Magisterarbeit, 2006
138 Seiten, Note: 5,5/6
1. Einleitung
2. Nutzungsmotive Kinobesuch
2.1 Der Uses-and-Gratifications-Ansatz
2.2 Nutzungsmotive des Kinobesuchs
2.3 Empirische Untersuchungen zu den Nutzungsmotiven
3. Filmauswahl – Modelle und Einflussfaktoren
3.1 Filmauswahl – Modelle
3.1.1 Bruce A. Austin und Linton/Petrovich, 1988
3.1.2 Dirk Blothner, 2003
3.2 Filmauswahl - Einflussfaktoren
3.2.1 Einflussfaktor Interpersonale Kommunikation
3.2.2 Einflussfaktor Massenmedien
3.3 Empirische Untersuchungen zur Filmauswahl
4. Erfolgsfaktoren Kinofilm
4.1 Erfolgsfaktorenforschung – Film und Ökonomie
4.1.1 Kinofilm aus ökonomischer Sicht
4.1.2 Erfolgsfaktorenforschung – Entstehung und Inhalt
4.2 Erfolgsfaktoren-Modell von Hennig-Thurau / Wruck, 2000
4.3 Zusammenfassende Bemerkungen über die Erfolgsfaktoren eines Filmes
5. Fokus: Film und Kino in der Schweiz
5.1 Film- und Kinolandschaft Schweiz
5.1.1 Schweizer Kinolandschaft und Filmbranche
5.1.2 Schweizer Filmförderung
5.2 Aktueller Schweizer Kinospielfilm
5.3 Der Schweizer Kinogänger
5.3.1 Zuschauerstruktur Kino in der Schweiz
5.3.2 Empirische Untersuchungen zum Schweizer Kinogänger
6. Untersuchungsziel und Formulierung der Hypothesen
6.1 Theoretische Ausgangslage und Untersuchungsziel
6.2 Hypothesen und Forschungsfragen
7. Operationalisierung
7.1 Wahl der Methode und Definition der Stichprobe
7.2 Aufbau des Fragebogens
7.2.1 Allgemeines Kinoverhalten und soziodemografische Angaben
7.2.2 Film Nachbeben
7.2.3 Schweizer Film
7.3 Ablauf der Untersuchung
7.3.1 Pretest
7.3.2 Durchführung der Hauptuntersuchung
7.3.3 Rücklauf und Auswertungsverfahren
8. Ergebnisse
8.1 Das Publikum des Schweizer Filmes Nachbeben
8.1.1 Nachbeben – Zuschauerstruktur am 4. März 2006
8.1.2 Verhältnis zum Schweizer Film
8.2 Nutzungsmotive
8.3 Mediale und interpersonale Kommunikation
8.3.1 Informationsquellen allgemein und beim Film Nachbeben
8.3.2 Informationszeitpunkt Nachbeben
8.3.3 Informationsverhalten und -leistung beim Schweizer Film
8.4 Erfolgsfaktoren
8.4.1 Allgemeine Erfolgsfaktoren
8.4.2 Schweizspezifische Erfolgsfaktoren
9. Zusammenfassung und Ausblick
9.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
9.2 Praktische Schlussfolgerung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Gründe für den Kinobesuch von Schweizer Filmen anhand des Beispiels Nachbeben. Das primäre Ziel ist es, unter Einbezug von Nutzungsmotiven, Medieneinflüssen und produktspezifischen Erfolgsfaktoren ein besseres Verständnis für das Auswahlverhalten der Kinogänger in der Deutschschweiz zu entwickeln und damit Kriterien für den Erfolg einheimischer Produktionen zu definieren.
