Essay, 1986
31 Seiten
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
Der Geltungsbereich unserer literarischen Sachbegriffe
Unterschiede zwischen literarischen und anderen Fachsprachen
I.1 Internationale Speziallexika der Natur- oder Sozialwissenschaften
I.2 Anthropologische, psychologische oder medizinische Einsichten
I.3 Für die Vertreter anderer Wissenschaften
Allgemeine Schwierigkeiten im Vergleich literarischer Sachbegriffe
II.1 Das deutet sich bereits in der Tatsache an
II.2 Je nach dem Stand ihrer Ausbildung und Tradition
II.3 Weil die europäischen Literaturen mindestens doppelt so viele Sachbegriffe entwickelt zu haben scheinen
II.4 Man findet die Stichworte für ein Literaturwörterbuch hauptsächlich an drei Orten
Problematische Begriffsentsprechungen
III.1 Es ist geradezu charakteristisch für literarische Begriffe
III.2 Das Problem ist natürlich zugleich ein allgemeineres
III.3 Nun steht der Begriff Erziehungsroman aber zumeist mit zwei anderen zusammen
III.4 Der Bildungsbegriff im Bildungsroman
III.5 Wesentlich schwieriger in einem internationalen Literaturlexikon einzuordnen
III.6 Man kann darüber streiten, ob ein Begriff wie Bon Mot in anderen Sprachen noch als Fremdwort empfunden wird
Problemgruppierungsmöglichkeiten
IV. Nachdem wir bereits durch die oberflächliche Betrachtung
IV.A. Wie im Überblick über die möglichen Formen von Literaturlexika angedeutet wurde
IV.A.1 Aus internationaler Perspektive
IV.A.2 Aus deutscher Perspektive
IV.B. Außer nach Perspektive und Herkunft
V. Meistens stehen im Nomenclator germanische Begriffe in einer Gruppe zusammen
Internationale Normierung der vorliegenden Literatursprachen?
VI.I Wir begannen diese Untersuchung mit zahlenmäßigen Überlegungen
VI.2 Diese Schlussfolgerungen haben eine praktische Konsequenz von aktueller Bedeutung
VI.3 Es lässt sich, nur wenig überspitzt, sagen
VI.4 Das Ringen um eine eindeutige, wissenschaftliche Terminologie
Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik der Erstellung eines internationalen Lexikons literarischer Sachbegriffe und analysiert, inwieweit eine interkulturelle Standardisierung der literaturwissenschaftlichen Terminologie möglich oder sinnvoll ist. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, warum eine einheitliche Zuordnung literarischer Begriffe über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg aufgrund ihrer assoziativen Bindung und historischen gewachsenen Spezifik kaum zu realisieren ist.
Problematische Begriffsentsprechungen
Es ist geradezu charakteristisch für literarische Begriffe, dass sie in einem Geflecht von “Halbsynonymen“ miteinander verbunden sind, das sich oft nur willkürlich in Begriffskomplexe für ein Lexikon aufspalten lässt. Im Nomenclator findet man häufig im Hauptteil einen Begriff mit seinen genauen fremdsprachlichen Entsprechungen. Falls nicht bereits in diesem Begriffskomplex außerdem noch Termini auftauchen, die im Sinne des ersten Begriffs gebraucht werden können, gelegentlich aber auch mit anderer Bedeutungsnuance verwendet werden, so wird man vielleicht im Index den ersten Begriff als “Halbsynonym” zu einem weiteren Begriffskomplex finden. In dieser letzten Gruppe mögen wieder Überschneidungen mit anderen auftauchen.
Ein Computer, der programmiert wäre, alle sich überschneidenden Termini zusammenzustellen, würde riesige und unübersichtliche Begriffskomplexe liefern, häufig von Dutzenden sich teilweise bzw. gelegentlich deckender Termini. Für die praktischen Zwecke des Nomenclator musste in jedem Falle entschieden werden, wo eine Gruppe abgeschnitten und eine neue begonnen werden sollte (also die Frage: sind Begriffe X und Y nahe genug miteinander verwandt, um ihre Zusammenfassung in einer Begriffsgruppe zu fordern?). Da die Deckungs- bzw. Überschneidungsverhältnisse zu jedem Synonymkomplex anders sind (und häufig sogar innerhalb eines Synonymkomplexes von Sprache zu Sprache verschieden), konnte diese Entscheidung nicht systematisch getroffen werden und muss deshalb in vielen Fällen unbefriedigt lassen.
