des ‚Brilliant Disguise’: Hier erfolgt eine inhaltliche Untersuchung soziokontextueller Faktoren, Körperkult, Konsumverhalten und die Rolle der Medien als Maskerade für das Subjekt.
5. Zusammenfassendes Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst das ‚Brilliant-Disguise’-Konzept zusammen und diskutiert, ob der Roman als Vorläufer einer Postpostmoderne zu verstehen ist.
6. Bibliographie: Verzeichnis der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.
7. Appendix: Anhang mit Songtext, Frequenzanalyse und Kapitelübersichten.
Postmoderne, American Psycho, Patrick Bateman, Identitätsverlust, Subjektauflösung, Brilliant Disguise, Konsumgesellschaft, Dekonstruktion, Metafiktion, Identitätsmaskerade, Medialer Einfluss, Intertextualität, Soziale Entfremdung, Romanstruktur.
Die Hausarbeit untersucht den Roman American Psycho von Bret Easton Ellis im Kontext postmoderner Strömungen, wobei der Fokus auf dem Identitätskonzept des Protagonisten Patrick Bateman liegt.
Die Untersuchung deckt die postmoderne Literaturtheorie, das Verhältnis von Struktur und Subjekt, die Soziologie der Oberschicht, Konsum- und Körperdiskurs sowie die Rolle von Medien und Parodie ab.
Ziel ist es, Patrick Bateman nicht nur als subjektloses „Monster“ oder reines Produkt postmoderner Zerfallserscheinungen zu betrachten, sondern sein komplexes Verhalten als bewusste Tarnstrategie – das „Brilliant Disguise“ – freizulegen.
Die Autorin verwendet eine textnahe Analyse, die postmoderne Theorien (wie die von Wolfgang Welsch, Jacques Derrida oder Jean Baudrillard) auf die spezifische formale und inhaltliche Struktur des Romans anwendet.
Der Hauptteil analysiert die Verschränkung von Romanstruktur und psychischer Verfassung (Formgestaltung), die Bedeutung von sozialem Kontext, Konsum, Körperkult und die mediale Beeinflussung der Romanfiguren.
Wichtige Begriffe sind „Brilliant Disguise“, Postmoderne, Subjektauflösung, Hyperrealität, Intertextualität, Parodie und das „tote Subjekt“.
Das Konzept spiegelt sich in einer bewussten Verschleierungstaktik wider: Wiederholungen, Auslassungen, das Springen zwischen Realität und Fiktion sowie eine fragmentierte Erzählweise imitieren Batemans künstliches, durch Maskerade geschütztes Ich.
Diese fungieren als „Ersatz-Identität“. Da Bateman kein inneres Ich besitzt, konstituiert er sich durch Designer-Marken, Körperkult und Statussymbole, um in der oberflächlichen Yuppie-Welt zu existieren.
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