3.1.1 Bruce A. Austin und Linton/Petrovich, 1988
Das erste Modell zum Ablauf der Filmauswahl wurde in den 1980er-Jahren von Bruce A. Austin in Zusammenarbeit mit Linton/Petrovich geschaffen. 47
Austin vergleicht darin die Entscheidungsfindung der Kinogänger mit einem Kameraobjektiv mit mehreren Ringen und einem Zoom. Auf die Filmauswahl angepasst heisst dies folgendes: In der Weitwinkelposition stehen dem Rezipienten viele Filme zur Auswahl. Falls sich das Individuum entschieden hat, ins Kino zu gehen, wird sein Blickwinkel immer enger, je mehr Informationen es über einen Film bekommt. Schliesslich trifft es auf der Grundlage der wichtigsten Informationen eine Entscheidung. Falls die Person ihre Filmentscheidung schon vor dem eigentlichen Kinobesuch getroffen hat, werden die verschiedenen Ringe einfach schneller durchlaufen (Zoomfunktion). Die Reihenfolge und das Modell an sich bleiben sich gleich. Die fünf Ringe, welche der Kinogänger im Laufe der Filmauswahl betätigt, und deren Ablaufreihenfolge stellt Austin in seinem Modell dar. (Vgl. Abbildung 1)
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet den Aufschwung des Schweizer Spielfilms und identifiziert eine Forschungslücke bezüglich der Filmauswahl bei einheimischen Produktionen.
2. Nutzungsmotive Kinobesuch: Dieser Abschnitt behandelt die psychologischen Hintergründe, warum Menschen ins Kino gehen, basierend auf dem Uses-and-Gratifications-Ansatz.
3. Filmauswahl – Modelle und Einflussfaktoren: Es werden theoretische Modelle erläutert, die beschreiben, wie Kinogänger von Massenmedien und sozialem Umfeld bei der spezifischen Filmwahl beeinflusst werden.
4. Erfolgsfaktoren Kinofilm: Hier werden ökonomische Perspektiven auf das "Produkt Film" eingenommen und definiert, welche Faktoren (z.B. Genre, Stars) über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.
5. Fokus: Film und Kino in der Schweiz: Das Kapitel liefert den kontextuellen Rahmen über die Schweizer Kinolandschaft, die Filmförderung und die spezifische Zuschauerstruktur.
6. Untersuchungsziel und Formulierung der Hypothesen: Basierend auf der Theorie werden Forschungsfragen formuliert, um die Entscheidungsprozesse für den Film Nachbeben zu erfassen.
7. Operationalisierung: Es wird das methodische Vorgehen der quantitativen Befragung von Kinobesuchern dargelegt und die Konstruktion des Fragebogens erläutert.
8. Ergebnisse: Der Hauptteil präsentiert die empirischen Daten zur Zuschauerstruktur, zu den Nutzungsmotiven und zur Wirksamkeit verschiedener Erfolgsfaktoren beim Schweizer Film.
9. Zusammenfassung und Ausblick: Abschließend werden die Ergebnisse interpretiert und praktische Schlussfolgerungen für eine zielgerichtete Vermarktung des Schweizer Films gezogen.
Schweizer Film, Kinobesuch, Filmauswahl, Nutzungsmotive, Erfolgsfaktoren, Filmförderung, Kommunikation, Kinogänger, Nachbeben, Filmmarketing, Publikum, Medienwirkung, Filminhalt, Genre, Mundpropaganda.
Die Arbeit untersucht die Faktoren, die das Auswahlverhalten von Kinogängern in der Deutschschweiz hinsichtlich Schweizer Spielfilmen bestimmen.
Die Themen umfassen Nutzungsmotive beim Kinobesuch, mediale und interpersonale Kommunikation sowie spezifische Erfolgsfaktoren wie Genre, Regie und das Produktionsland.
Es sollen Gründe ermittelt werden, warum sich Zuschauer für einen Schweizer Film entscheiden, um daraus Kriterien für zukünftige Erfolgsstrategien im Schweizer Filmmarkt abzuleiten.
Es wurde eine standardisierte, quantitative Befragung ("Klassenzimmer-Befragung") von Kinogängern des Schweizer Films "Nachbeben" in Bern und Zürich durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Filmauswahlmodelle und eine anschließende empirische Auswertung der Befragungsdaten unter Einbezug von soziodemografischen Variablen.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Schweizer Film, Filmauswahl, Erfolgsfaktoren, Kinobesuch und Nutzungsmotive.
Festivals dienen als Plattform für die erste mediale Aufmerksamkeit; Nominierungen und Eröffnungsfilme wirken dabei als positive Erfolgsfaktoren für das Publikum.
Das Drama gilt als kostengünstiges, häufig produziertes Genre, das zudem bei vielen erfolgreichen Schweizer Produktionen eine zentrale Rolle spielt.
Die interpersonale Kommunikation (Mundpropaganda) ist für den Erfolg von Filmen – insbesondere bei geringem Werbebudget – ein entscheidender, wenn auch schwer steuerbarer Faktor.
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