Magisterarbeit, 2007
83 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Theoretische Einführung in das Forschungsfeld
2.1 Die evangelischen Kirchen der DDR im Untersuchungszeitraum
2.1.1 Zahlen, Fakten und Hintergründe
2.1.2 Die Entwicklung der evangelischen Kirche seit 1968
2.2 Kirche und Opposition
2.2.1 Allgemeine Anmerkungen
2.2.2 Die Oppositionsgruppen
2.3 Die umweltpolitischen Rahmenbedingungen in der DDR
3. Die kirchliche Umweltbewegung
3.1 Ein Überblick
3.1.1 Der Beginn der Umweltbewegungen
3.1.2 Die vier Phasen der kirchlichen Umweltbewegung
3.2 Die Umweltgruppen
3.2.1 Die Charakteristik der Umweltgruppen
3.2.2 Die Aktivitäten der Gruppen
3.2.3 Die Publikationen
3.3 Die Staatssicherheit auf den Spuren der Umweltgruppen
3.3.1 Reaktionen und Arbeitsweise von SED und MfS zwischen 1971–1989
3.3.2 Zielpersonen und Zielgruppen des MfS
3.4 Opposition oder nicht?
4. Das Kirchliche Forschungsheim
4.1 Entstehung und Entwicklung
4.2 Die Arbeitsweise
4.2.1 Die Vertretertreffen 1983 bis 1989
4.3 Aktivitäten des KFH
4.3.1 Mobil-ohne-Auto
4.3.2 Der Öko-Fond
4.3.3 Das KFH in der Funktion des Herausgebers
5. Interpretation und Diskussion der Ergebnisse
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der evangelischen Kirchen in der DDR als Schutzraum für die kirchliche Umweltbewegung zwischen 1971 und 1989. Dabei steht insbesondere das Wirken des Kirchlichen Forschungsheims (KFH) in Wittenberg als zentraler Koordinationsstelle für ökologisches Engagement im Vordergrund.
3.1.2 Die vier Phasen der kirchlichen Umweltbewegung
Die Einteilung der Phasen der kirchlichen Umweltbewegung wurde aus dem Bericht „Kritisches Umweltengagement in den Kirchen“ von Hans-Peter Gensichen übernommen. Er teilt das Umweltengagement der Christen und Kirchen im Zeitraum 1971–1989 in vier Phasen ein.
Die erste Phase umfasst den Zeitraum von 1971 bis 1976. In dieser Zeit wurde erstmals bewusst erkannt, dass große Umweltprobleme vorliegen. Es ging primär um das Defizit an Informationen über die ökologische Situation. 1972 hat sich die Leitung der Evangelischen Kirchenprovinz Sachsen mit dem Zustand der Umwelt in der DDR, mit Lösungsansätzen und mit einem zu entwickelnden Umweltbewusstsein befasst. Ab 1973 nahmen auch kirchliche Zeitschriften dieses Thema auf und 1976 fand erstmals eine große Pfarrertagung dazu statt. In dieser ersten Phase wurde davon ausgegangen, mit dem Staat in Umweltfragen überein zu stimmen. Die ersten Impulse einer Umweltbewegung gingen also von Christen aus. Das Umweltproblem wurde in dieser Phase als negatives Resultat der Industriegesellschaft erkannt und als ein Thema für Kirche und Theologie entdeckt.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle der evangelischen Kirche als einzigen autonomen Raum in der DDR und führt in die Thematik der kirchlichen Umweltbewegung sowie die Bedeutung des KFH ein.
2. Theoretische Einführung in das Forschungsfeld: Dieses Kapitel erläutert den organisatorischen Rahmen der evangelischen Kirchen, ihr Verhältnis zur Opposition und die schwierigen umweltpolitischen Rahmenbedingungen in der DDR.
3. Die kirchliche Umweltbewegung: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick, analysiert die Struktur der Umweltgruppen, beleuchtet die Überwachung durch die Staatssicherheit und diskutiert den oppositionellen Charakter der Bewegung.
4. Das Kirchliche Forschungsheim: Hier wird die Geschichte, Arbeitsweise und zentrale Bedeutung des KFH als Koordinationsinstanz, Herausgeber von Publikationen und Initiator von Projekten wie „Mobil-ohne-Auto“ dargestellt.
5. Interpretation und Diskussion der Ergebnisse: Das Fazit fasst die Rolle der Kirche als Schutzraum zusammen und diskutiert den Einfluss der kirchlichen Umweltarbeit sowie deren Grenzen im DDR-System.
DDR, evangelische Kirche, Umweltbewegung, Kirchliches Forschungsheim, KFH, Opposition, Umweltschutz, Staatssicherheit, MfS, Samisdat, Ökologie, Basisgruppen, Mobil-ohne-Auto, Politische Partizipation, Zivilgesellschaft
Die Arbeit analysiert die Rolle der evangelischen Kirche in der DDR als Schutzraum für die kirchliche Umweltbewegung zwischen 1971 und 1989.
Die Arbeit fokussiert auf die Vernetzung von Umweltgruppen, das Wirken des KFH in Wittenberg, den Widerstand gegen Umweltzerstörung und das komplexe Verhältnis zwischen Kirche, Staat und MfS.
Ziel ist es, den Einfluss des KFH auf die kirchliche Umweltbewegung zu beleuchten und aufzuzeigen, unter welchen Bedingungen sich ökologisches Engagement in einem autoritären System entfalten konnte.
Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung von Archivalien des KFH, wie Protokolle, Berichte und Korrespondenzen, ergänzt durch Fachliteratur zur DDR-Oppositionsgeschichte.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Oppositionsrolle der Kirche, die Chronologie der Umweltbewegung, die Vernetzung durch das KFH und die Analyse von Umwelt-Publikationen und Aktionen.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie DDR-Opposition, Kirchliches Forschungsheim, ökologisches Bewusstsein, staatliche Überwachung und gesellschaftliche Selbstbehauptung geprägt.
Sie stellten einen wesentlichen Teil des DDR-Samisdat dar, da sie als einzige unzensierte ökologische Schriften fundierte Informationen und Handlungsmöglichkeiten jenseits staatlicher Tabus lieferten.
Der Staat versuchte, die Gruppen durch Beobachtung, Unterwanderung durch Spitzel, Zersetzungsmaßnahmen und Repressionen zu kontrollieren und deren Wirksamkeit zu minimieren.
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