Unterschiede zwischen literarischen und anderen Fachsprachen: Das Kapitel kontrastiert die Eindeutigkeit naturwissenschaftlicher Fachbegriffe mit der kulturgebundenen Vielschichtigkeit literarischer Termini, die stets in ihrer historischen Entstehung wurzeln.
Allgemeine Schwierigkeiten im Vergleich literarischer Sachbegriffe: Hier wird dargelegt, dass keine zufriedenstellenden internationalen Sachwörterbücher existieren, da Literaturwissenschaften der verschiedenen Nationen eine unterschiedliche Anzahl und Auswahl an Begriffen pflegen.
Problematische Begriffsentsprechungen: Der Autor erläutert, wie das Geflecht aus Halbsynonymen und die unscharfe Abgrenzung literarischer Konzepte eine systematische Kategorisierung in einem internationalen Lexikon erschweren.
Problemgruppierungsmöglichkeiten: Es werden verschiedene Wege skizziert, Begriffe aus internationaler oder nationaler Perspektive zu gruppieren, wobei die Grenzen der Übertragbarkeit zwischen Kulturen verdeutlicht werden.
V. Meistens stehen im Nomenclator germanische Begriffe in einer Gruppe zusammen: Dieses Kapitel thematisiert die Herausforderung der Bedeutungsspaltung bei der Zusammenführung verschiedensprachiger Begriffe in lexikalischen Gruppen.
Internationale Normierung der vorliegenden Literatursprachen?: Im abschließenden Fazit wird die Utopie einer universellen Literaturterminologie verworfen und betont, dass der Komparatist auf eine flexible, fallbezogene Arbeitsweise angewiesen bleibt.
Literaturwissenschaft, Sachbegriffe, Lexikographie, Komparatistik, Terminologie, Halbsynonyme, Kulturraum, Literaturtheorie, Gattungsbezeichnungen, Assoziationsumfeld, Interkulturalität, Nomenclator, Fachsprache, Erwartungshorizont, Übersetzungsproblematik
Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen und praktischen Herausforderungen, die bei dem Versuch entstehen, ein internationales Lexikon literarischer Sachbegriffe zu erstellen, das über nationale Sprachgrenzen hinweg funktioniert.
Zentrale Themen sind der Vergleich literarischer Vokabulare zwischen verschiedenen Kulturen, die Problematik von Synonymie und Halbsynonymie sowie die assoziative Einbettung literarischer Gattungsbegriffe.
Ziel ist es zu klären, warum eine wahrhaft internationale und normierte Literaturterminologie kaum möglich ist und welche methodischen Grenzen der systematischen Erfassung von Begriffen im interkulturellen Vergleich entgegenstehen.
Der Autor stützt sich auf seine langjährige lexikographische Erfahrung, vergleichende Analysen nationaler Handbücher (insb. japanischer vs. europäischer) und die Auswertung von Begriffskomplexen zur Identifikation von Problemgruppen.
Der Hauptteil analysiert die Schwierigkeiten der Begriffsentsprechungen, die unterschiedlichen Gruppierungsmöglichkeiten nach Perspektiven (national/international) und die Grenzen computergestützter Ansätze zur Terminologie-Festlegung.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Literaturwissenschaft, Sachbegriffe, Komparatistik, Terminologie, Halbsynonyme, Assoziationsumfeld und Interkulturalität geprägt.
Es verdeutlicht, dass europäische Gattungsbegriffe wie "Roman" auf außereuropäische Werke übertragen werden, die andere strukturelle Voraussetzungen und Erwartungshorizonte besitzen, was zu falschen analytischen Erwartungen führt.
Der Autor warnt davor, dass Computer bei der Komplexität literarischer Begriffe an ihre Grenzen stoßen, da sie lediglich "Rohstoffsammlungen" liefern können und nicht in der Lage sind, die nuancierten, historisch gewachsenen und oft widersprüchlichen Verwendungsweisen menschlich-intellektuell zu sortieren.
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