Diplomarbeit, 2006
98 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
I Lebensweltorientierung und Ästhetik auf wissenschaftstheoretischer Ebene
1 Lebensweltorientierte Theorien der Sozialen Arbeit
1.1 Zum Begriff der Lebenswelt
1.2 Wendt: Ökosozial-managende Theorie
1.2.1 Gegenstandsbeschreibung
1.2.2 Leitbegriff Lebenswelt
1.3 Staub-Bernasconi: Systemisch-ethische Theorie
1.3.1 Soziale Probleme
1.3.2 Menschenrechtsprofession
1.4 Thiersch: Alltags- und Lebensweltorientierung
1.4.1 Dimension Alltags- und Lebenswelt
1.4.2 Gesellschaftlicher Kontext
1.5 Zusammenfassung und Ausblick
2 Ästhetik
2.1 Zum Begriff der Ästhetik und seiner historischen Herleitung
2.1.1 Baumgarten: Theorie der sinnlichen Erkenntnis
2.1.2 Kant: Transzendentale Ästhetik und Kritik der Urteilskraft
2.1.3 Schiller: Briefe über die ästhetische Erziehung
2.2 Dewey: Kunst als Erfahrung
2.2.1 Eine Erfahrung machen
2.2.2 Begrifflichkeiten: ‚ästhetisch’ und ‚künstlerisch’
2.3 Schmid: Lebenskunst
2.3.1 Zum Grundverständnis
2.3.2 Ein Transfer zur Kulturpädagogik
2.4 Zusammenfassung und Ausblick
II Handlungstheoretische / konzeptionelle Ebene
3 Strukturen ästhetischer lebensweltorientierter Sozialer Arbeit
3.1 Staub-Bernasconi: Handlungskonzept
3.1.1 Handlungskompetenzen
3.1.2 Handlungsmodell
3.2 Thiersch: Handlungstheoretisches Konzept
3.2.1 Ziele und Handlungsmuster
3.2.2 Strukturmaximen
3.3 Aspekte für kunsttherapeutische Überlegungen
3.4 Kunsttherapeutische Ansätze und Strukturmodelle
3.4.1 Menzen: Heilpädagogische Kunsttherapie
3.4.2 Richter: Pädagogische Kunsttherapie
3.4.3 Theunissen: Langzeitmodell
3.4.4 Domma: Zirkuläre Planungsstrukturen
3.5 Aspekte einer ‚lebensweltorientierten Kunsttherapie’
3.5.1 Handlungstheoretische Annäherung
3.5.2 Wissenschaftstheoretische Annäherung
III Realisationsebene
4 Die Praxis einer ‚lebensweltorientierten Kunsttherapie’ in ausgewählten Arbeitsfeldern Sozialer Arbeit
4.1 Möglichkeiten in der Sozialpädagogischen Familienhilfe
4.2 Werkstattarbeit in der Offenen Jugendarbeit
4.3 Anregungen für das Ambulante Betreute Wohnen
5 Fazit
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die praktische Umsetzung einer lebensweltorientierten Kunsttherapie innerhalb der Sozialen Arbeit. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie kunsttherapeutische Interventionen als Methode genutzt werden können, um Klienten bei der Gestaltung eines gelingenderen Lebens zu unterstützen und dabei sowohl an individuellen Ressourcen als auch an gesellschaftlichen Rahmenbedingungen anzuknüpfen.
3.4.1 Menzen: Heilpädagogische Kunsttherapie
„Wenn verhaltensverunsicherte, mental geschädigte und psychisch erkrankte Menschen aus ihrem Alltagskontext herausgefallen sind, [...] innere wie äußere Lebensbilder erstarrt sind, bieten sich künstlerische Therapien an, um kreativ andere Bilder des Lebens zu erschließen. Wenn die Kunst sich die therapeutischen Handlungsfelder erschließt, lassen sich die ästhetischen Einbahnstrassen des Lebens differenzieren, damit das Leben reicher und facettenhafter, in seinen gesellschaftlichen Bezügen flexibler wird“ (Menzen 1994, 9).
Karl-Heinz Menzen, Professor für Heilpädagogik an der Katholischen Fachhochschule Freiburg, zeigt mit diesem Zitat die enorme Bedeutung der Kunsttherapie für die Lebenswelt des Menschen auf, der in seinen Alltagsbezügen verhaftet, Hilfe zur Selbsthilfe benötigt.
