Diplomarbeit, 2006
103 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Wissensmanagement im wissenschaftlichen Diskurs
2.1 Überlegungen zum Wissensbegriff
2.2 Überlegungen zum Begriff des Managements
2.3 Verbreitete Modelle des Wissensmanagements
2.3.1 Die Wissensspirale nach Nonaka und Takeuchi
2.3.2 Das Baustein–Modell nach Probst, Raub und Romhardt
2.3.3 Das Münchener Modell nach Reinmann-Rothmeier
3 Eigene Fragestellung
3.1 Die Struktur des Berliner Krisendienstes
3.2 Die eigene Forschungsfrage
4 Methodik und Durchführung
4.1 Methoden der Datenerhebung
4.1.1 Eine qualitative Untersuchung
4.1.2 Orientierung an der Grounded Theory als Forschungsdesign
4.1.3 Das Experteninterview als Erhebungsmethode
4.2 Durchführung der Untersuchung
4.2.1 Erstellung und Entwicklung des Leitfadens
4.2.2 Zugang zum Feld
4.2.3 Vorgehen bei der Durchführung der Interviews
4.2.4 Merkmale der Interviewpartnerinnen und der Interviewsituationen
4.3 Datenauswertung
4.3.1 Datengrundlage und Transkription
4.3.2 Analyse der Interviews mit den Honorarmitarbeiterinnen
4.3.3 Auswertung der Texte von den Festangestellten
4.4 Bewertung der Studie
5 Ergebnisse
5.1 Das Phänomen „Wissen“ im Berliner Krisendienst
5.1.1 Wissen in der Position der Honorarmitarbeiterin im Berliner Krisendienst
5.1.2 Wissen in der Position der professionellen Helferin im Berliner Krisendienst
5.1.3 Wissen in der Position der Honorarkollegin im Berliner Krisendienst
5.1.4 Wissen in der Position der Vertreterin des Berliner Krisendienstes
5.2 Strategien im Umgang mit berufsrelevantem Wissen
5.2.1 Wissensnutzung
5.2.2 Wissenskommunikation
5.2.3 Wissensspeicherung
5.2.4 Der Umgang mit Wissensbedarf
5.3 Ein Beispiel für das Zusammenspiel von Wissen und Strategien: Bei fehlendem Wissen eine Kollegin anrufen
6 Diskussion
6.1 Was die Ergebnisse über das Wissen im BKD aussagen
6.1.1 Die Begriffe Erfahrung und Wissen in der Wahrnehmung der Beraterinnen
6.1.2 Implizites Wissen
6.1.3 Die Merkmale von Wissen weisen auf die Wichtigkeit des Metawissens hin
6.2 Die Wissensgemeinschaft der Mitarbeiterinnen im BKD
6.2.1 Möglichkeiten der Wissensspeicherung für den BKD
6.2.2 Wissenskommunikation
6.2.3 Die vertraute Gruppe von Honorarmitarbeiterinnen
6.2.4 Das Bedürfnis nach Konsens in der Arbeitsweise
6.2.5 Unterschiedliche Positionen der Honorarmitarbeitenden und der Festangestellten
6.3 Bedeutung der Ergebnisse für den BKD und für die Forschung im Bereich von lernenden Organisationen
Die Arbeit untersucht das Wissensmanagement von Honorarmitarbeitern im Berliner Krisendienst (BKD). Ziel ist es, zu verstehen, wie diese Mitarbeiter – trotz geringer Präsenz in der Organisation – ihr arbeitsrelevantes Wissen identifizieren, anwenden, kommunizieren und speichern, um eine qualitativ hochwertige Krisenintervention zu gewährleisten.
Die Struktur des Berliner Krisendienstes
Der Berliner Krisendienst ist ein Modellprojekt, das im Oktober 1999 in Berlin zur integrierten Krisenversorgung der Berliner Bevölkerung entstanden ist. In Deutschland gibt es bisher kein vergleichbares Modell der Krisenversorgung. Er betreut seit sieben Jahren Menschen in Krisen. Die Einrichtung lebt von den Klientinnen, die sie nutzen aber auch von den Mitarbeiterinnen, die sie tragen. Es arbeiten sowohl Festangestellte (ein oft gebrauchtes Synonym ist „Kernteam“) als auch Honorarmitarbeiterinnen in der Organisation.
