Wissenschaftliche Studie, 2007
46 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Geschlechterspezifische Lernstrategienutzung an Schulen
2.1 Überblick der Lernstrategien
2.2 Kognitive Strategien- Wiederholungsstrategien
2.3 Kognitive Strategien- Elaborations- und Organisationsstrategien
2.4 Metakognitive Selbstregulationsstrategien
2.5 Ressourcenstrategien
3 Lernstrategieerfassung im Bereich des Sports
4 Aktuelle Einblicke in die Methodenlehre
5 Problemstellung
6 Untersuchung 1 - Geschlechterspezifik der Lernstrategien beim imaginierten Bewegungslernen
6.1 Stichprobe
6.2 Durchführung
6.3 Datenanalyse
6.4 Ergebnisse
6.4.1 Lernstrategien
6.4.2 Lernstrategietypen
6.4.3 Gesamtstrategienutzung
6.5 Diskussion
7 Untersuchung 2 - Geschlechterspezifik von Lernstrategien beim realen Bewegungslernen
7.1 Stichprobe
7.2 Durchführung
7.3 Datenanalyse
7.4 Ergebnisse
7.4.1 Lernstrategien
7.4.2 Lernstrategietypen
7.4. 3 Gesamtstrategienutzung
7.5 Diskussion
8 Untersuchung 3 - Geschlechtstypik des Bewegungshandelns am Beispiel des Sportkletterns
8.1 Stichprobe
8.2 Durchführung
8.3 Datenanalyse
8.4 Ergebnisse
8.5 Diskussion
9 Gesamtdiskussion und Ausblick
Die Arbeit untersucht, ob und wie sich Männer und Frauen in der Anwendung von Lernstrategien beim Bewegungslernen unterscheiden. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob geschlechtsspezifische Differenzen in der Lernstrategienutzung existieren und wie sich diese auf den Lernerfolg in verschiedenen sportlichen Kontexten auswirken.
1 Einleitung
Die Psychologie befasst sich mit der Erforschung von Lernstrategien. Unter einer Lernstrategie versteht man eine koordinierte Abfolge konkreter situationsbezogener Lernaktivitäten, die auch Lerntechniken genannt werden, mit deren Anwendung die Erreichung eines bestimmten Zieles angestrebt wird (z.B. Artelt, 2000, 2006; Schiefele & Pekrun, 1996; Streblow & Schiefele, 2006; Wild, 1998, 2000). Häufig wird in der Wissenschaft die Auffassung vertreten, dass Frauen und Mädchen in Bezug auf Lernstrategien Kenntnis-, Anwendungs- und Regulationsdefizite aufweisen und hierfür werden in der Forschung zwei Hauptgründe genannt. Als ersten Grund sieht die Forschung hier die Sozialisationsunterschiede von Jungen und Mädchen, der andere Grund ist der, dass Forschungsergebnisse überakzentuiert wurden, die in eher männlich dominierten fäcghergruppen wie Mathematik und Physik gesammelt wurden (Dresel& Ziegler, 2006).
Lernstrategien beschreiben was eine Person während des Lernens tut und auf welche Art und Weise sie dieses tun sollte. Weinstein und Mayer (1986) sowie Pintrich (1989) teilen die Lernstrategien in drei Klassen ein: Kognitive-, Metakognitive Lernstrategien und Ressourcenstrategien. Durch Kognitive Lernstrategien werden die aufgenommenen Informationen verarbeitet, dabei werden Wiederholungs-, Elaborations- und Organisationsstrategien angewendet. Die Metakognitiven Lernstrategien beziehen sich auf den Lernprozess, sie dienen dessen Planung, Überwachung und Regulierung. Die Ressourcenstrategien dienen zur Unterstützung des Lernenden, mit deren Hilfe wird das Lernen aktiviert, zu ihnen zählen unter anderem die Unterstützung durch andere Personen und der Einsatz von Medien.
1 Einleitung: Diese Einleitung definiert den Begriff der Lernstrategie, erläutert die Relevanz von Geschlechterunterschieden beim Lernen und skizziert die Notwendigkeit sportwissenschaftlicher Forschung in diesem Bereich.