In mehreren Publikationen beschreibt er einen heilpädagogischen Ansatz der Kunsttherapie (1994, 1997, 2001). Diesen bezieht er im engeren Sinne auf die bildnerische Arbeit in der Rehabilitation mit sinnes-, neuro-, verhaltens- und kulturpsychologischen Aspekten (Menzen, in: Baukus/Thies 1997, 147). Als Zielgruppe nennt er wahrnehmungs-, teilleistungsgestörte, lern- und geistig behinderte Menschen (vgl. Menzen 2001, 18).
1 Lebensweltorientierte Theorien der Sozialen Arbeit: Vorstellung zentraler Theorien der Sozialen Arbeit, wobei der Fokus auf den Ansätzen von Wendt, Staub-Bernasconi und Thiersch liegt, um eine theoretische Basis für die Einbindung der Kunsttherapie zu schaffen.
2 Ästhetik: Auseinandersetzung mit den klassischen und modernen ästhetischen Grundbegriffen (u.a. Kant, Schiller, Dewey, Schmid), um die wissenschaftstheoretische Herleitung der Ästhetik als integralen Bestandteil des Alltags zu verdeutlichen.
3 Strukturen ästhetischer lebensweltorientierter Sozialer Arbeit: Entwicklung einer handlungs- und wissenschaftstheoretischen Grundlage, die durch eine Zusammenführung von Strukturmaximen und kunsttherapeutischen Modellen ein neues Konzept der lebensweltorientierten Kunsttherapie erarbeitet.
4 Die Praxis einer ‚lebensweltorientierten Kunsttherapie’ in ausgewählten Arbeitsfeldern Sozialer Arbeit: Anwendung des erarbeiteten Konzepts in der Sozialpädagogischen Familienhilfe, der Offenen Jugendarbeit sowie dem Ambulanten Betreuten Wohnen zur konkreten Realisierung von ästhetischen Interventionen.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Arbeit, die betont, dass Kunsttherapie ein bedeutendes Element der lebensweltorientierten Sozialen Arbeit darstellt und die Notwendigkeit ihrer stärkeren Berücksichtigung in der professionellen Ausbildung unterstreicht.
Lebensweltorientierung, Soziale Arbeit, Kunsttherapie, Ästhetik, Alltagserfahrung, Handlungsmodell, Menschenrechtsprofession, Sozialpädagogische Familienhilfe, Offene Jugendarbeit, Ambulantes Betreutes Wohnen, Empowerment, Ästhetische Erziehung, Bildnerisches Gestalten, Identitätsbildung, Teilhabe
Die Diplomarbeit untersucht, wie Kunsttherapie als Methode der Sozialen Arbeit sinnvoll in die Lebenswelt von Klienten integriert werden kann, um deren Bewältigungskompetenzen zu stärken.
Zentrale Themen sind die wissenschaftstheoretische Verankerung von Ästhetik, die Theoriebildung der Lebensweltorientierung in der Sozialen Arbeit sowie die praktische Anwendung kunsttherapeutischer Interventionen.
Ziel ist es, eine erkenntnistheoretisch fundierte Brücke zwischen der Kunsttherapie und der Sozialen Arbeit zu schlagen, um eine professionelle, lebensweltorientierte Praxis zu begründen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Theorien der Sozialen Arbeit und der Ästhetik, die handlungstheoretisch zu einem neuen Modell zusammengeführt werden.
Im Hauptteil werden zunächst lebensweltorientierte Theorien (Thiersch, Staub-Bernasconi) und ästhetische Grundbegriffe analysiert, um darauf aufbauend eine handlungstheoretische Basis für eine lebensweltorientierte Kunsttherapie zu entwerfen.
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Lebensweltorientierung, Sozialarbeit, Kunsttherapie, Ästhetik, Identitätsbildung und Empowerment charakterisieren.
In Anlehnung an Silvia Staub-Bernasconi werden Menschenrechte als moralische Basis und globale Dimension der Sozialen Arbeit genutzt, um das Bedürfnis nach künstlerischem Ausdruck und ästhetischer Bildung als legitimen Anspruch der Klienten zu begründen.
Das Konzept der Lebenskunst dient als philosophische Ergänzung, um die Arbeit an der eigenen Autonomie und Identität als aktive, reflektierte Gestaltung des Lebens im Alltag zu begreifen.
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