Den knapp 40 Festangestellten stehen ca. 200 Honorarmitarbeiterinnen gegenüber (GbR Berliner Krisendienst, S.9). Letztere leisten einen beträchtlichen Anteil an der notwendigen Krisenarbeit. Die Honorarmitarbeiterinnen kommen sie mit dem Hintergrundwissen ihrer hauptberuflichen Arbeitsstelle in den Krisendienst. Sie leisten in demjenigen Bezirk Dienste, in dem sich auch ihre hauptamtliche Arbeitsstelle befindet. Sie nehmen eine Zwischenposition ein: Einerseits übernehmen sie einen großen Anteil der Klientinnenkontakte, andererseits ist jede einzelne von ihnen nur ca. zwei Mal im Monat vor Ort.
Diese Art der Einbindung in den Krisendienst bringt bezogen auf den Wissenshaushalt der Organisation Vorteile und Nachteile mit sich. Ein Vorteil ist, dass die große Gruppe der Honorarmitarbeiterinnen durch ihre Arbeitserfahrung, ihre jeweils unterschiedlichen Berufsausbildungen sowie Zusatzausbildungen einen immensen Wissensschatz mit in die Organisation einbringen. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie direkt von Einrichtungen kommen, die eine Stakeholder-Funktion für den BKD haben oder bekommen können: Der BKD ist auch für professionelle Helfer eine Anlaufstelle bei akuten schwer bewältigbaren Problemstellungen.
Ein Nachteil ist, dass Honorarmitarbeiterinnen selten beim Krisendienst sind und so interne Prozesse und Beschlüsse nicht zeitgleich mitbekommen können. So müssen die Festangestellten sich darum bemühen, neue Entwicklungen und Entscheidungen schnellstmöglich an eine große Gruppe von Honorarmitarbeiterinnen heranzutragen.
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz des Wissensmanagements in psychosozialen Einrichtungen und führt in die Fragestellung zur Untersuchung des BKD ein.
2 Wissensmanagement im wissenschaftlichen Diskurs: Dieses Kapitel liefert den theoretischen Rahmen und stellt bekannte Wissensmanagement-Modelle vor.
3 Eigene Fragestellung: Hier werden die Struktur des Berliner Krisendienstes sowie die spezifischen Forschungsfragen der Untersuchung detailliert dargelegt.
4 Methodik und Durchführung: Dieser Abschnitt beschreibt das qualitative Forschungsdesign in Anlehnung an die Grounded Theory und erläutert die Datenerhebung durch Experteninterviews.
5 Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren das Phänomen „Wissen“ im Krisendienst und analysieren verschiedene Wissenspositionen sowie Strategien zum Umgang mit berufsrelevantem Wissen.
6 Diskussion: Die Diskussion beleuchtet die Ergebnisse im Hinblick auf ihre Bedeutung für die Praxis, insbesondere im Kontext von Wissensgemeinschaften und lernenden Organisationen.
Wissensmanagement, Berliner Krisendienst, Honorarmitarbeiter, psychosoziale Versorgung, Experteninterviews, Grounded Theory, implizites Wissen, Wissenskommunikation, Wissensnutzung, Wissensspeicherung, Krisenintervention, Arbeitsgemeinschaft, Beraterinnen, Wissensgemeinschaft, Wissensidentifikation.
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung, wie Honorarmitarbeitende des Berliner Krisendienstes (BKD) mit arbeitsrelevantem Wissen umgehen.
Die zentralen Themen sind Wissensidentifikation, Wissensnutzung, Wissenskommunikation, Wissensspeicherung und der Umgang mit fehlendem Wissen im Arbeitsalltag.
Das Ziel ist es, die Sichtweise der Honorarmitarbeitenden zu erfassen und zu verstehen, wie sie trotz ihrer nur punktuellen Anwesenheit im BKD zum Wissensfluss innerhalb der Organisation beitragen.
Die Untersuchung folgt einem qualitativen Ansatz, orientiert an der Grounded Theory von Strauss und Corbin, wobei Experteninterviews mit fünf Mitarbeitenden geführt wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Wissensmanagements, die Beschreibung der Methodik, die detaillierte Ergebnisdarstellung basierend auf vier Rollenpositionen und eine abschließende Diskussion.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Wissensmanagement, Berliner Krisendienst, Experteninterviews, Grounded Theory, implizites Wissen und Wissenskommunikation aus.
Die Arbeit zeigt, dass sich die Beraterinnen stark auf ihr implizites Wissen verlassen, welches sie schwer in explizite Formate übertragen können, weshalb es oft informell über kollegiale Gruppen ausgetauscht wird.
Da die Honorarmitarbeitenden nur sehr selten (ca. zweimal monatlich) vor Ort sind, gestaltet sich die systematische Integration in den organisationalen Wissensfluss und die zeitnahe Kommunikation von Arbeitsvorgaben schwierig.
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