2 Geschlechterspezifische Lernstrategienutzung an Schulen: Das Kapitel bietet einen Überblick über verschiedene Lernstrategien und fasst bisherige Forschungsergebnisse zur Nutzung dieser Strategien durch Jungen und Mädchen im schulischen Umfeld zusammen.
3 Lernstrategieerfassung im Bereich des Sports: Hier wird der Bedarf an sportbezogener Lernstrategieforschung begründet und der StraBL-Fragebogen als valides Messinstrument vorgestellt.
4 Aktuelle Einblicke in die Methodenlehre: Dieses Kapitel kritisiert das Fehlen von geschlechterspezifischen Ansätzen in der gängigen Sportmethodik und fordert eine differenziertere Betrachtung des koedukativen Sportunterrichts.
5 Problemstellung: Es werden die Ziele der nachfolgenden Untersuchungen formuliert, insbesondere die Fragestellung nach geschlechtsspezifischen Unterschieden bei der Anwendung von Lernstrategien im Sport.
6 Untersuchung 1 - Geschlechterspezifik der Lernstrategien beim imaginierten Bewegungslernen: Die erste Untersuchung analysiert mittels Szenariotechnik die imaginierten Lernstrategien von 240 Probanden und zeigt erste Tendenzen der Geschlechterunterschiede auf.
7 Untersuchung 2 - Geschlechterspezifik von Lernstrategien beim realen Bewegungslernen: Die zweite Untersuchung validiert die Ergebnisse der ersten Studie durch eine reale Bewegungsaufgabe (Jonglieren) über einen Zeitraum von 40 Tagen.
8 Untersuchung 3 - Geschlechtstypik des Bewegungshandelns am Beispiel des Sportkletterns: Die letzte Untersuchung widmet sich der Innensicht von Sportkletterern und hinterfragt die universale Differenzierung in "Männer" und "Frauen" als Geschlechterkategorie.
9 Gesamtdiskussion und Ausblick: Abschließend werden die zentralen Befunde der drei Untersuchungen zusammengeführt, kritisch hinterfragt und Impulse für zukünftige Forschungsansätze gegeben.
Lernstrategien, Bewegungslernen, Geschlechterdifferenzen, Sportpsychologie, StraBL, Sozialisation, kognitive Strategien, metakognitive Strategien, Ressourcenmanagement, Selbstregulation, Sportklettern, Jonglieren, Geschlechtstypik, Lernerfolg, Methodenlehre.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Untersuchung geschlechterspezifischer Unterschiede bei der Anwendung von Lernstrategien im Kontext des Bewegungslernens.
Die Arbeit fokussiert auf Lernstrategienutzung, Geschlechterrollen, selbstgesteuertes Lernen und die Validität von Messinstrumenten im Sport.
Ziel ist es herauszufinden, ob Männer und Frauen unterschiedliche Lernstrategien beim Sport anwenden und inwieweit diese Strategien ihren Lernerfolg beeinflussen.
Es wurden drei empirische Untersuchungen durchgeführt: Szenariotechniken, ein 40-tägiges Lernexperiment mit Tagebuchführung sowie videobasierte Analysen mit Interviews beim Sportklettern.
Der Hauptteil gliedert sich in drei spezifische Untersuchungsabschnitte, die sowohl imaginiertes als auch reales Bewegungslernen sowie die individuelle Innensicht beim Klettern beleuchten.
Wichtige Begriffe sind Lernstrategien, Bewegungslernen, Geschlechterdifferenzen, Sportpsychologie, Selbstregulation und Sozialisationshypothese.
Frauen greifen häufiger auf soziale Ressourcen (Hilfe durch Mitmenschen, gemeinsames Lernen) zurück, während Männer eher materielle Hilfsmittel wie Medien oder Bücher zur Unterstützung nutzen.
Die dritte Untersuchung deutet darauf hin, dass die traditionelle Differenzierung in "Frauen" und "Männer" als universale Kategorie in empirischen Studien hinterfragt werden sollte, da die soziale Typisierung oft keine signifikanten Unterschiede im Bewegungshandeln erklärt.
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